Update
Für 58,9 Millionen Euro wird der Landkreis in Spardorf das Emil-von-Behring-Gymnasium erneuern und über 13 Millionen Euro in die Sanierung und Modernisierung des Beruflichen Schulzentrums am Standort Herzogenaurach investieren. Der Neubau in Spardorf ist dabei das teuerste Projekt, das der Kreis Erlangen-Höchstadt je angegangen ist.
Nach den Empfehlungsbeschlüssen des Bauausschusses brachte der Kreistag am Freitag beide Projekte bei nur einer Gegenstimme auf den Weg.
Das neue Gymnasium wird ein sechsgeschossiger quadratischer Kubus mit einem Skelett aus Beton und einer Fassadenverkleidung aus Holz.
Wie Architekt Volker Rupprecht vom Herzogenauracher Büro Babler und Lodde den Kreisräten erläuterte, ist um das Gebäude ein Laubengang geplant, der als natürliche Verschattung und als Fluchtweg dient. Kreisbaumeister Thomas Lux, der an die Planungsphase mit vielen Besprechungen mit Architekten, Schulleitung, Landrat und Kreisräten erinnerte, freut sich besonders, dass der alte Baumbestand mit den 100-jährigen Eichen erhalten bleiben kann.
Die einzige Gegenstimme im Kreistag kam von Grünen-Vertreterin Gabriele Dirsch. Sie kritisierte den Neubau und plädierte dafür, das alte Schulhaus nicht einfach abzureißen. Mit dieser Haltung traf sie den Nerv von Landrat Alexander Tritthart (CSU).
Dreifachsporthalle statt Gymnasium in Spardorf
Er betonte, dass das alte Haus allein schon wegen der zu schmalen Fluchttreppen den modernen Anforderungen nicht standhalten würde. Wenn vom alten Gebäude bei der Generalsanierung nur die Stützen geblieben wären, hätte man auch den restlichen Bauschutt entsorgen müssen.
Zudem hätte man als Interimslösung trotzdem einen Neubau gebraucht. Jetzt könne der Kreis an die Stelle der alten Schule noch eine notwendige neue Dreifachsporthalle bauen.
Für Landrat Tritthart ist der beschlossene Neubau „aus wirtschaftlicher, pädagogischer und ökologischer Sicht die einzig richtige Entscheidung“.
Das sagen die GrünenGrünen-Sprecher Wolfgang Hirschmann erklärte, man habe es sich in der Fraktion nicht leicht gemacht.
Fischkal und Hacker stimmen Gymnasium zu
Nachdem der alte Baumbestand erhalten bleibe und man mit einem Neubau pädagogisch auf dem neusten Stand sei, was im alten Schulhaus nicht möglich wäre, stimme seine Fraktion überwiegend zu. „Ein hochattraktives Gebäude, hervorragend gelungen“, fand SPD-Sprecher und Herzogenauracher Bürgermeister German Hacker.
Die Zustimmung seiner Fraktion sei klar – nicht nur weil das Architekturbüro aus Herzogenaurach kommt. In das Loblied stimmte FW-Sprecher Karsten Fischkal ein.
Für ihn wäre eine Sanierung ein Fass ohne Boden. Dass die ursprünglich noch höher angesetzten Kosten jetzt bei knapp 60 Millionen gelandet sind, freute AfD-Sprecher Christian Beßler. Für ihn „ein Musterprojekt, wie man eine neue Schule bauen kann“.
Nach 40 Jahren: Berufsschule in Herzogenaurach wird saniert
Einhellige Zustimmung gab es vom Kreistag für die Sanierung und Modernisierung des Berufsschulstandorts Herzogenaurach. „Die Berufsschule hat für uns oberste Priorität“, sagte Landrat Tritthart.
Nach wie vor sieht er den über 40 Jahre alten Gebäudekomplex des Staatlichen Berufsschulzentrums Herzogenaurach-Höchstadt – so die offizielle Bezeichnung − in einem Herzogenauracher Wohngebiet in einem Top-Zustand. Trotzdem sind Sanierungen und Modernisierungen notwendig.
Die sollen Zug um Zug in den nächsten acht Jahren erfolgen, damit der Schulalltag nicht zu sehr beeinträchtigt wird. In einem ersten Bauabschnitt ab 2024 sollen einschließlich eines neuen Eingangsbereichs für die Fachschule für Maschinenbautechnik 5,3 Millionen Euro verbaut werden. Insgesamt ist die Planung auf über 13 Millionen Euro veranschlagt.
Update Ende
Der Landkreis Erlangen-Höchstadt investiert weiterhin Millionen von Euro in Bildung und Ausbildung seiner jungen Bewohner. So ist einmal eine Sanierung und Modernisierung des Berufsschulstandorts Herzogenaurach geplant und in Spardorf soll das teuerste Bauwerk entstehen, das der Landkreis je errichtet hat: ein kompletter Neubau des Emil-von-Behring-Gymnasiums.
Auf 58,9 Millionen Euro beläuft sich die aktuelle Kostenschätzung für das neue Schulhaus. Den Rekord hält übrigens bisher der Neubau des Landratsamtes mitten in Erlangen für 40 Millionen Euro.
Es wird gebaut und investiert im Kreis. Am Gymnasium Höchstadt ziehen die Arbeiter gerade noch einen Erweiterungsbau hoch, der mit 22 Millionen Euro zu Buche schlägt.
Gefasst ist bereits der Grundsatzbeschluss für eine neue Landratsamt-Außenstelle in Höchstadt − und über den Bau eines fünften Gymnasiums im Landkreis wird ebenso diskutiert wie über eine dritte Realschule.
Zuschuss für neues Gymnasium
In seiner Sitzung am Dienstag beschloss der Bauausschuss des Kreistags erst einmal den Neubau des Emil-von-Behring-Gymnasiums. Die Vertreter aller Fraktionen waren sich einig, die Baumaßnahme nach den Plänen des Herzogenauracher Architekturbüros Babler und Lodde jetzt anzugehen.
Die Kostenschätzung von knapp 60 Millionen Euro wurde abgesegnet, die Anträge auf schulaufsichtliche Genehmigung und Förderung werden gestellt und der vorzeitige Baubeginn beantragt.
Die notwendige Zustimmung des Kreistags am kommenden Freitag dürfte da nur noch Formsache sein. Wie Landrat Alexander Tritthart (CSU) in der Sitzung erläuterte, werde mit 47 Prozent Zuschuss gerechnet.
60 Millionen Euro war der Kostenrahmen, den die Architekten erhalten hatten, als sie den Planungsauftrag bekamen. Mit Blick auf die in Herzogenaurach anstehende Sanierung des Berufsschulzentrums warf Höchstadts Zweiter Bürgermeister und Kreisrat Günter Schulz (FW) die Frage in den Raum, warum es in Spardorf gleich ein Neubau sein müsse.
Tritthart und Kreisbaumeister Thomas Lux erinnerten daran, dass sich der Kreistag nach Abwägung aller Für und Wider für den Neubau entschlossen hatte. Der alte Gebäudekomplex soll abgerissen werden und Platz machen für eine neue Dreifach-Sporthalle.
Kostenschätzungen für eine Generalsanierung des alten Gebäudes waren auch schon von über 50 Millionen Euro ausgegangen. Architekt Volker Rupprecht, technischer Leiter des Büros Babler und Lodde, stellte den Neubau vor, der von 1320 Schülern ausgeht.
Um möglichst wenig Fläche zu versiegeln, wird es ein sechsgeschossiger quadratischer Kubus mit einer Seitenlänge von 53 Metern. Der Bau besteht aus einem 24 Meter hohen Stahlskelett und viel Holz.
So wird die Fassade mit Stämmen aus Leimholz gestaltet. Im Inneren wird es vier Treppenhäuser geben, neben Klassenzimmern und Fachräumen je vier kleine „Marktplätze“, eine Forschungsstation unterm Dach und darauf eine PV-Anlage.
Baubeginn für neues Gymnasium 2024
„In die Zukunft führen“ will der Landkreis das von ihm getragene Staatliche Berufliche Schulzentrum Herzogenaurach-Höchstadt mit einer kräftigen Investition in den in Herzogenaurach stehenden Gebäudekomplex. Wie Kreisbaumeister Lux erläuterte, seien sich über acht Jahre hinziehende Bauabschnitte geplant, die 2024 beginnen sollen.
Einstimmig beschloss der Bauausschuss die Umsetzung des Projekts, dessen Planung ebenfalls das Architekturbüro Babler und Lodde übernommen hat. Seit 1982 ist der Gebäudekomplex in Herzogenaurach das berufliche Bildungszentrum im Landkreis.
In der Berufs- und Technikerschule werden Fachkräfte für Gastronomie, Handel, Industrie und weitere gewerblich technische und soziale Berufe ausgebildet. Die Kosten für den ersten Bauabschnitt in Höhe von 5,3 Millionen Euro segnete der Bauausschuss ab.
Darin enthalten ist ein neuer zusätzlicher Eingangsbereich für die Fachschule für Maschinenbautechnik. „Wir brauchen auch ein Gesicht nach außen“, sagte Schulzentrum-Chef Martin Wirsching.
Schulzentrum am Rand eines Wohngebiets
Das hinter viel Grün etwas versteckte Schulzentrum liegt am Rande eines Wohngebiets. „Wir stehen im Wettbewerb mit Erlangen und Nürnberg, und auch dort wird investiert“, mahnte Wirsching.
Im Landratsamt rechnet man mit 47 Prozent Zuschuss und der nötigen Zustimmung des Kreistags am Freitag.
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