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Adelsdorf
Wegen Baustelle: Streit um Parkplätze am Gemeindezentrum
Parken darf auf dem Areal in Adelsdorf nur, wer das Gemeindezentrum besucht.
Parken darf auf dem Areal in Adelsdorf nur, wer das Gemeindezentrum besucht. // Britta Schnake
Signet des Fränkischen Tags von Britta Schnake
Adelsdorf – Gäste des evangelischen Gemeindezentrums beklagen, dass Anwohner ihre Autos auf Stellflächen der Kirche abstellen. Pfarrer Jens Arnold erklärt, warum er dagegen – vorerst – nicht vorgeht. Der Bürgermeister sieht sich nicht in der Pflicht und erklärt, warum eine Baustelle schuld ist. Wer nicht mehr so gut zu Fuß ist, muss nun hoffen, einen Parkplatz in der Nähe zu finden.

Gerlinde Ruhmann aus Buch engagiert sich gerne für ihre Kirche. Aus diesem Grunde findet man sie auch regelmäßig im evangelischen Gemeindezentrum in Adelsdorf, wo sie unter anderem an Gottesdiensten teilnimmt. Was sich allerdings schwierig gestaltet, da sie kaum einen Parkplatz findet. Womit sie wohl nicht allein ist.

Es würden ja auch Kinder und Jugendliche von außerhalb an Veranstaltungen teilnehmen, sodass es eigentlich angebracht sei den „Zubring- und Abholeltern“ freien Parkplatzzugang zu gewähren, erläutert Ruhmann in einem Schreiben an diese Zeitung. Problem nur: Dies sei derzeit nicht gewährleistet, schreibt sie weiter. 13 Parkplätze hält das Gemeindezentrum in der Kaspar-Lang-Straße vor, doch die sind meist zugeparkt. Oftmals mit Fahrzeugen, die dort gar nicht stehen dürfen, weist doch ein Schild extra daraufhin, dass die Parkplätze Besuchern des Gemeindezentrums vorbehalten sind.

Wer parkt auf Parkplätze am Gemeindezentrum?

Die momentanen Baumaßnahmen hätten das Problem verschlimmert, heißt es weiter. Pfarrer Jens Arnold bestätigt auf Anfrage, dass die Problematik bereits vor der Baumaßnahme vorhanden war. Die Maßnahme hätte die Situation nur zugespitzt, erklärt er. „Die Parkplätze werden von Anwohnern und deren Besuchern genutzt, was menschlich verständlich ist“, sagt Arnold.

Das evangelische Gemeindezentrum steht neben dem Parkplatz.
Das evangelische Gemeindezentrum steht neben dem Parkplatz. // Britta Schnake

„Dass der Bereich einzig für das Gemeindezentrum vorgesehen ist, wird dabei geflissentlich übersehen“, womit er auf das Schild anspielt, welches eindeutig zeigt, für wen die Parkplätze angedacht sind. „Es ist schon ein Ärgernis, dass gerade Senioren, die nicht gut zu Fuß sind, dort nicht parken können“, fügt er an. Man könne auch in den meisten Fällen unterscheiden, ob es sich bei den parkenden Fahrzeugen tatsächlich um Besucher handeln würde oder um Externe.

Absperrkette für Parkplätze am Gemeindzentrum

„Als Gemeindepfarrer bin ich bei Veranstaltungen immer früher dort, wo noch keiner da ist“ und auch zu dieser Zeit würden dort schon Fahrzeuge stehen. Das Areal sei auch zugeparkt, wenn keine Veranstaltung stattfindet, erklärt der Geistliche. Der Pfarrer spricht eine Absperrkette als mögliche Maßnahme an, ist aber nicht sicher, ob dadurch die Verkehrssicherheit beeinträchtigt werden könnte. Zudem besteht laut Arnold das Risiko, dass bei abgenommener Kette ein Fahrzeug unberechtigterweise abgestellt wird, dieses aber nach Ende einer Veranstaltung nicht einfach mit der Kette „eingesperrt“ werden dürfe.

Arnold wünscht sich, dass sich die Menschen, die ihr Fahrzeug dort einfach abstellen, was eben auch über Nacht passieren würde, mal in die Lage derer hineinversetzen, die den Parkplatz dort brauchen. „Wir haben im Kirchenvorstand die Lage vor Kurzem besprochen“, berichtet Pfarrer Jens Arnold. „Wir haben uns überlegt, dass wir konkrete Maßnahmen suchen, wenn die Baumaßnahmen vorbei sind.“ Auch bei der Polizei soll dann angefragt werden.

Fischkal weiß nicht von Streit um Parkplätze

Momentan sei man noch kulant, verweist er auf diejenigen, die unberechtigter Weise ihr Auto auf dem Parkplatz des Gemeindezentrums abstellen. Da es sich um ein Privatgrundstück handelt, welches sich somit nicht in Gemeindebesitz befindet, sind der Gemeinde Adelsdorf derzeit allerdings die Hände gebunden. Auf das Problem angesprochen, zeigt Bürgermeister Karsten Fischkal sich auch überrascht, sei der Gemeinde doch hiervon nichts bekannt. Dass es momentan aufgrund der Baumaßnahmen im Oberdorf zu Beeinträchtigungen kommt, sei ihm bewusst.

Viele Eltern bringe ihre Kinder zum Gemeindezentrum.
Viele Eltern bringe ihre Kinder zum Gemeindezentrum. // Britta Schnake

„Das ist die größte Baumaßnahme, die die Gemeinde Adelsdorf je durchgezogen hat, aber danach ist alles schick und schön“, erläutert er. Was die Parkplatzsituation am Gemeindezentrum betrifft, wolle man zeitnah mit Pfarrer Arnold einen Ortstermin vereinbaren, bei welchem auch die kommunale Verkehrsüberwachung mit ins Boot geholt werden solle. „Wir können aber nur beratend tätig werden“, unterstreicht Bürgermeister Fischkal erneut im Gespräch mit dieser Zeitung, dass es sich nicht um Gemeindeeigentum handelt, und bietet an, dass man gemeinsam nach einer Lösung suchen könne. Die letzte Entscheidung jedoch, gibt er zu bedenken, obliege der Kirche, welcher das Parkplatzgrunstück gehört.

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