Die Adelsdorfer Feuerwehr sucht ein neues Zuhause und dies nicht erst seit gestern. Bereits vor zehn Jahren zeichnete sich ab, dass es mit dem Gebäude in der Hauptstraße, in welchem die Wehr seit 1976/77 untergebracht ist, so nicht weitergehen kann.
Nach einer Besichtigung des arg in die Jahre gekommenen Baus durch die Mitglieder des Gemeinderates war klar, dass umfangreiche Sanierungsmaßnahmen notwendig sein würden, nach einer intensiven Prüfung jedoch kam man zu dem Schluss, dass eine Sanierung ein Fass ohne Boden wäre. 2015 nahm man sich des Problems erneut an, wobei drei Möglichkeiten zur Wahl standen: Sanierung, Neubau an alter Stelle oder Neubau an neuer Stelle.
Drei Jahre später wurde im Gemeinderat ein Neubau an der alten Stelle beschlossen. Jedoch forderte der damalige Zweiter Kommandant Rainer Hubert eine „Zukunftsfähigkeit“ des alten Standortes.
Dieser Begriff sollte einem Mantra gleich zur Grundlage dessen werden, was folgte. Nach der Wahl der neuen Kommandanten Alexander Triebel und Marcus Dangel im Jahr 2019 wurde laut Bürgermeister Karsten Fischkal der Prozess neu überdacht und an „allen Ecken und Enden“ von Adelsdorf nach einem Alternativgrundstück gesucht.
Neues Feuerwehrhaus: Alarmsicherheitsfaktor entscheidend
Fündig wurde man nun zehn Jahre nach der ersten Begehung der Wehr an der ERH 16/Industriestraße, vis à vis der Oldtimer-Fachwerkstatt. Ein Standort innerorts ist zwar für viele Feuerwehrkräfte besser erreichbar, dennoch zeigt laut Fischkal eine Berechnung, dass der Standort Hauptstraße und der nun angepeilte Standort an der ERH 16 den gleichen Alarmsicherheitsfaktor haben.
„Drinnen ist es eine 1+, hier wäre es eine 1-, aber wir sind hochgradig zufrieden“, brachte Erster Kommandant Andreas Triebel es bei der Besichtigung des Areals durch Mitglieder des Gemeinderates sowie der Wehr auf den Punkt. „Die alte Feuerwehr steht im Hochwasserproblemgebiet. Beim letzten Hochwasser 2021 haben nur fünf Zentimeter gefehlt, dann wären wir abgesoffen.“
Untergebracht werden müssen vier Großfahrzeuge, drei Kleinfahrzeuge und ein Anhänger sowie 60 bis 70 aktive Mädels und Jungs der Feuerwehr. Kein Problem bei dem 1,1 Hektar großen Gelände, welches sich bereits im Eigentum der Gemeinde befindet. Im Vergleich zu den jetzigen 3500 Quadratmeter ist das sehr viel mehr Platz.
„Die europaweite Ausschreibung für die Planungsleistung hat bereits begonnen“, so Fischkal. Wenn alles glatt geht, könnte 2025 bereits Baubeginn sein, die Fertigstellung ist dann für 2026 vorgesehen.
Dann stellt er klar: „Das ist nur für die Feuerwehr! Da kommt kein BRK mit rein, kein THW, kein ADAC-Abschleppdienst.“ Zukunftsfähig wäre dieser Bau dann allemal, böte er doch ausreichend Platz für einen Anbau, so denn erforderlich.
Auch wird laut Fischkal nicht kurzfristig für zehn bis 15 Jahre geplant, sondern für die nächsten 50 bis 60 Jahre. „Adelsdorf ist gewachsen, das stellt auch andere Ansprüche an die Feuerwehr.“
Für die neue Wehr vorgesehen sind im Haushalt momentan sieben Millionen Millionen Euro. „Das muss wohl noch nach oben korrigiert werden“, prophezeit Fischkal, rechnet er doch mit Gesamtkosten in Höhe von zehn bis zwölf Millionen Euro.
Zweite Zufahrt für neues Feuerwehrhaus
„Heroldsberg baut momentan auch ein neues Feuerwehrgerätehaus“, berichtet er. Für Dienstag heute ist aus diesem Grund eine Info-Fahrt nach Heroldsberg geplant, um sich das mal genauer anzuschauen.
Nach zehn langen Jahren mit einer „Tropfsteinhöhle“ im Haus und Problemen an allen Ecken und Enden, ist nun endlich Licht am Ende des Tunnels und eine zukunftsfähige Feuerwehr in Sicht. Geplant ist, die Ausfahrt zur ERH 16 hin anzulegen, die Zufahrt zum Gelände hingegen würde über die Industriestraße erfolgen.
Das gäbe im Vergleich zum jetzigen Zustand von nur einer Einfahrt eine Zeitersparnis von ein paar Sekunden, bis die Fahrzeuge auf der Straße sind. Sekunden nur, aber auch ein paar Sekunden vermögen vielleicht ein Leben mehr zu retten.
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