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Herz für Kinder und Senioren
Ukrainischer Flüchtlingshelfer erhält Herzogenauracher Preis
Veit Götz und Adriane Steege überreichen in Herzogenaurach die Statue an Anatolii Roshynets.
Veit Götz und Adriane Steege überreichen in Herzogenaurach die Statue an Anatolii Roshynets. // Richard Sänger
Signet des Fränkischen Tags von Richard Sänger
Herzogenaurach – Eine große Ehre für einen außergewöhnlichen Helfer: Anatolii Roshynets, der sich unermüdlich für ukrainische Kriegsflüchtlinge einsetzt, wird ausgezeichnet.

In der „Bierfabrik Höhn“ ist die 23. Bürgerwilma an Anatolii Roshynets verliehen worden. Die Laudatio hielt Uschi Schmidt, Mitglied des Leitenden Kreises der Flüchtlingsbetreuung.

Anatolii Roshynets kam bereits 2002 aus der Ukraine nach Deutschland, gründete eine Familie und fand einen sicheren Arbeitsplatz. Dann kam der 22. Februar 2022 und Anatolii Roshynets musste sich entscheiden: Im sicheren Deutschland bleiben, oder zurück in die Heimat und sich der Armee anschließen? Die Entscheidung wurde ihm abgenommen, denn bereits eine Woche nach Beginn des Krieges kamen Kriegsflüchtlinge auch nach Franken.

Einsatzgebiet erweitert

Kinder wurden zu Waisen und Menschen hatten ihr Zuhause verloren. Und Anatolii half sofort seinen Landsleuten, kümmerte sich um eine Unterkunft in ganz Franken. Er begleitete die Geflüchteten als Dolmetscher zu den Behörden, und als sich die Gesetze änderten und sich Geflüchtete aus der Ukraine erst in Zirndorf melden mussten, gab es neue Probleme. Er musste sein Einsatzgebiet erweitern, Besuche beim Jobcenter und Ausländerämtern und insbesondere bei den Jugendämtern gehörten nun dazu.

Ein besonderes Herz bewies er für Kriegsopfer, Schulen, Kinder- und Seniorenheime und Krankenhäuser in seiner früheren Heimat. Er schloss sich der Organisation „Franken hilft Ukraine“ an.

Hilfsgüter warten auf Transport

„Ich lege größten Wert darauf, dass Alten- und Pflegeheime sowie ältere hilfsbedürftige Menschen bedacht werden, denn in der Ukraine fallen viele ältere Menschen durch das Raster“, erzählt Roshynets. Aber auch Kinder- und Waisenhäuser stehen auf seiner Liste, denn unter dem Krieg leiden Kinder und ältere Menschen besonders. Wegen der fehlenden Finanzierung seien aber weitere Transporte gefährdet, erklärte er.

Der FT berichtete bereits über Sattelzüge, die in Fürth, Herzogenaurach und Nürnberg beladen wurden und zum Teil direkt ins Kriegsgebiet fuhren. In Herzogenaurach warten immer noch Hilfsgüter auf einen Transport in die Ukraine. Denn Anatolii Roshynets ist gut vernetzt und hat Kontakte direkt ins Kriegsgebiet. So arbeitet er mit einem Team in der Ukraine vor Ort zusammen und er erfährt täglich neu den Bedarf an Hilfsmitteln. Diese können so zielgerichtet befördert werden.

Geldspenden lassen nach

Allerdings müssen diese auch transportiert werden, die Fahrer müssen ortskundig sein und die Transporte müssten in der Ukraine meist öffentliche Straßen meiden. Aber ein Transport koste mindestens 2000 Euro und die Geldspenden hätten nachgelassen. So sammle er Spenden von Transport zu Transport.

Zur Verleihung der Bürgerwilma begrüßten die Ortsverbandssprecher Veit Götz und Adriane Steege unter anderem auch den Bundestagskandidaten Paulus Guter, den Landtagsabgeordneten Christian Zwanziger und die Sprecher des Kreisverbandes, Patrizia Eliani Siontas und Manfred Bachmayer.

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