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Standortentscheidung vertagt
Buhlen um neues Gymnasium im Landkreis ERH geht weiter
Der Erweiterungsbau des Gymnasiums Höchstadt soll zum kommenden Schuljahr bezogen werden. Von den 21,3 Millionen Euro Gesamtkosten muss der Kreis nur 4,3 Millionen übernehmen.
Der Erweiterungsbau des Gymnasiums Höchstadt soll zum kommenden Schuljahr bezogen werden. Von den 21,3 Millionen Euro Gesamtkosten muss der Kreis nur 4,3 Millionen übernehmen. // Andreas Dorsch
Signet des Fränkischen Tags von Andreas Dorsch
Erlangen-Höchstadt – Wo das fünfte Gymnasium in Erlangen-Höchstadt errichtet werden soll, ist weiterhin offen. Die Regierung verlangt vorher noch wichtige Angaben vom Landkreis. So geht es weiter.

Eigentlich wollte der Schulausschuss des Kreistags Erlangen-Höchstadt in seiner jüngsten Sitzung eine Standortentscheidung darüber treffen, wo das fünfte Gymnasium des Landkreises gebaut werden soll. Die Entscheidung musste aber vertagt werden. Die Ministerialbeauftragte für die Gymnasien in Mittelfranken fordert vom Landkreis noch weitere Unterlagen und Prognosen, bevor eine Zustimmung zu den Plänen erfolgt.

Somit darf man sich in Adelsdorf, Weisendorf, Hannberg und Großenseebach weiterhin Hoffnungen auf ein Gymnasium machen. Die drei Gemeinden aus dem Seebachgrund haben zwar jeweils eigene Bewerbungen abgegeben, gemeinsames Ziel ist aber, die Schule auf jeden Fall in den Seebachgrund zu bekommen. „Wir wollen lieber jetzt nacharbeiten und unsere Pläne dann vorlegen“, sagte Landrat Alexander Tritthart (CSU) in der Sitzung.

Konkretes Grundstück benennen

So reiche es beispielsweise nicht aus, nur einen Ort anzugeben, in den das Gymnasium kommen soll. Vielmehr müsste ein konkretes Grundstück benannt werden. Nachgearbeitet werden müsse auch bei den Kriterien „Entlastungswirkung auf Bestandsgymnasien, dauerhafte Sicherung des neuen Standorts und Gefährdung bestehender Standorte“.

Schülerzahlen der umliegenden Gymnasien

Die Ministerialbeauftragte fordert unter anderem noch Daten über die Entwicklung der Schülerzahlen der umliegenden Gymnasien aus den letzten zehn Jahren und ein Gutachten über die prognostizierte Schülerzahlentwicklung über das Jahr 2040 hinaus. Auf Basis der Einwohnerdaten von 2023 hatte die Kreisverwaltung eine Schulbedarfsprognose bis 2040 erstellt. Jetzt wurde ein Institut beauftragt, den Bedarf bis 2045 zu erheben.

Landkreis Bamberg: Gymnasium in Hirschaid

In die Entscheidung über ein fünftes Gymnasium in Erlangen-Höchstadt einfließen dürfte auch der Beschluss des Landkreises Bamberg, in Hirschaid ein Gymnasium zu errichten. Landrat Tritthart rechnet damit, dass es am Gymnasium Höchstadt bei den Schülern aus dem Raum Pommersfelden zu Verschiebungen kommen könnte. Die werden bisher am Gymnasium Höchstadt unterrichtet.

Im Landratsamt will man jetzt die geforderten Daten erheben und dann in der Standortentscheidung einen neuen Versuch starten. Gymnasien unterhält der Landkreis Erlangen-Höchstadt bereits in Höchstadt, Herzogenaurach, Spardorf und Eckental.

Landkreis Erlangen-Höchstadt Träger von 14 Schulen

Insgesamt ist der Kreis Träger von 14 Schulen. Dazu zählen Förderschulen ebenso wie weiterführende und berufliche Schulen. In einigen von ihnen laufen derzeit Erweiterungs- oder Sanierungsmaßnahmen. Mit knapp 60 Millionen Euro ist im November die teuerste Baumaßnahme des Landkreises angelaufen: die Erneuerung des Gymnasiums Spardorf.

Erweiterungsbau am Gymnasium Höchstadt

Voll im Zeit- und Kostenplan liege laut Landrat Tritthart der Erweiterungsbau am Gymnasium Höchstadt. Durch die Wiedereinführung des G9 wurde die Erweiterung nötig und wird auch kräftig bezuschusst. Von den veranschlagten 21,3 Millionen Kosten verbleibt für den Landkreis ein Eigenanteil von lediglich 4,3 Millionen. Nach den kommenden Sommerferien soll der Bau bezogen werden.

Sportanlage Realschule Herzogenaurach 

Investiert wird derzeit auch in die Generalinstandsetzung der von der Realschule Herzogenaurach genutzten Außensportanlage, die der Turnerschaft Herzogenaurach gehört. Ferner in die Teilsanierung und den Umbau des naturwissenschaftlichen Bereichs am Herzogenauracher Gymnasium und in die Erweiterung des Gymnasiums Eckental. Hier wird gerade auch geprüft, ob der Bau eines Schulschwimmbades möglich wäre. Kräftig investiert wird schließlich noch am Berufsschulstandort Herzogenaurach.

Für ein „zukunftsweisendes Lernumfeld“ sind in einem ersten Bauabschnitt 5,3 Millionen Euro veranschlagt. Auch hier liege man voll im Zeit- und Kostenplan, stellte Tritthart fest. Bei den anstehenden Baumaßnahmen profitiere man aktuell von der „wirtschaftlichen Schieflage unseres Landes“. Bei den Ausschreibungen würden bessere Ergebnisse erzielt als veranschlagt.

Schulhaushalt für 2025 zugestimmt

Den Ausschussmitgliedern fiel es schließlich leicht, dem Kreistag zu empfehlen, dem von der Verwaltung vorgelegten Schulhaushalt für 2025 zuzustimmen. 24,5 Millionen Euro sollen im nächsten Jahr in die Schulen und deren Ausstattung investiert werden. Weitere 21,3 Millionen umfasst der Verwaltungshaushalt, wovon der Kreis 14,3 Millionen selbst tragen muss. Insgesamt werden im laufenden Schuljahr 8231 Schüler an Landkreisschulen unterrichtet, 27 mehr als im Vorjahr.

Unter anderem berichtete Tritthart in seinen Ausführungen zum Schulhaushalt von einem deutlichen Anstieg bei den Kosten für die Schülerbeförderung um 480.000 Euro. Um die Schüler zu ihren Schulen zu bringen, gibt der Landkreis im kommenden Jahr 1,5 Millionen Euro aus. Eine erstklassige Schulbildung habe im Landkreis eine hohe Priorität, sagte Tritthart. Mit den Investitionen ermögliche man „die Rahmenbedingungen für eine sehr gute Schulausbildung“.

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