Weiterhin völlig ungewiss ist die Zukunft der Galster-Villa in der Rothenburger Straße in Höchstadt. Das 1908 vom damaligen Krankenhaus-Chefarzt errichtete Jugendstil-Bauwerk steht unter Denkmalschutz und zählt zweifellos zu den schönsten Gebäuden in Höchstadt. Das Haus mit elf Zimmern auf 312 Quadratmetern Wohnfläche wird seit Jahrzehnten nicht mehr bewohnt und wurde vom Zahn der Zeit schon kräftig angenagt. Eigentümer ist seit 1977 der Landkreis, der es jetzt auf dem Immobilen-Portal der Sparkasse zum Verkauf anbietet.
Seinen Namen hat das Anwesen auf dem 2000 Quadratmeter großen Grundstück vom ehemaligen Höchstadter Schuhfabrikanten Galster, der es lange bewohnte. In seiner wechselvollen Geschichte war die Galster-Villa nicht nur Drehort für Spielfilme, sondern in den vergangenen Jahren auch Lager für das benachbarte Krankenhaus. Wie Landratsamt-Pressesprecherin Stephanie Mack auf Anfrage dieser Zeitung mitteilte, wurde die Immobilie einst als „potenzielle Erweiterungsfläche für das benachbarte Kreiskrankenhaus St. Anna“ erworben. Dabei sei es um das Grundstück und nicht um das Gebäude gegangen. Villa und Nebengebäude seien damals schon „in einem sehr baufälligen Zustand“ gewesen.
Galster-Villa in Höchstadt auf Denkmalschutzliste
Auf Initiative der Stadt Höchstadt wurde das Jugendstilgebäude 2013 in die Denkmalschutzliste aufgenommen. Damit konnte der Landkreis Überlegungen einstellen, das Grundstück als Erweiterungsfläche fürs Krankenhaus zu nutzen. Bemühungen der Stadt, die Villa samt Grundstück günstig zu erwerben, führten zu keinem Erfolg. Jetzt bietet der Landkreis das Anwesen zum Mindestgebot von 650.000 Euro am Markt an. Der Höchstbietende soll den Zuschlag bekommen.
Wer die schmucke Villa erwirbt, geht automatisch auch die Verpflichtung ein, das Bauwerk zu erhalten. Der Denkmalschutz untersagt einen Abriss. Pressesprecherin Mack: „Eine notwendige Sanierung und spätere Nutzung hat in enger Abstimmung mit den zuständigen Stellen zu erfolgen.“ Im Landratsamt hofft man nun, einen Käufer zu finden, der dem Haus wieder Leben einhaucht. Überlegungen zur Nutzung seien zwar angestellt, aber nicht weiter verfolgt worden.
Galster-Villa in höchstadt nicht barrierefrei
Eine kostspielige Sanierung wäre Voraussetzung gewesen. „Weiterhin ist das Gebäude aufgrund der Zimmeraufteilung, fehlender Barrierefreiheit, usw. auch für eine öffentliche Nutzung durch den Landkreis nicht geeignet gewesen“, teilt Stephanie Mack mit. Alternativen zu einem Verkauf sieht man im Landratsamt derzeit nicht.
Die müsste man aber „zu gegebener Zeit“ suchen, sollte sich kein Käufer finden. Da das „Veräußerungsverfahren“ gerade erst begonnen hat, sind alternative Überlegungen noch kein Thema. Ein bewusstes „Verfallen lassen“ der Immobilie komme laut Pressesprecherin Mack für den Landkreis Erlangen-Höchstadt jedenfalls nicht in Betracht.
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