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Gibt es bezahlbare Wohnungen?
Neues Baugebiet in Adelsdorf: Wer hier einmal wohnen soll
Es tut sich was bei Aisch. Hier entsteht das Baugebiet „Aischblick II“; zur Medbacher Straße hin sollen vier Mehrparteienhäuser gebaut werden.
Es tut sich was bei Aisch. Hier entsteht das Baugebiet „Aischblick II“; zur Medbacher Straße hin sollen vier Mehrparteienhäuser gebaut werden. // Britta Schnake
Adelsdorf – Für das neue Baugebiet „Aischblick II“ sind Eigentumswohnungen und die Gründung einer Genossenschaft im Gespräch. Wie Bürgermeister und Gemeinderäte vorgehen möchten.

Seit ein paar Wochen können die Aischer Bürgerinnen und Bürger beobachten, wie Bagger und Baufahrzeuge das Gelände an der Medbacher Straße kurz vor Aisch für das Baugebiet „Aischblick II“ vorbereiten. Im Rahmen der jüngsten Sitzung des Bauausschusses stellte die Fraktion der ABWI (Adelsdorfer Bürger- und Wählerinitiative) einen Antrag zur Entwicklung eines Konzeptes zur Schaffung von bezahlbarem Wohnraum in diesem Gebiet. Dieser bezahlbare Wohnraum bezieht sich auf die im Baugebiet geplanten vier Blöcke, hinter welchen sich Mehrparteienhäuser verbergen.

Wohnungen Adelsdorf: Baugebiet „Aischblick II“ entsteht

Ralf Olmesdahl (ABWI) war aufgefallen, dass Senioren, welche ihr Haus nicht mehr halten können, weil sie Haus und Garten nicht mehr bewirtschaften können, aus Adelsdorf wegziehen würden. Dem könne man entgegenwirken, wenn Wohneigentum in Form von Eigentumswohnungen für Senioren, aber auch für Familien oder Alleinerziehende geschaffen würde. „Wenn Eigentum geschaffen wird, ist das Umfeld besser gepflegt als in anderen Fällen“, fügt Olmesdahl hinzu, wobei ihm wichtig ist, dass die Eigentümer auch in der Wohnung wohnen – als Spekulationsschutz. Er könne sich auch vorstellen, führte er weiter aus, dass sich eine Genossenschaft gründe.

„Wir wollen das Angebot offen halten und die Grundstücke bewerben“, erwiderte Bürgermeister Karsten Fischkal. „Ab 1. Juni sollen die Grundstücke auf den Markt gehen, dann schauen wir, wer sich bewirbt.“ Dies soll aber nicht für die vier unteren Grundstücke gelten. „Die werden extra behandelt. Da müssen wir sehen, welchen Preis wir anbieten können“, so Fischkal. „Vielleicht kommt ja jemand für Betreutes Wohnen.“

Das Gelände für das neue Baugebiet wird vorbereitet.
Das Gelände für das neue Baugebiet wird vorbereitet. // Britta Schnake

Johannes Funke (FW) zeigte sich der Idee mit der Genossenschaft zugetan: „Wir stellen Grundstücke für ein Mehrgenerationenhaus zur Verfügung, da kann sich dann auch eine Genossenschaft gründen. Dann müssen wir dieser aber auch den Vorzug geben, wenn sich mehrere bewerben.“ Er fügte hinzu, dass man ja momentan eine offene Ausschreibung habe.

Fischkal wiederholte, dass man erst abwarten solle, um zu sehen, wer sich bewirbt. „Wir vergeben uns dabei ja auch nichts.“

Aufruf im Amtsblatt Adelsdorf angeregt

Gerd Stingl (CSU) schlug vor, einen Aufruf im Amtsblatt zu starten für ein Mehrgenerationenhaus und ergänzte, dass der freie Markt das dann schon regeln würde.

„Was wir überlegen sollten, ist: Wollen wir eine Sozialstation drin haben? Wollen wir dann Nachlässe geben?“, gab Jörg Bubel (SPD) zu bedenken, woraufhin Stingl erwiderte, dass man ja nur die Grundstücke verkaufen würde.

Bürgermeister Fischkal erklärte, dass er seine Fühler ausstrecken würde, um zu sehen, ob es eine Genossenschaft gibt, welche sich für die Grundstücke interessiert. Nico Kauper (CSU) wünschte sich eine Kick-off-Veranstaltung, wo entsprechende Projekte vorgestellt werden könnten.

Olmesdahl wies darauf hin, dass ein Workshop auch in seinem Antrag angedacht sei. Letztlich erging der Arbeitsauftrag für eine Einladung zum Thema „Genossenschaftliches Wohnen“, um sich ein bereits verwirklichtes Projekt vorstellen zu lassen.

Weiteres Thema aus dem Gemeinderat

Wie künftig mit dem Klärschlamm umgehen?

Seit 2016 beschäftigt die Gemeinde Adelsdorf die Planung für die Errichtung einer Hochlastfaulung oder auch Kompaktfaulung für ihre Kläranlage. Durch solch ein geschlossenes System ließen sich gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Zum einen würde die Geruchsbelastung minimiert, zum anderen könnte das entstehende Biogas zur Stromgewinnung genutzt werden. Dies würde im besten Fall dazu führen, dass die Kläranlage autark betrieben werden könnte.

Gesamtkonzept für Adelsdorf gefordert

Ralf Olmesdahl (ABWI) wagte in der jüngsten Bauausschusssitzung einen erneuten Vorstoß und bat um die Erstellung eines Gesamtkonzeptes mit Einführung einer Zeitschiene inklusive einer Prüfung einer ergänzenden Klärschlammtrocknung. Der getrocknete Schlamm könnte laut Olmesdahl zu Pellets verarbeitet werden, welche dem Kommunalunternehmen der Gemeindewerke Adelsdorf und dort dem Blockheizkraftwerk zugeführt werden könnten, wodurch sich Synergien ergeben würden.

„Allein für die Klärschlammentsorgung zahlen wir aktuell 185.000 Euro“, berichtet der Fraktionssprecher der ABWI (Adelsdorfer Bürger- und Wählerinitiative). Zudem hatte Olmesdahl seinem umfangreichen Antrag etliche Fragen an die Wasserentsorgung – hier ist Hans Schockel der Ansprechpartner – beigefügt. „Hochlastfaulung, da müssen wir was tun, da sollten wir was tun“, schloss er seine Ausführungen.

So reagiert Adelsdorfs Bürgermeister Karsten Fischkal

Bürgermeister Karsten Fischkal erklärte, dass die Fragen aktuell nicht beantwortet werden könnten, da momentan ein Messprogramm für eine Grundlagenermittlung laufen würde, welches bis Ende Mai abgeschlossen sein soll. „Es muss geklärt werden, ob durch die Einleiter die Menge an Schlamm vorgeklärt wird, dann würde der Schlamm nicht mehr reichen für eine Hochlastfaulung.“ Mit „Einleitern“ meinte Fischkal die ortsansässigen Firmen, die in etwa 50 Prozent der Gesamtmenge des zu klärenden Schlamms der Kläranlage zuführen. Der Rest entfällt auf die Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde.

Sollte die Hochlastfaulung nicht kommen, müsse überlegt werden, welche Anlage man dann bauen würde, erklärte Fischkal. „Dann müssen wir überlegen: Wie gehen wir mit dem Schlamm um?“

Gerd Stingl (CSU) fragte an, ob denn Herzogenaurach, wo bereits Pellets aus Schlamm produziert würden, noch Kapazitäten hätte. „Meines Wissens nach nicht“, erwiderte Fischkal und erklärte, dass man mit dem Antrag der ABWI-Fraktion arbeiten würde, wenn die Messergebnisse vorlägen.

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