Dieser Artikel wurde am 6. März 2025 erstpubliziert und am 4. April 2025 aktualisiert.
Elon Musk macht fast täglich Schlagzeilen, zum Beispiel mit seiner Unterstützung der Wahlkampagne von Donald Trump im letzten Jahr oder mit seinem Vorgehen gegen US-Behörden und deren Mitarbeiter seit Trumps Amtsantritt im Rahmen seines DOGE-Auftrags. Besonders viel Aufsehen erregte seine Geste am 20. Januar, dem Tag von Trumps erneuter Vereidigung, in der Capital One Arena in Washington, die rund um die Welt als Hitlergruß interpretiert wurde.
Auch in den deutschen Bundestagswahlkampf schaltete sich Musk in der Folge ein und unterstützte die AfD, bei der drei Landesverbände als gesichert rechtsextremistisch eingestuft wurden, sowie deren Kanzlerkandidatin Alice Weidel. Etwa mit einem exklusiven Zwiegespräch auf Musks Plattform X (vormals Twitter). Seitdem tun sich allerdings Dinge, mit denen Musk selbst wohl nicht gerechnet hatte.
Tesla-Absatz in Deutschland offenbar stark rückläufig
Die Tesla-Aktie beispielsweise, die am 18. Dezember 2024 noch umgerechnet 461,10 Euro wert war, ist inzwischen auf 240,75 Euro gefallen (Stand: 3. April 2025). Damit hat sich der Unternehmenswert auf dem Aktienmarkt in wenigen Monaten fast halbiert. Auch der Absatz von Tesla-Fahrzeugen geht deutlich zurück: Wie das Kraftfahrtbundesamt in seiner Statistik berichtet, gingen die Tesla-Neuzulassungen in Deutschland im Februar 2025 um rund 76 Prozent im Vergleich zum Februar 2024 zurück. Während batterieelektrische Autos generell um rund 30 Prozent zulegen konnten.
Aus anderen Ländern rund um die Welt kommen ähnliche Berichte, etwa aus Frankreich, Norwegen und China. Mitunter kam es vor Tesla-Werken und -Läden in den USA und in Deutschland zu größeren Protestaktionen.
Laut Auto-Bild sollen Tesla-Besitzer in den USA mitunter die Markenzeichen von ihren Autos entfernt und sie durch solche etwa von Audi oder Toyota ersetzt haben, damit ihr Fahrzeug auf den ersten Blick nicht mehr nach einem Tesla aussieht. Ein Netzphänomen besonders in den Sozialen Medien ist die Abbildung eines in Schwarz-Weiß gehaltenen Fake-Werbeplakats, das ein Tesla-Auto und Musk mit seiner umstrittenen Geste vom 20. Januar zeigt, darüber den Slogan „Goes from 0 to 1939 in 3 seconds“ und darunter die Markenbotschaft „Tesla - The Swasticar“.
Anti-Musk-Aufkleber für das Autoheck im Internet erhältlich
Dabei handelt es sich offenbar um ein Wortspiel aus „Swastika“, einem Synonym für das Hakenkreuz der Nationalsozialisten, und „Car“, dem englischen Wort für Auto. Eine andere, ebenfalls pointierte Art, sich von der Marke Tesla und ihrem CEO Elon Musk zu distanzieren, sind Aufkleber wie der im Titelbild dieses Artikels gezeigte. Ihr Text lautet: „I bought this before Elon went crazy“. Sinngemäß kann man das übersetzen mit: „Den habe ich gekauft, bevor Elon verrückt geworden ist.“
Einen solchen Aufkleber hat auch Michael Labs am Heck seines Tesla angebracht. Labs arbeitet in Adelsdorf und sagt: „Das war eine Freundin, die mich darauf aufmerksam gemacht hat, dass es jetzt diese Aufkleber gibt.“ Labs bestellte sich kurzerhand ein Exemplar im Internet und klebte es an den Kofferraumdeckel seines bereits im letzten Jahr geleasten Autos. „Unter der Prämisse, wie sich Musk gerade verhält, hätte ich heute keinen mehr Tesla genommen“, ergänzt Labs. Mit der Qualität des Autos sei er zwar rundum zufrieden, „aber mit dem Aufkleber kann man ein Signal senden, dass man mit der Politik von Musk nicht einverstanden ist.“
„Ich fühle mich mit der Politik, die Musk da in den USA betreibt, überhaupt nicht wohl und verurteile das“, sagt Daniel Löb aus Forchheim, der auch beruflich viel mit seinem Tesla unterwegs ist. Löb hat sich, wie er erklärt, einen anderen Aufkleber für das Autoheck besorgt: „I love the car, not the CEO“, steht darauf. Zu Deutsch: „Ich mag das Auto, aber nicht den Geschäftsführer“.
US-Prominente wie Sheryl Crow und Cassandra Peterson haben ihren Tesla publikumswirksam verkauft und den Erlös an den nicht-kommerziellen Sender „National Public Radio“ (NPR) gespendet. Von der Aktion von Peterson existiert ein Video, das ihren Tesla mit der übergroßen Aufschrift „Elon sux“ zeigt. Wiederum ein Wortspiel offenbar mit dem Wort „to suck“ für „widerlich sein“ und Elon Musks Vorliebe für den Buchstaben X.
Soweit, seinen Tesla wieder abzustoßen, möchte Daniel Löb aus Forchheim derweil nicht gehen, wie er auf Nachfrage erklärt. Schließlich sei er insbesondere mit dem geringen Verbrauch und dem großen Platzangebot sehr zufrieden und er müsse sein Auto noch ein paar Jahre fahren, bevor er sich ein neues leisten könne. Die Entscheidung, ob es dann wieder ein Tesla wird, will Löb bis dahin vertagen.
Mit seiner bisherigen Hausmarke hadert derweil aber auch Klaus Fischer aus Erlangen, der seit 2014 professionell Tesla-Fahrzeuge vermietet, wie aus einem Bericht der Nachrichtenagentur News5 hervorgeht. „Von den 30 Stück, die ich Ende 2022 vermietet hatte, habe ich jetzt noch 15“, erklärte Fischer laut News5 im Februar. Auch aus seiner Sicht spielt für die aktuelle Zurückhaltung der Tesla-Kunden das Verhalten von Elon Musk eine große Rolle: „Leute, die sich Elektroautos kaufen, die sind zum Großteil nicht aus diesem rechten Umfeld. Die lehnen das ab und es nützt dann nichts, dass Tesla eines der besten Elektroautos baut.“
Der Fränkische Tag hat auch die deutsche Tesla-Niederlassung um eine Stellungnahme zum Thema gebeten, diese lag zum Veröffentlichungszeitpunkt jedoch noch nicht vor.
















