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Noch ist alles eine Vision
QR-Codes und Mini-Teiche: Wie Höchstadt Touris anlocken will
Für das Areal der Alten Schranne in der Innenstadt von Höchstadt ist die Diskussion über die Einrichtung eines Teichkulturzentrums angelaufen. Ins Gasthaus, den Biergarten und den Anbau (ganz rechts) soll wieder Leben einziehen.
Für das Areal der Alten Schranne in der Innenstadt von Höchstadt ist die Diskussion über die Einrichtung eines Teichkulturzentrums angelaufen. Ins Gasthaus, den Biergarten und den Anbau (ganz rechts) soll wieder Leben einziehen. // Andreas Dorsch
Höchstadt a. d. Aisch – Ein neuer Rundgang durch die historische Altstadt und ein Teichkulturzentrum sollen Höchstadt für Touristen attraktiver werden lassen. Wie die Pläne verwirklicht werden sollen.

Ein Tourist aus dem Sauerland kommt auf seiner Fahrradtour durch Franken in Höchstadt an. Im Gasthaus Alte Schranne wird ihm ein köstlicher gebackener Karpfen serviert. Anschließend erlebt er zusammen mit einer Reisegruppe aus dem Allgäu im Alte-Schranne-Biergarten Teichwirtschaft im Miniformat. Nach der Übernachtung im zum Gasthaus gehörenden Fremdenzimmer startet er am nächsten Tag einen historischen Altstadtrundgang, für den er sich im Internet einige von 35 beschriebenen Stationen ausgesucht hat.

Stadtmarketing plant Teichkulturzentrum für Höchstadt

Eine Vision? Noch. Aber es gibt bereits konkrete Vorstellungen, wie das alles Realität werden könnte. Der in den vergangenen acht Jahren fürs Stadtmarketing zuständige Thomas Oppelt stellte den Stadträten in ihrer Sitzung am Montagabend ein Konzept vor, um die Höchstadter Innenstadt attraktiver und belebter zu machen. Im Zentrum steht das inzwischen schon länger wieder leerstehende Gasthaus Alte Schranne unweit des Stadtturms. Das Anwesen, zu dem auch Fremdenzimmer in einem Anbau und ein Biergarten im Hof gehören, ist im Eigentum der Stadt. Über Nutzungsmöglichkeiten wurde schon öfter diskutiert, für kurze Zeit war auch ein italienisches Restaurant darin untergebracht.

Durch Höchstadts Altstadt kann man sich führen lassen, wie hier von einer Nachtwächterin. Bald sollen Touristen die Altstadt zudem anhand von QR-Codes erkunden können.
Durch Höchstadts Altstadt kann man sich führen lassen, wie hier von einer Nachtwächterin. Bald sollen Touristen die Altstadt zudem anhand von QR-Codes erkunden können. // Klaus Strienz, Archiv

Oppelt könnte sich auf dem Anwesen gut ein Teichkulturzentrum vorstellen und die gesamte Fläche „multifunktional nutzen“. Neben der Gaststätte im Erdgeschoss des ehemaligen Hotels könnten Ausstellungs- und Veranstaltungsräume eingerichtet werden, in der Besucher alles über Teichwirtschaft und Karpfenzucht erfahren. Dazu kleine Demo-Teiche im Biergarten, Fremdenzimmer mit Karpfen-Modellen über dem Bett und kleinen Aquarien. „Der alte Charme des Hauses sollte dabei erhalten bleiben“, sagt Oppelt.

Schon konkreter sind die Planungen für einen historischen Altstadtrundgang. Christian Plätzer, Gymnasiallehrer und Leiter des Heimatmuseums, will mit einer Gruppe Ehrenamtlicher das Projekt starten, um Einheimischen und auch Besuchern „die Geschichte der Höchstadter Altstadt zugänglicher zu machen“. Auf einer Online-Plattform wollen die Akteure historische Inhalte für zunächst 35 Stationen präsentieren. Neben Flyern sollen an den Stationen Erklärungstafeln und QR-Codes Auskunft geben. Christian Plätzer schwebt vor, nach und nach die Geschichte aller älteren Häuser zu erforschen, um dann ein Online-Lexikon der gesamten Altstadt anbieten zu können.

Probleme mit Gastronomie in Höchstadt

Wie Bürgermeister Gerald Brehm (JL) berichtete, hätten sich schon drei Interessenten gemeldet, die die Alte Schranne wieder nutzen möchten. In einem Stadtratsausschuss will man sich damit näher befassen. CSU-Sprecher Alexander Schulz wunderte sich, dass jetzt schon ein zweites Konzept für die Alte Schranne diskutiert werden soll, wo das erste noch nicht umgesetzt ist. Zweiter Bürgermeister Günter Schulz (JL) sieht das Hauptproblem in Höchstadt „in der fränkischen Gastronomie, die am Boden liegt“. Zum Thema historischer Altstadtrundgang merkte er an, dass man die schon laufenden historischen Stadtführungen ebenso einbinden sollte wie die historischen Schauspiele der Theatergruppe des Heimatvereins, die bei Führungen immer gut ankamen. Nur Schilder aufzustellen, gefalle ihm nicht. Einstimmig beschloss der Stadtrat schließlich, die Projekte historischer Altstadtrundgang und Teichkulturzentrum weiter zu verfolgen.

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