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Nachruf
Ewald Münch ist gestorben: Er prägt Adelsdorf bis heute
Ewald Münch war 18 Jahre lang Bürgermeister von Adelsdorf.
Ewald Münch war 18 Jahre lang Bürgermeister von Adelsdorf. // Johanna Blum
Signet des Fränkischen Tags von Johanna Blum
Adelsdorf – Ewald Münch war von 1978 bis 1996 Bürgermeister von Adelsdorf. Er gab dem Ort seine Identität. Bis heute wirken sich seine Entscheidungen auf den Alltag der Menschen aus.

Ewald Münch, Träger des Bundesverdienstkreuzes am Band, der Heinrichsmedaille und des „Lichtblick-Preises“, ist am Dienstag nach einem langen, erfüllten und aktiven Leben im Klinikum Nürnberg-Süd verstorben. Er war fast zwei Jahrzehnte lang Bürgermeister von Adelsdorf. Seine Entscheidungen prägen die Gemeinde und den Alltag der Menschen dort bis heute.

Ewald Münch erlebt Zweiten Weltkrieg

Münch wurde am 13. Oktober 1929 geboren. Er war seit 1965 mit seiner Frau Irmgard verheiratet, zwei Kinder – Astrid und Pio – sind aus der Ehe hervorgegangen. Er war auch stolz auf seinen einzigen Enkel Paul. Als Kind und auch noch als Heranwachsender hat Münch die außerordentlich schwierige Zeit vor und vor allem während des Zweiten Weltkriegs sehr bewusst erlebt: Denn neben der zwangsweisen Einbindung in die Hitlerjugend musste er schließlich im Volkssturm in Bamberg, quasi als Kindersoldat, mitmachen.

Er wuchs dann in einer Zeit der Inflation, Währungsreform und großer Arbeitslosigkeit auf. Die Zukunft für einen Jugendlichen wie Münch mit 16 Jahren unmittelbar nach dem Krieg war sehr düster. Er besuchte sofort die sogenannte Aufbauschule im E.T.A-Hofmann-Gymnasium und das Internat Aufsessianum in Bamberg, legte 1948 die Mittlere Reife ab und absolvierte anschließend eine Lehre als Industriekaufmann in der Fortuna-Fabrik in Höchstadt.

Münch wird Bürgermeister von Adelsdorf

Bis zu seiner Wahl als Bürgermeister von Adelsdorf 1978 – mit nur vier Stimmen Vorsprung hatte er damals den SPD-Bürgermeister Alfons Trapp in der Abstimmung besiegt – war Ewald Münch in der Fortuna in Höchstadt in verschiedenen Aufgabenbereichen tätig. 30 Jahre lang arbeitete der Kommunalpolitiker in der gleichen Firma, zum Schluss war er Personalleiter mit Zuständigkeit und Verantwortung für etwa 400 Mitarbeiter tätig. Diese Treue zu einem Arbeitgeber war sicher auch Ausdruck einer persönlichen Einstellung, die seine Amtsführung als Bürgermeister von 1978 bis 1996 und sein ehrenamtliches Engagement ebenso geprägt hat wie sein Verhältnis zu den Bürgern.

Ewald Münch war von 1966 bis 1978 Mitglied im Gemeinderat, von 1978 bis 2002 Kreisrat, von 1975 bis 1982 CSU-Ortsvorsitzender und danach Ehrenvorsitzender, von 1968 bis 1986 Pfarrgemeinderatsmitglied und von 1982 bis 1994 Mitglied der Kirchenverwaltung St. Stephanus. Der Verstorbene zeigte sich immer stolz über seine Mitgliedschaft in 35 Vereinen, hier war er auch zehn Mal Ehrenmitglied und zwei Mal Ehrenvorsitzender.

Münch gründet Laufer Mühle mit

Ganz außergewöhnlich war sein Engagement nach seiner Amtszeit als Bürgermeister als Mitbegründer und Vorsitzender des Fördervereins für die Sozialtherapeutische Einrichtung Laufer Mühle. Als Vorsitzender des Fördervereins hat er es verstanden, zahlreiche Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens und viele Bürger der Gemeinde Adelsdorf für die Unterstützung dieser Einrichtung zu gewinnen und sie teilweise aktiv einzubinden. 1997 wurde Ewald Münch der „Lichtblick- Preis“ verliehen. Dieser Preis wird vom Fachverband freier Einrichtungen in der Suchtarbeit an Personen verliehen, die sich um die suchtkranken Menschen verdient gemacht haben.

Besondere Verdienste, die sich Ewald Münch als Bürgermeister um Adelsdorf erworben hat, sind beispielsweise der Ausbau sowie auch die Fortschreibung eines systematischen Vereinsfördermodells, der Bau der Umgehungsstraße und des sogenannten Aldi-Zubringers, die Errichtung einer Mehrzweckhalle für Schule und Vereine, der Erweiterungsbau der Volksschule, der Bau eines gemeindlichen, viergruppigen Kindergartens und der Kauf des Adelsdorfer Schlosses.

Beisetzung von Münch in St. Stephanus

Auch Dorferneuerungs- und Verschönerungsmaßnahmen in Adelsdorf, Aisch und Neuhaus, der Ankauf sowie der Tausch des Gebäudes für das jetzige Heimatmuseum und vorbereitendes Sammeln der Ausstellungsstücke, die Unterstützung der Sportvereine in Neuhaus, Aisch und Adelsdorf bei der Bereitstellung neuer sowie auch zusätzlicher Sportflächen, die Weiterentwicklung der Infrastruktur in der 1972 geschaffenen sogenannten Großgemeinde, vor allem in den Ortsteilen, war eine permanente, mit von ihm mit viel Engagement verbundene Aufgaben während seiner gesamten Amtszeit als Bürgermeister von Adelsdorf.

Auch noch im hohen Alter besuchte Ewald Münch die Jahreshauptversammlungen seiner vielen Vereine und war immer zur Stelle, wenn er gebraucht wurde. Die letzte Ehrung – der Altbürgermeister wurde zum Ehrenmitglied der Adelsdorfer Musikanten ernannt – am 6. November hat er trotz großer gesundheitlicher Probleme gerührt entgegengenommen. Ewald Münch wird am Freitag, 8. Dezember um 14 Uhr in St. Stephanus beigesetzt.

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