Die Außenanlagen des neuen St. Theresia-Kindergartens Aisch sind noch nicht mal fertigstellt, da erhitzt ein Antrag der SPD-Fraktion die Gemüter. Zum einen befürchtete diese in ihrem Antrag, dass die nicht für den Kindergarten genutzte Fläche verkauft werden könnte, zum anderen wünschte sich die Fraktion auf der Fläche den Bau eines Bürger- und Gemeinschaftshauses für Vereine, für welchen laut Antrag die Vorplanungen vorzunehmen seien.
Bei einem Ortstermin, bei dem sich neben Vertretern des Gemeinderates, Anwohnern und Eltern auch die Vorsitzende des Eltern-Kind-Vereins Andrea Ackermann sowie die Leiterin vom St. Theresia-Kindergarten Rita Weller eingefunden hatten, entstand eine rege Diskussion. Gleich zu Beginn stellte Bürgermeister Karsten Fischkal klar, dass ein Verkauf der Fläche zu keiner Zeit zur Diskussion gestanden hätte, womit dieser Punkt abgehandelt war.
„Der Antrag der SPD ist, und ich darf zitiert werden, mal nett ausgedrückt: unüberlegt und nicht durchdacht. Mein Ziel heute ist es, dass der Antrag zurückgezogen wird“, so Fischkal. „Selbst das alte Gebäude war rein für den Kindergarten vorgesehen. Wo sollen die Kinder spielen, wenn da ein Haus reinkommt? Sind wir doch froh, dass die Kinder den Freiraum haben. Zudem befinden sich im Garten die Erdwärmesonden. Da kann man nichts drauf bauen.“ Er fragt sich auch, wo das Geld für einen solchen Bau herkommen soll.
„Wenn wir da ein Haus reintun, geht das vom Spielraum ab“, erklärte auch Weller. „Brauchen wir das? Wir waren auch von Anfang an als Träger dabei“, fuhr sie fort. „Es war zu keinem Zeitpunkt im Gespräch, dass was verkauft wird.“
Zu wenig Platz wegen Bürgerhaus
Auch Frau Nehring, selbst Mutter, befürchtet, dass zu wenig Platz für die Kinder bliebe, wenn tatsächlich ein Bürgerhaus auf dem Gelände entstünde. Auch das dann ständige Kommen und Gehen bereitet ihr Sorgen: „Das soll nur ein Kindergarten sein.“
Auch beim Ehepaar Schuffert hält sich die Begeisterung für ein Bürgerhaus auf dem Areal in Grenzen: „Wir finden das nicht so toll“, erläutert der Vater. Jörg Bubel (SPD) brachte daraufhin die Größe des Geländes mit 4200 Quadratmetern ins Spiel.
„Der Kindergarten bei der Schule hat 3500 Quadratmeter, der in der Schuhmacherstraße 2800 Quadratmeter und Regenbogen I 2100 Quadratmeter. Da muss doch Fläche übrigbleiben.“
Er erklärte, dass es schön gewesen wäre, wenn schon gleich Räume mit reingebaut worden wären. „Die alte Schule hatte solche Räume. Der Antrag bleibt bestehen, wenn nicht auf dieser Fläche, dann auf einer anderen!“
Fischkal verwies auf den Bauplan: „Wir haben hier eine Kindertagesstätte. Da steht nicht Bürgerhaus, da steht nicht Gemeinschaftshaus, da steht nicht Dom, sondern Kindertagesstätte. Das bleibt für die Aischer Kinder. Die haben ihr Dasein in der alten Schule fristen müssen. Das hier ist ein rundum passendes Konzept. Diese Fläche bleibt eine Kindertagesstätte. Solange ich hier Bürgermeister bin, werde ich mich dafür starkmachen!“
„Wir haben erst am Montag diskutiert, dass in Ballungszentren grüne Oasen geschaffen werden sollen“, spielte Gerd Stingl auf die Sitzung bezüglich des Klimaschutzkonzeptes an. „Ihr habt da noch zugestimmt. Die Vereine brauchen auch Räume, wo sie bleiben können, wo sie ihr Geraffel nicht immer wieder mit nach Hause nehmen müssen.“
„Wir haben damals das Gebäude abgelehnt und lehnen es noch immer ab“, meldete sich Tim Scheppe (FW) zu Wort. „Die SPD-Fraktion schimpft immer über die Verschuldung der Gemeinde, aber wer soll das hier zahlen? Wenn ich was will, schaue ich, dass Unterstützung da ist“, sagte er. „Ich sehe keine Vereinsvorstände. Wo sind die Vereine, die das hier brauchen?“
Seniorenbeirat tagt im Rathaus
„Der Eltern-Kind-Verein ist in der Höchstadter Straße in Adelsdorf eingezogen“, erläutert Fischkal. „Der Seniorenbeirat tagt im Rathaus, Veranstaltungen können im angemieteten Bereich des Pfarrhauses, in der Aischgrundhalle und auch im Rathaus stattfinden. Und auch für den Pfarrchor werden wir etwas finden.“ Zudem wäre auch geplant, im Schloss Räumlichkeiten für die Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen.
Letztlich stimmte Bubel zu, den Antrag zurückzuziehen, erklärte aber, dass er einen neuen formulieren würde, in welchem ein Standort gesucht werden und entsprechend Geld im Haushalt eingeplant werden solle. Thomas Lay (CSU) fordert Bubel auf, dann auch gleich anzugeben, was dafür im Haushaltsplan gestrichen werden soll und Fischkal bittet um eine Auflistung, welche Vereine wirklich Räume brauchen.
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