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Umweltschutz
Adelsdorf will Bürger für Klimastrategie gewinnen
E-Carsharing soll einer der Wege zur Erreichung der Ziele sein.
E-Carsharing soll in Adelsdorf einer der Wege zur Erreichung der Ziele sein. // Britta Schnake
Signet des Fränkischen Tags von Redaktion
Adelsdorf – Die Gemeinde hat sich das Erreichen der Klimaschutzziele der Bayerischen Staatsregierung auf die Fahne geschrieben. Das erfordert viel Geld. Noch mehr, verlangt das Vorhaben jedoch die Unterstützung der Bürger.

Der Klimawandel ist in der Region spürbar durch Hitzeperioden, Starkregenereignisse und lang andauernden Dürrephasen. Dieser Herausforderung soll nun in Adelsdorf Rechnung getragen werden.

Der Gemeinderat hat eine Klimastrategie nebst daraus resultierendem Arbeitsprogramm beschlossen. Unter dem Motto „Gemeinsam – Lebensqualität – Nachhaltig gestalten“ hat sich die Gemeinde das Erreichen der Klimaschutzziele der Bayerischen Staatsregierung, welche aus einer klimaneutralen Verwaltung bis 2028, einer Treibhausgas-Reduzierung um 65 Prozent bis 2030 sowie einer Treibhausgas-Neutralität bis 2040 bestehen, auf die Fahne geschrieben.

Geplante Maßnahmen sind unter anderem die Erstellung eines kommunalen Hitzeplans mit Maßnahmen wie Trinkwasserbrunnen und Schattenplätzen, die Stärkung des E-Carsharings, kommunale Wärmeplanung sowie die zeitgemäße Überarbeitung bestehender Bebauungspläne. „Dies gelingt nur, wenn alle mitarbeiten“, sagt Bürgermeister Karsten Fischkal.

Damit meint er Mitbürgerinnen und Mitbürger, aber auch Unternehmen, Verbände, Politik und Verwaltung. „Ohne die breite Akzeptanz werden wir keines unserer Ziele erreichen“, erklärt auch Tim Scheppe (FW), „wir müssen die Leute mitnehmen, denn der Umbau der Energie wird zu Einschnitten führen. Und dazu braucht es die Akzeptanz unserer Bürgerinnen und Bürger.“

20 Millionen Euro für Heizzentrale

„Mit dem Bau des Nahwärmenetzes und der dazugehörigen Heizzentralen durch unsere Gemeindewerke Adelsdorf sind wir schon mitten in der Umsetzung unserer Klimastrategie“, erläutert Fischkal. Schon heute würde man etwa 300.000 Liter Heizöl einsparen.

Die Investitionskosten für die Heizzentralen lägen bei rund 20 Millionen Euro. Fischkal berichtet, dass derzeit knapp 500 Anschlusswünsche vorliegen würden. Zudem sollen in Kürze alle gemeindlichen Liegenschaften in Adelsdorf an das Nahwärmenetz angeschlossen werden.

Die Gemeinde Adelsdorf – hier zu sehen – setzt auf Klimaschutz.
Die Gemeinde Adelsdorf – hier zu sehen – setzt auf Klimaschutz. // Marc-Wayne Schechtel

Die Gemeinde verstärke zudem ihre Anstrengungen, weitere Bereiche und Ortsteile mit Nahwärme zu versorgen. So sollen bis 2030 jährlich 100 Wohneinheiten an die Nahwärmeversorgung angeschlossen werden.

In Zusammenarbeit mit den Gemeindewerken soll zudem eine kommunale Wärmeplanung für bislang unversorgte Gebiete bis 2024 erstellt werden. Die Gemeinde Adelsdorf hat sich einiges vorgenommen.

Windkraft und Photovoltaik

All dies ist mit Kosten verbunden. Stetig versucht die Gemeinde aus diesem Grund, Fördergelder zu beantragen, um die finanzielle Belastung zu minimieren.

Beim Thema Wärmebedarfsplanung wurde so laut Fischkal gleich nach Bekanntgabe ein Förderantrag gestellt, auf eine Zusage würde gewartet. „Uns ist wichtig, dass die Bürger mitgenommen werden“, erklärt Uwe Pöschl (CSU), „nachhaltige Energie steht für uns an erster Stelle. Wir brauchen Windkraft und Photovoltaik.“

Michael Auer vom Bündnis 90/Die Grünen berichtet, dass es wichtig war, das Klimaschutzpaket jetzt verabschiedet zu haben: „Es sind schwierige Zeiten, weil wenig Geld da ist. Wir müssen schauen, dass wir in die Stromerzeugung eintreten, um energieautark zu werden. Das generiert auch Einnahmen.“

„Das Stoppen des Klimawandels muss sein, auch wenn es relativ spät ist“, stellt Jörg Bubel (SPD) fest. Wichtig seien im dabei das Nahwärmenetz und eine Vorsorge gegen Starkregenereignisse, welche weiter zunehmen würden. „Das ist eine absolute Notwendigkeit“, erklärt er, was auch der Grund dafür sei, dass sich die SPD-Fraktion der Klimaschutzstrategie angeschlossen hätte.

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