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Es ist schon der dritte
Warum in Aisch überall Steine herumliegen
Der Sinnstein wurde am Eingangsbereich des Friedhofs in Aisch angebracht. Nun wurde er eingeweiht.
Der Sinnstein wurde am Eingangsbereich des Friedhofs in Aisch angebracht. Nun wurde er eingeweiht. // Johanna Blum
Signet des Fränkischen Tags von Johanna Blum
Aisch – Auf dem Friedhof in Aisch ist ein sogenannter Sinnstein aufgestellt und gesegnet worden. Es ist der dritte in der Gemeinde Adelsdorf nach Wiesendorf und Heppstädt – und weitere sollen folgen.

Vergangenheit ist Geschichte, Zukunft ist Geheimnis und jeder Augenblick ein Geschenk.

Dieser Spruch ist auf dem Sinnstein in Aisch zu lesen. Pfarrer Thomas Ringer und Pfarrer Jens Arnold segneten den Sinnstein im Eingangsbereich des Aischer Friedhofs – den dritten nach Wiesendorf und Heppstädt - zum Gedenken an das Jubiläum „900 Jahre Aisch“. Siggi Wolt als Vorsitzende des Kunstvereins und Ideengeberin der Sinnsteine sowie Mitglieder des Kunstvereins, Aischer, aber auch Laufer und Adelsdorfer waren anwesend.

Die Aischer Feuerwehr sorgte für die Beleuchtung. Bürgermeister Karsten Fischkal ging auf die 900-jährige Geschichte Aischs ein: Erstmals erwähnt wurde der Ort in einer Bamberger Urkunde 1123 – also genau vor 900 Jahren. Es war der Ministeriale Gotefrid von Eische, dessen wichtige Besitztümer als Dorfherr in Aisch Erwähnung finden.

Fischkal liest aus Ortsgeschichte von Aisch

Ab diesem Zeitpunkt gab es viele Herrschaften in Aisch wie Ritter Kratz, die Familie Haut, die Stiebars im 15. Jahrhundert oder der Truchsess von Pommersfelden. Später verkauften die Stiebars Aisch für 94.317 Gulden an die Schönborns. Im 18. Jahrhundert gab es in Aisch 62 Anwesen mit etwa 450 Einwohnern.

Pfarrer Jens Arnold, Pfarrer Thomas Ringer, Siggi Wolt und Bürgermeister Karsten Fischkal bei der Einwohnung in Aisch.
Pfarrer Jens Arnold, Pfarrer Thomas Ringer, Siggi Wolt und Bürgermeister Karsten Fischkal bei der Einwohnung in Aisch. // Johanna Blum

Vor 100 Jahren lebten in Aisch etwa 700 Menschen, heute sind es 1700. Fischkal zitierte aus dem Lexikon der Franken aus dem Jahr 1799: „Aisch (Ayische, Asch, Aschemum) mit Kirche, dann Mühle an der Aysch gelegen, Feldbau und Wieswachstum ist sehr gut. Die Schiferey ist herrschaftlich, der Fischfang in der Aysch erzielt jährlich einen großen Nutzen.“

Segnung des Sinnsteins

„Wenn ich mich besinne, wird der Augenblick zu einem Geschenk. Jetzt besinnen wir uns auf die Vergangenheit und sehen die Gegenwart in einem anderen Licht, denn meist sind wir mit unseren Gedanken weit voraus in der Zukunft und leben nicht im Augenblick. Wir sollen uns darauf besinnen, dass Gott da ist“, sagte Pfarrer Jens Arnold nach einer Lesung.

„Gott ist da, im Hier und Jetzt. Gott segne diesen Stein und wir dürfen dankbar in die Zukunft schauen“, betonte Pfarrer Thomas Ringer vor dem Segnen. Sinnsteine sind eine Idee der Vorsitzenden des Kunstvereins. Sie stehen an einem Ort, an dem man sich auch treffen kann – dann haben sie ihren Sinn erfüllt.

Fischkal sucht Geschenk für Aisch

„Alles macht einen Sinn, man muss ihn nur finden“, erklärte Siggi Wolt. Sinnsteine findet man in Norddeutschland öfter an Wegkreuzungen. „Unser Bürgermeister kam vor längerer Zeit auf mich zu. Er war auf der Suche nach einem Geschenk für den Ortsteil Aisch bezüglich der 900 Jahre Aisch. Es sollte einfach etwas Individuelles und nebenbei auch nicht so Kostspieliges sein“, so Siggi Wolt zu unserer Zeitung.

Etliche Besucher kamen zur Einweihung.
Etliche Besucher kamen zur Einweihung. // Johanna Blum

„Mach doch einfach Sinnsteine – sie geben Sinn. Steine sind immer anders und doch irgendwie gleich. Mit einem sinnigen, angemessenen Spruch doch sehr individuell“, riet sie dem Bürgermeister.

Sinnsteine für Geppstädt und Wiesendorf

In Wiesendorf (925 Jahre) wurde der erste Sinnstein nach dem Festgottesdienst beim Dorffest gesegnet. Heppstädt erhielt vor kurzem auch einen Stein zur 850-Jahr-Feier. Da die Idee so gut ankam, hat Wolt im Auftrag des Bürgermeisters noch zwei Steine für die Partnerschaftsjubiläen Adelsdorf – Uggiate Trevano (25 Jahre) und Adelsdorf – Feldbach (15 Jahre) ausgesucht und mit von ihr ausgewählten Sprüchen bedacht.

Die Edelstahlplatten für die Steine werden immer nach Wolts Entwurf von der Firma M3-Lasercut in Adelsdorf erstellt und gesponsert. Im Anschluss an die Segnung lud Pfarrer Ringer alle in die Aischer Kirche zum gemeinsamen Gottesdienst ein.

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