0
Bauherr hofft weiter
Höchstadt: Zu wenig Parkplätze für Neubau sorgen für Eklat
Auf diesem Grundstück in der Heuberger Straße in Höchstadt ist ein Haus mit drei Wohnungen und sechs Stellplätzen geplant. Den vorgeschriebenen siebten Stellplatz wollten die Bauherren ablösen. Der Bauausschuss lehnte ab und verlangt sieben Plätze auf dem 500-Quadratmeter-Grundstück.
Auf diesem Grundstück in der Heuberger Straße in Höchstadt ist ein Haus mit drei Wohnungen und sechs Stellplätzen geplant. Den vorgeschriebenen siebten Stellplatz wollten die Bauherren ablösen. Der Bauausschuss lehnte ab und verlangt sieben Plätze auf dem 500-Quadratmeter-Grundstück. // Andreas Dorsch
Höchstadt a. d. Aisch – Stadträte in Höchstadt verhindern ein Mehrfamilienhaus. Streitpunkt ist die Anzahl der Parkplätze davor. Doch der Bauherr gibt die Hoffnung, seiner Familie ein neues Heim zu geben, noch nicht auf.

Da reißt eine Familie in einem alten Höchstadter Baugebiet ihr Elternhaus weg, möchte für die Nachkommen ein neues Dreifamilienhaus errichten, reicht die Baupläne mit sechs auf dem nur 500 Quadratmeter großen Grundstück ausgewiesenen Stellplätzen ein und hofft, dass der Bauausschuss des Stadtrats grünes Licht gibt. Vergebens. Der Mehrheit des Ausschusses waren dieser Tage sechs Stellplätze auf dem kleinen Grundstück in der Heuberger Straße zu wenig. Da half es auch nicht, dass die Verwaltung samt Bürgermeister Gerald Brehm (JL) den Ausschussmitgliedern empfahl, der alteingesessenen Höchstadter Familie neben einigen anderen Befreiungen vom Bebauungsplan auch bei den Stellplätzen entgegenzukommen.

Nach der neuen Stellplatzverordnung müssen pro Wohnung zwei Stellplätze auf dem Grundstück nachgewiesen werden, dazu auch noch ein sogenannter Besucherstellplatz. Für den Besucherstellplatz hatten die Bauherren den Antrag gestellt, diesen gegen die Zahlung einiger Tausend Euro an die Stadt abzulösen. Eine Praxis, die über Jahrzehnte in Höchstadt an der Tagesordnung war, auch in einer Zeit, in der nur 1,5 Stellflächen pro Wohnung auf dem Grundstück nachgewiesen werden mussten. Das so eingenommene Geld investierte die Stadt in öffentliche Parkplätze.

Exner und Schulz in Höchstadt gegen Parkplätze

Mit dieser Praxis scheint es aber jetzt in Höchstadt vorbei zu sein. Jeanette Exner (JL), Alexander Schulz (CSU) und Irene Häusler (JL) meldeten sich nacheinander mit einer klaren Haltung zum Thema Stellplätze zu Wort. Sie plädierten dafür, dass jetzt alle vorgeschriebenen Stellplätze auf dem Grundstück nachgewiesen werden müssen, Ausnahmen wollten sie nicht mehr zulassen. Die Mehrheit des Ausschusses schloss sich ihrer Meinung an. Die Pläne für das Haus selbst segnete der Bauausschuss allerdings ab.

Auch alle Nachbarn hatten übrigens die Planung unterschrieben. Die Bauherren, die in der Sitzung anwesend waren, verstehen nun die Welt nicht mehr. Sie hatten die Planung für ihren Neubau schon mehrmals überarbeitet, um auf dem nur 500 Quadratmeter großen Grundstück wenigstens noch sechs Stellplätze für die drei Wohnungen unterzubringen. Dass es für den Besucherstellplatz plötzlich keinen Ablösevertrag mehr geben soll, können sie nicht nachvollziehen. Da bleibt ihnen vorerst nur die Hoffnung auf die Genehmigungsbehörde Landratsamt, wo endgültig über die Planung entschieden wird.

Parkplätze in Höchstadt abgelehnt

Die Stadt kann zu den Plänen nur eine Stellungnahme abgeben. Mit dem gleichen Problem sieht sich ein anderer Bauherr konfrontiert, der in der Pfarrer-Eckert-Straße in Etzelskirchen nach dem Abriss eines alten Anwesens sechs Wohnungen errichten möchte. Weil hier kleinere Wohnungen dabei sind, muss er nur neun Stellplätze auf dem Grundstück nachweisen.

Platz für sieben Stellflächen ist vorhanden, die zwei fehlenden wollte auch er ablösen, weil das Grundstück mehr nicht hergibt. Die Verwaltung empfahl den Räten auch hier, das „gemeindliche Einvernehmen“ zu erteilen und einem Stellplatz-Ablösungsvertrag zuzustimmen. Die Mehrheit im Ausschuss lehnte ab, auch weil die Räte in der näheren Umgebung keine Möglichkeit sehen, auf öffentlichen Flächen Autos zu parken.

Lesen Sie auch: 

Inhalt teilen
  • kopiert!