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Vorhaben spaltet Adelsdorf
Gehen Pläne für Wellnesshotel weiter? Entscheidung gefallen
Wenn es nach der Familie Wirth geht, soll auf dieser Fläche in Neuhaus ein Wellnesshotel entstehen.
Wenn es nach der Familie Wirth geht, soll auf dieser Fläche in Neuhaus ein Wellnesshotel entstehen. // Foto: Leonhard Stoll
Adelsdorf – Darf in Adelsdorf ein Wellnesshotel gebaut werden? Diese Frage soll nun das bayerische Wirtschaftsministerium beantworten. Welche Gemeinderäte sich gegen das Vorhaben ausgesprochen haben.

Die jüngste Sitzung des Adelsdorfer Gemeinderates bescherte der Ewald-Münch-Halle nochmal ein volles Haus, stand doch mit dem von der Neuhauser Familie Wirth geplanten Wellnesshotel ein Thema auf der Tagesordnung, welches polarisiert und die Gemeinde spaltet.

Umstrittenes Wellnesshotel in Adelsdorf nimmt nächste Hürde

Mehr als 80 Besucher verfolgten die letzte Sitzung vor der Kommunalwahl, um zu erfahren, wie es denn nun weitergeht mit dem Projekt am Ziegenanger. Primär ging es um den Antrag auf ein Zielabweichungsverfahren, da das Anbindegebot nicht erfüllt werden kann. Am 16. Februar sei der Antrag eingegangen, berichtet Bürgermeister Karsten Fischkal.

Am 23. Februar dann fand eine Besprechung mit den Fraktionssprechern statt, nun steht mit dem zu treffenden Beschluss ein weiterer Schritt an. „Wir entscheiden heute nicht über die Zielabweichung selbst, dies obliegt der Landesplanungsbehörde“, meldet sich Norbert Birkner (ABWI) als erster zu Wort. „Wir entscheiden, ob wir ein rein rechtliches Verfahren einleiten. Das Projekt wurde offen und transparent dargestellt.“ Er geht auf das Ergebnis des Ratsbegehrens ein, welches ein klares Mehrheitsvotum erbracht hätte und somit den klaren Auftrag, das Verfahren fortzuführen.

Wellnesshotel in Adelsdorf: Kiebitz brütet in der Nähe 

Zudem bittet er um einen respektvollen Umgang mit den Antragsstellern und stellt zudem einen Antrag auf namentliche Nennung bei der Entscheidung für die Niederschrift. „Es ist ein Zeichen der Fairness, namentlich abzustimmen. Die Bürger sollen sehen, wie man abgestimmt hat.“ „Nachhaltig ist lediglich die persönliche Weiterentwicklung der Familie“, startet Sabina König (Grüne) ihre Stellungnahme und stellt klar, dass es ihr um den Kiebitz ginge, der in dem für den Bau geplanten Areal nisten würde. 2023 seien im Umfeld von sechs Kilometern von Neuhaus die meisten Brutgebiete für Kiebitze zu finden gewesen.

Mehr als 80 Besucher hörten den Ausführungen der Gemeinderäte zu.
Mehr als 80 Besucher hörten den Ausführungen der Gemeinderäte zu. // Foto: Britta Schnake

Familie Wirth würde alle Alternativen ausschlagen, obwohl es ein anderes Gebiet geben würde. „Es hört sich so verführerisch an, wir leiten ja nur den Antrag der Familie Wirth an das Ministerium weiter“, sagt Jörg Bubel (SPD). „Nur so einfach und simpel ist es nicht.“ Die Gemeinde würde den Antrag an das Ministerium stellen und wäre damit Antragssteller mit allen Konsequenzen. Was das Anbindegebot beträfe, gäbe es sieben Ausnahmen, von denen sechs nicht zutreffen würden.

Kritik an Aussage aus Landratsamt Erlangen-Höchstadt

Und selbst bei der siebten Ausnahme würden Beherbergungsstätten nicht erfasst. Damit sei jede Diskussion überflüssig. „Als Gemeinderäte dienen wir dem politischen Willen unserer Bürgerinnen und Bürger“, erklärt Nico Kauper (CSU). „Wir sind Demokratie, wir sind rechtsstaatlich. Erst dieses Verfahren kann doch klären, ob ein solches Projekt rechtlich und planerisch möglich ist.“

Michael Auer geht ein wenig in die Vergangenheit zurück und erläutert, dass bereits am 8. Januar 2025 vom Ministerium erklärt worden sei, dass das Vorhaben bauplanungsrechtlich an dieser Stelle nicht zulässig sei. „Von Herrn Kraus vom Landratsamt ist dann die Aussage gefallen, alles sei abwägbar. Man hat sich auf diese Aussage verlassen.“ Ihm fehle die Transparenz, was da im Hintergrund gespielt worden sei. „Das ist schon starker Tobak.“

Gemeinde Adelsdorf: Familie Wirth stellt 30-seitigen Antrag

Aufgrund der Kräutertrocknungsanlage seien zudem Zielkonflikte zwischen der Landwirtschaft und dem Wellnesshotel vorprogrammiert. Die angebliche Aufwertung der Natur durch das Hotel sieht Auer schon als „starkes Stück“. Zudem solle die Zufahrt zum Hotel, bei welchem rund 40 Übernachtungen plus Tagesgäste geplant seien, über Feldwege erfolgen, die ausgebaut werden müssten. „Wir haben erfahren, die Gemeinde sei voll verantwortlich für diesen Antrag, wenn er beschlossen wird“, berichtet Johannes Funke (FW), der genauer auf den 30-seitigen Antrag eingeht.

„Ich sehe Adelsdorf weit entfernt von einer Tourismusgemeinde.“ Man müsse sich fragen, ob ein Wellnesshotel die ökologische Aufwertung erfüllen würde, von der dort zu lesen sei. Auch soll es eine fußläufige Verbindung zum Ort geben. „Die habe ich so nicht gesehen, außer man geht vielleicht weit durch den Wald.“ Die Kosten für das Zielabweichungsverfahren soll die Familie Wirth tragen, zudem könne auch das Zielabweichungsverfahren beklagt werden.

Kosten für das Zielabweichungsverfahren in Adelsdorf

„Ist die Kostenübernahme dafür schriftlich fixiert?“, fragt Funke. Dies verneint Fischkal, erklärt aber, dass die Kosten zur Gänze von dem Vorhabensträger übernommen werden würden. Tim Scheppe (FW) sagt, dass er den Antrag eins zu eins weitergeben und schauen würde, was das Ministerium sagt. „Wir haben den Auftrag, das Verfahren weiterzuführen.“ Dies unterstreicht auch Norbert Lamm (SPD).

„Knapp 60 Prozent der Bürger waren für die Fortführung und die wussten, wo das Ding steht. Ich gebe dem Verfahren die Chance, weil es eine demokratische Entscheidung respektiert.“ Zur Absicherung der Gemeinde nimmt Fischkal schließlich die Kostenübernahme in den Beschluss mit auf, dem wird einstimmig entsprochen.

So stimmten die Gemeinderäte ab

Für den Antrag auf ein Zielabweichungsverfahren stimmen: Karsten Fischkal, Marion Bierlein, Norbert Birkner, Andreas Dittner, Matthias Goß, Nico Kauper, Jutta Köhler, Norbert Lamm, Thomas Lay, Günter Münch, Uwe Pöschl, Tim Scheppe und Gerd Stingl. Dagegen stimmen Michael und Kerstin Auer, Jörg Bubel, Irene Fleischmann, Johannes Funke und Sabina König, womit dem Antrag 13:6 entsprochen wird. 

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