Die Kandidatensuche bei den Freien Wählern in Adelsdorf war schon beendet, bevor der aktuelle Amtsinhaber Karsten Fischkal am Donnerstagabend bei einer Mitgliederversammlung seiner Partei im Landhotel 3Kronen bekannt gab, nicht mehr für das Amt des Adelsdorfer Bürgermeisters zu kandidieren: Fischkal und sein Bürgermeisterstellvertreter Günter Münch stellten Tim Scheppe als ihren gemeinsamen Wunschnachfolger vor.
„Ich kenne jemanden, der für das Amt sehr gut geeignet wäre“, sagte Fischkal wörtlich, während er auf den ebenfalls anwesenden Tim Scheppe zeigte. Danach trat der zweite Bürgermeister der Gemeinde Adelsdorf ans Rednerpult, Günter Münch. Der erklärte, dass er ganz froh sei, nicht selbst antreten zu müssen. Wenn es keinen anderen Kandidaten geben würde, wäre er selbst angetreten, so Münch. Aber man sei sich in Gesprächen vorab bereits einig geworden, dass sich Tim Scheppe für die Freien Wähler um die Nachfolge von Fischkal bewerben werde.
Tim Scheppe: immer mehrere Wege zum Ziel
Scheppe solle die „erfolgreiche Geschichte der Freien Wähler in Adelsdorf weiterverfolgen“. Das Ziel der Freien Wähler müsse es sein, dass 2026 der neue Bürgermeister von Adelsdorf Tim Scheppe heißt, resümierte Münch kämpferisch. Tim Scheppe selbst sagte anschließend, er sei dankbar, dass Münch ihm den Vortritt gelassen habe. Falls er zum Adelsdorfer Bürgermeister gewählt werde, wolle er als Erstes dazu beitragen, die kommunale Bürokratie abzubauen.
Außerdem werde er sich mit dem Neubau des Adelsdorfer Feuerwehrgerätehauses beschäftigen, mit einem neuen Hochbehälter für die Trinkwasserversorgung des Ortsteils Aisch und mit dem Straßenbau. Beispielhaft erwähnte er die Obere Bachgasse, die in einem schlechten Zustand sei. Für dieses Themengebiet komme ihm seine Erfahrung aus dem Straßenbauamt zugute.
Denn Tim Scheppe ist gelernter Landmaschinenmechanikermeister und arbeitet aktuell als stellvertretender Leiter der Straßenmeisterei Forchheim für das Staatliche Straßenbauamt Bamberg. Aufgrund seines bisherigen Werdegangs kenne er immer mehrere Wege zum Ziel, erklärte der 39-jährige. Scheppe wohnt im Ortsteil Lauf und begann seine politische Laufbahn zunächst als Ortssprecher, später zog er in den Adelsdorfer Gemeinderat ein.
Stehender Applaus und einstimmiger Unterstützungsbeschluss
Nach seiner kurzen Vorstellungsrede bekam der Kandidat stehenden Applaus im Saal. In einer Abstimmung per Handzeichen stellten sich die anwesenden FW-Mitglieder dann einstimmig hinter seine Kandidatur. Eine offizielle Nominierungsveranstaltung soll allerdings noch folgen.
Bei einem Pressegespräch am Freitag nach der Mitgliederversammlung erklärte der scheidende Bürgermeister Karsten Fischkal, dass Scheppe im Ort mitunter bereits als sein „Schatten“ bezeichnet werde, weil er in letzter Zeit zusammen mit ihm auf vielen Veranstaltungen unterwegs gewesen sei. Es habe am Sonntag auch schon eine Vorstandssitzung der Freien Wähler von Adelsdorf gegeben, auf der der einstimmige Beschluss gefallen sei, Scheppe als Kandidaten ins Rennen zu schicken.
Adelsdorf: Bei letzter Bürgermeisterwahl fünf Kandidaten
Es sei ihm wichtig gewesen, frühzeitig einen Wunschnachfolger aufzubauen, so Fischkal weiter. Scheppe gab er mit auf den Weg, sich weiter darum zu kümmern, dass Adelsdorf ein Bio-Energie-Dorf wird. Den Weg dahin habe man bereits in seiner Amtszeit eingeschlagen.
Auf die Frage, welche Chancen er sich bei der Kommunalwahl im März 2026 ausrechnet, das angepeilte Amt auch zu gewinnen, meinte Scheppe: „Ich gehe zuversichtlich in diese Wahl. Wir treten an, um zu gewinnen.“ Zweiter Bürgermeister Günter Münch ergänzte, dass man aber auch den politischen Gegner nicht unterschätzen dürfe. Bei der letzten Bürgermeisterwahl im Jahr 2020 hatte es der letztlich siegreiche Karsten Fischkal mit vier Gegenkandidaten zu tun gehabt.














