„Ein Dorf mit Mehrwert“: Unter diesem Thema hatte die Gemeinde Adelsdorf die Bewohner des Ortsteils Aisch anlässlich des 900-jährigen Jubiläums des Orts vergangenen Sonntagnachmittag ins Sportheim des SC Hertha Aisch eingeladen. Viele Interessierte aus Aisch, aus Adelsdorf, darunter Gemeinderäte und Besucher aus Höchstadt waren gekommen. Bürgermeister Karsten Fischkal begrüßte die Neugierigen und bedankte sich beim SC Hertha Aisch für die Bereitstellung des Raums und bei den ehrenamtlichen Helfern in der Küche und im Service.
Architekt von Coburg nach Aisch
Der aus Aisch stammende 28-jährige Vincent Passinka stellte seine Masterarbeit „Aisch – ein Dorf mit Mehrwert“ vor. Er gab Einblicke in das vergangene und heutige Aisch und zeigte Ideen auf, wie der Ort in Zukunft gestaltet werden könnte. „Ich habe in Coburg studiert, zuletzt im Studiengang Heritage Design als Masterstudiengang im Rahmen eines Architekturstudiums“, sagte Passinka. Seit diesem Jahr wohnt er in Würzburg und arbeitet in einem Architekturbüro in Schweinfurt.
Wie er auf dieses Thema kam, ist schnell erklärt: „Mich hat es einfach interessiert, was besser sei: Leben in der Stadt oder Leben auf dem Dorf. Aber auch wie der ländliche Raum zu stärken ist und wie er konkurrenzfähig zum Leben in der Stadt sein könnte.“ Dazu hat er in seiner Arbeit verschiedene Szenarien entworfen und einige Ideen geliefert, wie Aisch seine Qualität im Sinne seiner Bewohnerinnen und Bewohner verbessern könnte. Aus einer Orts- und Trendanalyse ist eine wissenschaftliche Arbeit entstanden.
Schwesternhaus in Aisch in Erbpacht der Caritas
Am Beispiel des leerstehenden ehemaligen Schwesternwohnheims am Marienplatz, das er fiktiv als Haus des Dorfes umplant. Auch für einen Platz an der Aisch lieferte er einige nützliche Ideen. Seine Arbeit ist als kreativer Ideenrahmen für ein Dorf und seine Menschen gedacht, muss aber nicht umgesetzt werden. Der Bürgermeister war zu Beginn kurz auf die Geschichte des Ortsteils eingegangen – was seit 1123 passiert ist.
Passinka stellte die Gliederung seiner Arbeit vor und dann ging er speziell auf die Nutzung des ehemaligen Schwesternwohnheims in Aisch ein, das seit Januar 2019 in Erbpacht an die Caritas übergeben wurde. Diese wolle eigentlich eine Demenz-WG einrichten, was aber im Moment wegen der finanziellen Hürden noch nicht realisierbar ist. Der junge Architekt ging auf das Wachstum in Aisch ein.
Architekt: Ortskern als Platz der Begegnung
Auch im Moment sei der Marienplatz noch Aischs Ortskern. Er hatte sich mit der Erweiterung, also der Errichtung eines Neubaus auf dem Grundstück und der inneren Umgestaltung des Schwesternhauses beschäftigt. Passinka stellte auch ein selbst gebautes Modell dieser Einheit sowie ein Modell von Aisch vor.
Im Altbau könnte man eine Haushaltsbörse, eine altersspezifische Einheit und einen Jugendtreff schaffen sowie im Neubau zwei Appartements für junges Wohnen einplanen. Seine Ziele für den Mehrwert von Aisch sind das Anwerben von Bewohnern, die Planung eines Sehnsuchtsortes und das Schaffen von Kontaktpunkten.
Gemeinderat Tim Scheppe meinte: „Vincent ist ein super Ideengeber und alle Bürger sind jetzt aufgerufen positive Vorschläge beizusteuern und mitzuhelfen, Aisch zum Sehnsuchtsort zu machen.“
Die Zuhörer beschäftigte am Ende auch das Thema, wo man im Aischer Ortskern einen Platz der Begegnung schaffen könnte. „Alles sehr gute Ideen, aber diese in Bezug auf den Bestand sind nicht realisierbar“, so Gemeinderat Gerd Stingl. „Ein zentraler Platz, nämlich der Parkplatz nahe der Kirche, wäre eventuell kurzfristig machbar“, ergänzte er.
Fischkal bedankt sich bei Architekt für Ideen
Klaus Strienz, ehemaliger Lehrer am Gymnasium Höchstadt, bewertete die Vorstellung als sehr informativ. Der sozialgeografische Aspekt, nämlich der Wandel der Eigentümerstruktur, da die Häuserbauer zum Teil wegsterben, beschäftigte ihn sehr. Fischkal bedankte sich bei dem jungen Architekten. Dessen Arbeit werde für alle Interessierten einsehbar in nächster Zeit auf die Homepage der Gemeinde gestellt, sagt er.
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