Nicht nur Daniel Jun fehlten am Sonntagabend die Worte. Der langjährige Alligator feierte an alter Wirkungsstätte mit seinem EV Füssen einen wichtigen Auswärtssieg. Das 0:1 (0:0, 0:1, 0:0) des Höchstadter EC gegen die Allgäuer konnte der 49-Jährige aber kaum kommentieren: Krankheitsbedingt fehlte ihm die Stimme.
Vor 602 Zuschauern im Eisstadion am Kieferndorfer Weg bestraften sich die Alligators für einen fahrigen Mittelabschnitt selbst. "Trotzdem haben wir genügend Chancen kreiert, um die drei Punkte einzufahren", befand Morgan Persson hinterher.
Höchstadts Cheftrainer musste aber anerkennen, wer die Alligators über 60 Minuten verzweifeln ließ: Timotej Pancur zeigte im Füssener Tor eine Glanzleistung, wehrte alle 27 Höchstadter Torschüsse ab. Er belohnte sich mit dem Shutout und sein Team mit dem zweiten Saisonsieg.
Eishockey, Oberliga Süd
Höchstadter EC - EV Füssen 0:1
Angeschlagenen verpasste Cameron Leask die Höchstadter 1:2-Niederlage in Stuttgart am Freitag. Gegen Füssen war der Verteidiger zurück, dafür fehlte Kontingentstürmer Brendan Harrogate erneut: Persson gab Alexander Malinowski den Vorzug, der Kanadier musste als vierter Ausländer von außen zuschauen.
Das erste Drittel schien dem Coach in Teilen Recht zu geben. Die Alligators übernahmen nach zähen Anfangsminuten bald das Kommando, vor allem die Paradereihe wurde immer wieder gefährlich. So bediente Samuel Eriksson bei guter Besetzung der Offensivzone den eingerückten Fabiano Benz, der doch nicht an Timotej Pancur vorbeikam. Wie schon in Stuttgart nahmen die Alligators dem Gegner anfangs die Stärken, machten vorne in Phasen viel Druck. Das Tor aber fehlte den Mittelfranken.
Dabei hätte es mehrfach fallen können, vor allem in Überzahl: Als Moritz Nerb die erste Strafe der Partie kassierte, belagerte der HEC das Tor von Pancur. Dennis Miller setzte per Diagonalpass Eriksson in Szene, der versuchte freistehend nochmal abzulegen. Der Schuss wäre die bessere Option gewesen (8.). Abermals Eriksson stand Sekunden später wieder blank im hohen Slot, von Miller und Jake Fardoe bedient setzte er diesmal den Onetimer. Pancur war mit dem Schoner zur Stelle (9.).
Höchstadt Alligators verlieren den Faden
Auch im zweiten Powerplay, als Felix Linden die Strafbank wärmte, drückten die Alligators. Doch Pancur behielt die Übersicht, war bei Martin Vojcaks Schlenzer zur Stelle, obwohl Leon Dalldush gut screente (15.).
Ohne Führung ging Höchstadt ins Mitteldrittel, gab dort aber die Kontrolle über das Geschehen aus der Hand. Wenige Sekunden nach Wiederbeginn wurde es nach Scheibenverlust im eigenen Drittel brenzlig, Luc Slivnik wurde zentral im Slot freigespielt. Luca Ganz bewahrte den HEC vor dem Rückstand (21.).
Selbst in Überzahl ging plötzlich nicht mehr viel, stattdessen häuften sich Fehlpässe der Gastgeber. Als Vojcak den Puck unnötig weggab, war es wieder Slivnik, der vor Ganz auftauchte. Erneut blieb Höchstadts Goalie im Duell mit dem Slowenen aber Sieger.
Machtlos war der Torhüter jedoch kurz vor der Pause, als Höchstadt in Unterzahl agierte. Als Miller wegen Behinderung zwei Strafminuten abbrummte, fand Füssen schnell die Formation. Über Slivnik bekam Ondrej Zelenka zentral im hohen Slot die Scheibe. Der Verteidiger schlenzte halbhoch, vor Ganz war Nicolas Cornett noch leicht dran und fälschte zum 1:0 für Füssen ab (39.).
EV Füssen verpatzt Konter, Pancur rettet
Wie in Stuttgart machten sich die Alligators in der Phase rund um die letzte Pause das Leben selbst schwer. Die Reaktion auf den Rückstand stimmte im Schlussdrittel in Teilen. Offensiv blieb Höchstadt sichtbar, wollte Druck ausüben. Doch Pancur und seine Vorderleute verteidigten fleißig, hielten den HEC auf den Außenbahnen.
In der Konterabsicherung taten sich die Mittelfranken nun jedoch immer schwerer. So hätte Slivnik zwölf Minuten vor Schluss die gefühlte Vorentscheidung besorgen können, scheiterte aus halbrechter Position aber an Ganz (48.) Auch Florian Schloßnikel verpasste das 2:0, drückte die Scheibe im Konter nach Querpass von Ugnius Cizas am Höchstadter Tor vorbei (52.).
Höchstadts größte Ausgleichschance ergab sich fast im Gegenzug: Schön setzte sich Malinowski über rechts durch, legte dann punktgenau zurück. Ratislav Judins Schuss blockte Pancur, beim Nachschuss hatte der Goalie Glück: Erikssons Schlagschuss zischte Zentimeter am Eck vorbei (53.).
Bis zur letzten Minute stemmte sich Höchstadt gegen die Niederlage, 40 Sekunden vor Schluss machte Goalie Ganz für den sechsten Feldspieler Platz. Aber es reichte nicht, Höchstadt blieb ohne jeden Treffer.
Persson und Jun loben Torhüter
Daniel Jun und Morgan Persson wussten hinterher, was an diesem Abend entschied. Starkes Penaltykilling und eine gute Torhüterleistung gaben den Ausschlag, ließ der stimmenlose Jun ausrichten. "Über die 60 Minuten haben die Special Teams das Spiel entschieden. Sie haben ein Tor in Überzahl gemacht, wir nicht", sagte Persson.
Gleichzeitig lobte er den Füssener Spielvortrag: "Sie haben es uns schwer gemacht, uns außen gehalten. Und sie hatten heute einen starken Torhüter."













