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Nach jahrelanger Diskussion
Kein Neubau: Kapelle in Untermelsendorf wird abgerissen
Schlechte Bausubstanz, feuchter Untergrund: das Kirchlein in Untermelsendorf wird abgerissen.
Schlechte Bausubstanz, feuchter Untergrund: das Kirchlein in Untermelsendorf wird abgerissen. // Evi Seeger
Signet des Fränkischen Tags von Evi Seeger
Untermelsendorf – Die Kapelle in Untermelsendorf ist baufällig. Nun soll sie abergissen werden, hat Schlüsselfelds Stadtrat nun entschieden. Profitieren soll davon die Ortsmitte.

Das Schicksal der Kapelle scheint besiegelt: In der jüngsten Sitzung beschloss das Ratsgremium der Stadt Schlüsselfeld den Abriss des Kirchleins von Untermelsendorf. Die dem heiligen Antonius von Padua geweihte kleine Kirche ist bereits seit 2006 aus Sicherheitsgründen geschlossen. „An diesem Standort ist die Kapelle mit einem vernünftigen Aufwand nicht mehr zu sanieren“, sagt Schlüsselfelds Bürgermeister Johannes Krapp. Dazu muss man wissen, dass die Kapelle Eigentum der Stadt Schlüsselfeld ist.

Schon unter Krapps Amtsvorgänger, Bürgermeister Georg Zipfel, hatte sich der Stadtrat immer wieder intensiv mit dem Bauwerk beschäftigt. Sogar ein Kirchenneubau an anderer Stelle wurde ins Auge gefasst. Obwohl bereits ein Grundstück zur Verfügung stand, scheiterte der Kirchenneubau daran, dass sich die Einwohner des 56-Seelen-Dorfes nicht einigen konnten. Nach seinem Amtsantritt hatte Bürgermeister Krapp 2015 noch einmal Statiker und Architekten bemüht. „Die Untersuchung brachte das gleiche Ergebnis wie die bei meinem Amtsvorgänger“, berichtet Bürgermeister Johannes Krapp.

Glocke und Stellen sollen an Kapelle in Untermelsendorf erinnern

Eine Sanierung schien bei der schlechten Bausubstanz und dem feuchten Untergrund ganz in der Nähe eines Weihers unmöglich. Bei der Entscheidung nach der jahrelangen Diskussion kam nun wohl das Förderprogramm der LAG (Lokale Aktionsgruppe) zu Hilfe. Mit einer Förderung von rund 60 Prozent könnten der Ortskern von Untermelsendorf neu gestaltet und mehr Grün ins Dorf gebracht werden. Auch der Abbruch der Kapelle und die Entsorgung des alten Baumaterials könnten entsprechend gefördert werden. Bürgermeister Johannes Krapp will auch versuchen, die Sanierung der kleinen Aussegnungshalle am Friedhof im LAG-Förderprogramm unterzubringen.

Für den Dorfplatz gebe es bereits eine positive Rückmeldung der LAG, berichtet Krapp. „Wenn alles so läuft, wie wir uns das vorstellen, kann nächstes Jahr mit dem Bau begonnen werden.“ An der Stelle der dann abgebrochenen Kapelle solle eine Stele an das einstige Kirchlein erinnern. Auch die Glocke soll zur Erinnerung aufgestellt werden. Geplant sind weiterhin zwei Parkplätze, gepflasterte Wege entlang des Weihers, Sitzgelegenheiten, ein neues Bushäuschen und zwei „Klimabäume“, also Bäume, die mit dem Klimawandel gut zurechtkommen.

Kapelle in Untermelsendorf von Kriegsheimkehrern aus Dank errichtet

In zwei Bürgerversammlungen hatte sich die Stadt ein Bild von der Meinung der Untermelsendorfer Einwohner gemacht. Dabei seien auch Planung und Neugestaltung besprochen worden, so Krapp. Die Untermelsendorfer Kapelle wurde im Jahr 1952 aus Dankbarkeit von den Einwohnern und den damaligen Kriegsheimkehrern gebaut. Zuvor stand am Platz des heutigen Gotteshauses eine kleine Nothelfer-Kapelle. In der Historie der Stadt bestens bewandert ist Altbürgermeister Georg Zipfel.

Er weiß, dass die Kirche von Untermelsendorf nach dem Krieg aus unterschiedlichsten Materialien errichtet wurde. Feldstein, Ziegel seien für den Bau verwendet worden. Der Dachstuhl wurde aus gebrauchten Balken einer alten Scheune errichtet. Als noch zwei Dachbalken fehlten, habe man zwei Bäume gefällt und das noch grüne Holz eingebaut. Das sei im Laufe der Zeit „geschrumpft“. Genau darauf sei jedoch der Glockenturm errichtet worden.

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