Das geplante Wellnesshotel in Neuhaus ist das Hauptthema einer offenen Fraktionssitzung der Freien Wähler Adelsdorf gewesen, die zahlreiche Besucher in das Sportheim des TSV Neuhaus gelockt hat. Besonders die Einwohner von Neuhaus und Heppstädt folgten der Einladung, um sich über das ambitionierte Projekt zu informieren und ihre Meinungen einzubringen.
Neues Wellnesshotel in Neuhaus geplant: Kritik an Neubau
Der Andrang war so groß, dass der Gastraum des Sportheims nachbestuhlt werden musste. Unter den Anwesenden waren Gemeinderäte der Grünen, darunter die Dritte Bürgermeisterin Sabina König, der Zweite Bürgermeister Günter Münch sowie Mitglieder der Fraktion der ABWI.
Die Moderation und Begrüßung übernahm Fraktionssprecher Tim Scheppe, der als versierter Moderator durch die Veranstaltung führte. Ein zentrales Anliegen der Freien Wähler war es, sowohl Befürwortern als auch Gegnern des Projekts eine Plattform zu bieten, um ihre Perspektiven zu teilen. Dabei kamen Chancen und Herausforderungen des Vorhabens zur Sprache.
Ehepaar Wirth stellt erste Pläne vor
Das Ehepaar Maria und Hans-Günter Wirth, die das Wellnesshotelprojekt initiiert haben, stellten ihre Vision vor. Hans-Günter Wirth erklärte, dass jede Generation im Gewerbe Neuerungen einführen müsse, um zu überleben und das Alte fortzuführen. Auch wenn der ursprüngliche Plan gewesen sei, den bestehenden Hotelbetrieb im Dorf zu erhalten, machten zahlreiche Auflagen eine Erweiterung unmöglich. Ein Neubau sei schließlich als die bessere Lösung angesehen worden. „Wir stecken unser ganzes Leben und Herzblut in dieses Projekt. Wir würden dieses Projekt nicht angehen, wenn wir nicht davon überzeugt wären“, erklärte Maria Wirth, was mit Applaus honoriert wurde.
Neues Wellnesshotel in Neuhaus: kritische Stimmen
Gezeigt wurden erste Entwürfe des Hotels, das sich nachhaltig in die Landschaft einfügen und von viel Natur umgeben sein soll. Das Projekt ist mit der Aussicht auf mindestens 60 bis 70 neue Arbeitsplätze ein wichtiger wirtschaftlicher Faktor für die Region.
Dennoch gab es auch viele kritische Stimmen. Ein Argument war der befürchtete Eingriff in die Natur, besonders in das als wertvoll geltende Gebiet des Ziegenangers. Auch die Verträglichkeit mit der Trocknungsanlage der Familie Funke und die Bedenken zum Standort wurden intensiv diskutiert.
Ein weiteres Thema war die Verkehrsanbindung. „Die Straße zwischen Neuhaus und Heppstädt muss ohnehin erneuert werden, auch unabhängig vom Wellnesshotel“, erklärte Scheppe als Fachmann und brachte damit einen weiteren praktischen Aspekt ins Spiel. In diesem Zusammenhang wurde auch die Erschließung der Zufahrtsstraße thematisiert, deren Kosten anteilig von der Familie Wirth übernommen würden, ohne dass zusätzliche Belastungen für die Mitbürgerinnen und Mitbürger aus Neuhaus oder Heppstädt entstünden.
Adelsdorfer Bürgermeister Karsten Fischkal informiert
Bürgermeister Karsten Fischkal informierte die Anwesenden über den weiteren Verlauf des Verfahrens: Die Gemeinde habe 24 Stellungnahmen von Trägern öffentlicher Belange und 24 von der Öffentlichkeit erhalten. Diese würden nun vom Planungsbüro bearbeitet und dann dem Gemeinderat zur Prüfung vorgelegt. Im Anschluss würden die Unterlagen ein zweites Mal ausgelegt. Falle der Satzungsbeschluss positiv aus, könnten die Unternehmer einen Bauantrag stellen. Andernfalls sei das Projekt beendet.
Die Diskussion zeigte eine klare Zweiteilung der Meinungen: Während viele Anwesende den Mut der Unternehmer und die wirtschaftlichen Chancen des Projekts unterstützten, gab es auch vehemente Kritiker, die den Eingriff in die Natur ablehnten.
Fraktionssprecher Tim Scheppe appellierte zum Abschluss an die Anwesenden: „Egal wie es um dieses Projekt steht, wir sollten den beiden jungen Unternehmern für ihren Mut applaudieren. Keiner geht leichtfertig mit einem solchen Vorhaben um.“
Die Veranstaltung bot einen wichtigen Einblick in die verschiedenen Perspektiven und legte den Grundstein für eine weitere, sachliche Auseinandersetzung mit dem geplanten Wellnesshotel. Es bleibt abzuwarten, wie der Gemeinderat und die Öffentlichkeit auf die weiteren Entwicklungen reagieren werden. Die Freien Wähler Adelsdorf betonten in ihrer Einladung, dass es wichtig sei, das Verfahren abzuwarten und den engagierten Unternehmern eine faire Chance zu geben.













