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Vice President im Talk
Puma im Motorsport: Es begann alles mit Stefan Bellof
Thomas Josnik ist seit 2015 General Manager bei Puma Motorsport.
Thomas Josnik ist seit 2015 Vice President Business Unit Motorsport bei Puma Motorsport. // Puma
Herzogenaurach – Der Herzogenauracher Sportartikelhersteller Puma ist bereits seit den 80er-Jahren im Motorsport dabei. In Teil 1 unseres Interviews stellt Thomas Josnik die Rennsport-Sparte vor.

Der Herzogenauracher Sportartikelhersteller Puma zählt heutzutage zu den ganz großen Playern in der Welt des Motorsports und rüstet gleich mehrere Teams in der Formel 1 aus, darunter die Scuderia Ferrari und Aston Martin, sowie die Hersteller BMW und Porsche für ihre verschiedenen Rennsport-Programme.

Einer, der bei Puma Motorsport viel zu sagen hat, ist Thomas Josnik. Er steht als Vice President Business Unit Motorsport in der Verantwortung, plant unter anderem die mittel- bis langfristige Business-Strategie und managt die Zusammenarbeit mit den prominenten Partnern. Im ersten Teil unseres Gesprächs stellt er die Motorsport-Sparte genauer vor.

Herr Josnik, wie sind Sie denn zu Ihrer aktuellen Position gekommen und wie sieht Ihr Alltag aus?

Thomas Josnik: Ich habe im Jahr 2000 bei Puma angefangen und habe früher in den Bereichen Tennis und Running gearbeitet, aber auch lange Zeit als Product Manager bei Kinderschuhen. Danach war ich Product Manager bei Indoor. Das war etwas Besonderes, weil ich selber lange Handball gespielt habe. Ich habe dann in Gesprächen mit unseren Großhandelspartnern bemerkt, dass Motorsport ein wichtiges Thema ist.

Vor mehr als zehn Jahren habe ich die Chance bekommen, im Bereich Motorsport anzufangen. Ein Jahr später habe ich die Verantwortung für diese Business-Unit bekommen und seitdem ist kein Tag wie der andere. Es ist ein sehr spannendes Feld, das sich dynamisch entwickelt und deswegen auch eine großartige Aufgabe.

Puma Motorsport: Von den Anfängen mit Stefan Bellof zu Ferrari

Puma Motorsport hat schon ein paar Jahrzehnte an Historie vorzuweisen. Wie kam das Unternehmen überhaupt in den Rennsport?

Die Geschichte von Puma im Motorsport begann in den 1980ern, als wir den ersten Rennschuh für den deutschen Rennfahrer Stefan Bellof entwickelt haben. Das war damals noch eine Art Sicherheitsschuh, den man für die Rennstrecke adaptiert hat. Danach haben wir diese Produkte aber konsequent weiterentwickelt und die Basis dafür gelegt, den Sport weiterzuverfolgen.

In den 2000ern hat Puma noch stärker auf den Motorsport gesetzt und die ersten feuerfesten Rennanzüge hergestellt. Zu dieser Zeit haben wir dann begonnen, gesamte Teams auszustatten: T-Shirts, Jacken, Schuhe, Taschen und vieles mehr. 

Ein wesentlicher Meilenstein ist unsere sehr wichtige Partnerschaft mit Ferrari, die in dieser Zeit entstanden ist, und die seit mittlerweile seit 20 Jahren andauert. Es folgten weitere Partnerschaften mit anderen Teams in der Formel 1, in der DTM und verschiedenen anderen Rennserien. In der Vergangenheit waren wir mit Ducati auch in der MotoGP dabei. Das alles hat dazu geführt, dass der Motorsport in den vergangenen Jahrzehnten bei Puma ein Teil unserer DNA und ein wichtiger Geschäftsbereich geworden ist. 

PUMA Motorsport ist eine eigene Business-Unit im Konzern. Wie äußert sich das?

Motorsport ist eine der Business-Units, die es bei Puma gibt, also ein eigener Geschäftsbereich mit einer eigenen Umsatzverantwortung. Für mich ist das ein klares Zeichen, wie wichtig dieser Sport für uns ist. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind absolute Spezialisten in ihrem Bereich.

Motorsport ist sehr komplex und vielfältig und erfordert auch eine ganz spezielle Expertise. Wir haben zum Beispiel in Turin eine eigene Fabrik, in der Rennanzüge speziell angefertigt werden, teilweise sogar als Maßanfertigung. Eine solche spezialisierte Fabrik haben nur sehr wenige Unternehmen. 

Warum sich nur manche Formel-1-Rennen für Sonderkollektionen eignen

Wo gibt es denn Synergien zwischen der Business-Unit Motorsport und anderen Business-Units?

Die Business Units teilen sich bei Puma gemeinsame Technologien, Innovationen und auch eine gemeinsame Designsprache. Unser Ziel ist es, diese Technologien und Designs auf die spezifischen Anforderungen des Motorsports zu übertragen. Dabei müssen wir natürlich auch die Wünsche unserer Partner wie Ferrari, BMW oder Porsche berücksichtigen.

Die Marken, mit denen wir zusammenarbeiten, haben nämlich auch jeweils ihre eigene DNA und ihre eigenen Ansprüche. Wir versuchen, innerhalb unseres Unternehmens sehr viele Synergien zu nutzen, aber da, wo es notwendig ist und Sinn macht, haben wir auch eine spezielle Expertise für den Bereich Motorsport.

Welche Produkte stellt Puma für seine Partner her, und was davon ist für normale Kunden käuflich erwerbbar?

Wir nehmen diesen Sport wirklich ernst. Im Performance-Bereich fertigen wir Rennanzüge, Handschuhe, feuerfeste Unterwäsche und Schuhe für Rennfahrerinnen und Rennfahrer. Bei den Teams decken wir den gesamten Bereich ab: Jacken, Pullover, T-Shirts, Hosen, Schuhe, Mützen und Accessoires. Davon ist ein Teil dann auch für die Fans als sogenannte Replica-Kollektion im Handel verfügbar. Erweitert wird das Produktangebot noch mit Merchandise-Lifestyle-Kollektionen.

Superstar Lewis Hamilton präsentiert die Ferrari-Sonderkollektion, die Puma dieses Jahr für den Großen Preis von Italien in Monza aufgelegt hat.
Superstar Lewis Hamilton präsentiert die Ferrari-Sonderkollektion, die Puma dieses Jahr für den Großen Preis von Italien in Monza aufgelegt hat. // Puma

Wie oft und zu welchen Anlässen legt Puma solche Sonderkollektionen auf?

Sonderkollektionen gibt es regelmäßig und das wurde in den letzten Jahren auch zusehends ein wichtigeres Thema. Unsere aktuelle Monza-Kollektion mit Ferrari ist in diesem Jahr ganz in Blau gehalten. Damit haben wir Niki Lauda, der vor 50 Jahren seinen WM-Titel in Monza gefeiert hat, Tribut gezollt. Die aktuellen Ferrari-Fahrer Lewis Hamilton und Charles Leclerc haben uns dabei geholfen, diese Geschichte noch einmal zu erzählen. Diese Produkte sind bei den Fans sehr gut angekommen.

Es ist sehr wichtig, wie man Geschichten erzählt, nicht nur um die Rennen herum, sondern über die gesamte Saison hinweg. Es gibt Rennen im Formel-1-Kalender, die eine besondere Historie oder Bedeutung haben. Miami und Las Vegas sind neben Monza weitere Beispiele. Das gibt uns die Möglichkeit, Geschichten zu erzählen, und spezielle Produkte auf den Markt zu bringen. Wir machen also für bestimmte Rennen Sonderkollektionen, aber nicht für alle. Wenn man irgendwann nur noch Sonderkollektionen macht, ist es ja nichts Besonderes mehr.

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