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Gema zehnmal teurer
Sind die Weihnachtsmärkte in ERH in Gefahr?
Weihnachtsmarkt Höchstadt
Explodierende Gema-Gebühren bedrohen die Weihnachtsmärkte in der Region, hier im Bild der in Höchstadt. // Ronald Rinklef
Der Lebendige Adventskalender, hier in einem vergangenen Jahr zu sehen, ist der Höhepunkt des Weihnachtsmarkts in Herzogenaurach.
Der Lebendige Adventskalender, hier in einem vergangenen Jahr zu sehen, ist der Höhepunkt des Weihnachtsmarkts in Herzogenaurach. // FT-Archiv
Höchstadt a. d. Aisch – Die Kosten für die Beschallung der Weihnachtsmärkte in der Region sind regelrecht explodiert. In Adelsdorf möchte man sich die Schlossweihnacht deswegen nicht vermiesen lassen. In Herzogenaurach sind die Probleme weniger schlimm.

„Wir lassen uns unsere Adelsdorfer Schlossweihnacht von der Gema nicht kaputt machen“, sagt Bürgermeister Karsten Fischkal (FW) zu der überraschenden Anhebung der Gebühren, die die Gema von den Kommunen auch für Festivitäten wie Weihnachtsmärkte verlangt. Kam Adelsdorf im vergangenen Jahr noch mit rund 100 Euro davon, berechnet die weltweit agierende „Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte“ jetzt 1100 Euro Gebühren für die Schlossweihnacht am 2. und 3. Dezember.

Wie Fischkal erklärt, hätte die Gemeinde die Kosten im Notfall auch übernommen, schließlich will man auf weihnachtliche Klänge bei der stimmungsvollen Veranstaltung im Schlosshof nicht verzichten. Jetzt sei es aber gelungen, mit der Sparkasse Erlangen-Höchstadt-Herzogenaurach einen Sponsor zu finden, der die Gema-Gebühren für Adelsdorf übernimmt. Die auf dem Markt vertretenen Vereine werden also nicht zur Kasse gebeten.

Die Gebühren steigen so gut wie allerorten, weil die Gema jetzt die gesamte Veranstaltungsfläche für die Berechnung heranzieht, nicht mehr allein den Bereich vor der Bühne. 

Musik umrahmt in Adelsdorf das Programm der Schlossweihnacht. Zwei Schmiede zeigten letztes Jahr ihr Können.
Musik umrahmt in Adelsdorf das Programm der Schlossweihnacht. Zwei Schmiede zeigten letztes Jahr ihr Können. // Johanna Blum

Deswegen die Fläche für den Weihnachtsmarkt im Adelsdorfer Schlosshof verkleinern wollte der Bürgermeister aber auf keinen Fall. „Man muss es wohl Kostenexplosion nennen“, stellt Fischkal fest und tröstet sich damit, dass andere Kommunen viel stärker betroffen sind.

Nürnberger Christkindlesmarkt: Gema-Gebühren steigen drastisch

Die Gema selbst präsentiert auf ihrer Homepage eine Beispielberechnung für den Dresdener Striezelmarkt. Bei den Sachsen werden (statt bislang rund 4000 Euro) dieses Jahr 50.688 Euro Gebühren für die Musikberieselung fällig. Noch dramatischer gestaltet sich die Erhöhung beim berühmten Nürnberger Christkindlesmarkt: In der Frankenmetropole soll die Gema-Gebühr von 1500 auf rund 29.000 Euro steigen: fast 20 Mal so viel!

Beim Weihnachtsmarkt in Herzogenaurach wirkt sich die Erhöhung der Gema-Gebühren hingegen nur minimal aus, erläutert Stadtmarketingchefin Judith Jochmann. Das liege daran, dass die Bühnenfläche und Veranstaltungsfläche nahezu identisch sind.

Als Bühnenfläche wird derjenige Bereich betrachtet, der von der Bühne beschallt wird, also in erster Linie der Marktplatz. Der Weihnachtsmarkt findet auf diesem Marktplatz sowie auf einer angrenzenden Fläche am Alten Rathaus in der Hauptstraße statt.

Der „Lebendige Adventskalender“ konzentriert sich auf den Marktplatz. Das unterscheidet Herzogenaurach laut Jochmann von größeren Städten mit stattlichen Weihnachtsmärkten, die sich oft über große Flächen in der Innenstadt und mehrere Bühnen ziehen.

Lebendiger Avdentskalender bei Weihnachtsmarkt in Herzogenaurach

Für solch große Märkte sei die Gema-Erhöhung echt ein Problem, sagt die Leiterin fürs Stadtmarketing im Herzogenauracher Rathaus. Hier würden sich die Gebühren für die Musik um ein Vielfaches erhöhen.

Der „Lebendige Adventskalender“ und der Weihnachtsmarkt werden auch heuer wie gewohnt angeboten. Alle Türchen seien vergeben, das Angebot beinhalte wieder einen bunten Mix.

Auch Kindergärten seien dabei, ebenso wie Kunstdarbietungen von außerhalb. Und die Planung für den Weihnachtsmarkt sei quasi fertig.

Weinachtsmarkt Höchstadt: Planung bei Bürgermeister

Das Programm wird von der Stadt rechtzeitig vorgestellt. In Höchstadt obliegt die Organisation des Weihnachtsmarkts dem Stadtmarketing und Bürgermeister Gerald Brehm (JL).

Wie sich die Erhöhung der Gebühren auf die Veranstaltung auswirkt, war nicht Erfahrung zu bringen. Weder der Leiter des Stadtmarketings Thomas Oppelt, noch der Rathauschef waren bis Redaktionsschluss erreichbar.

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