Den Adventskalender kann man kaufen, das ist einfach. Da gibt es auch verschiedenste Varianten vom Klassiker mit Schokolade über den Bier-Adventskalender bis hin zum Erotik-Adventskalender. Doch nichts ist so individuell und einzigartig, wie ein selbst gebastelter Adventskalender. Und das ist gar nicht schwer, meint Bastelexpertin Andrea Schmidt aus Höchstadt.
Schmidt darf ohne Übertreibung als Expertin für Selbstgebasteltes bezeichnet werden: Sie gibt vor Ort und via Internet Kurse für alle möglichen Bastelarbeiten aus Papier und hat sich im Dachgeschoss ihres Hauses in Höchstadt ein kleines Bastelparadies geschaffen. Beim Betreten ihrer Werkstatt weiß man gar nicht, wo man zuerst hinschauen soll – überall liegen säuberlich einsortierte Papiervorräte in verschiedenen Farben, bunte Stifte, Schneidegeräte, Stanzer und Stempel im Regal.
Adventskalender aus Papierhäuschen
Die Herrin über dieses bunte Reich sprüht derweil über vor Ideen, wie sich ein Adventskalender nach dem persönlichen Geschmack gestalten lässt – von ganz einfach und nahezu ohne Aufwand bis zum kleinen Weihnachtsdorf aus Papierhäuschen für die Fensterbank. „Es gibt tausend Möglichkeiten“, erklärt Schmidt dazu. Sie hat zum Beispiel in dieser Saison zusammen mit 24 anderen Frauen einen Team-Adventskalender gestaltet.
Das Prinzip: Jede der 25 Teilnehmerinnen hat 25 Päckchen gestaltet und mit dem jeweils identischen Inhalt bestückt. Wer für welche Nummer zuständig ist, wurde vorher ausgelost. „Ich hatte zum Beispiel das Türchen mit der Nummer 2. Und deswegen habe ich die Nummer 2 jetzt 25 mal gebastelt“, so Schmidt. Und dann haben alle mit allen ihre Werke getauscht.
Expertin aus Höchstadt rätz zu Häuschen als Adventskalender
So kommt es, dass bei Andrea Schmidt auf dem Tisch nun neben einem einzigen von ihr selbst gepackten und gestalteten Päckchen (mit der Nummer 2) weitere 23 Päckchen von ihren Kolleginnen aufgereiht stehen. Auch jede andere Teilnehmerin hat auf diese Weise einen kompletten Adventskalender von 1 bis 24 zusammenbekommen. Etwas weniger aufwendig, aber immer noch sehr individuell ist das Weihnachtsdorf für die Fensterbank. Dazu werden aus Papier 24 unterschiedlich gestaltete Häuschen verschiedener Größe gefaltet.
Es gibt Varianten mit abnehmbarem Dach und sogar welche mit Fenstern aus Transparentpapier, die mit einem LED-Teelicht von innen stimmungsvoll beleuchtet werden. „Die genauen Faltanleitungen dafür gibt es auf meinem YouTube-Kanal“, erklärt Schmidt. Der Phantasie sind dabei fast keine Grenzen gesetzt, denn schließlich kann man nicht nur die Farben der Häuser variieren, sondern auch die Verzierungen mit Schleifen, aus Papier ausgestanzten Sternen, Engeln, Wichteln, Schneeflocken oder Weihnachtsbäumen und natürlich den von 1 bis 24 reichenden und mit bunten Schnüren an jedes Haus gebundenen Schildchen mit den Hausnummern.
Basteltipps aus Höchstadt: Adentskalender als Türschild
Jeden Tag kann der mit so einem Adventsdorf Beschenkte dann eines der Papierhäuschen auseinanderfalten und sich über den darin verpackten Inhalt freuen. Wenn es einfach und schnell gehen soll, tut es auch nur ein einziges Papierhaus mit einem Schlitz zum Hineingreifen am unteren Ende. Gefüllt ist dieses Adventsteehaus mit 24 Tüten mit Teebeuteln. Jeden Tag kann man dann in den Schlitz greifen und einen Überraschungsteebeutel herausziehen „und wenn das Haus leer ist, dann ist Weihnachten“.
Noch simpler ist die Adventskalenderbox im Stil eines Türschilds, wie man es von Hotelzimmern kennt. Statt wie im Hotel „Nicht stören“ oder „Bitte Zimmer aufräumen“ mit einer Schlaufe an die Türklinke zu hängen, greift man bei der Variante als Adventskalender zu einer kleinen, nach oben offenen Pappbox mit Abreißnummern von 1 bis 24. Diese Pappbox wird außen an der Kinderzimmertür an die Türklinke gehängt und die Eltern können jeden Abend, wenn das Kind schon schläft, das kleine Geschenk für den nächsten Morgen in die Box legen.
Die selbe Box für jeden Tag des Adventskalenders
Das Kind reißt dann nach dem Aufstehen die nächste Nummer ab und greift in die Box, um das Geschenk des Tages heraus zu nehmen. So müssen nicht 24 Päckchen gebastelt werden, sondern nur eine Box, die jeden Tag wieder verwendet wird. „Man muss auch nicht alle 24 Kleinigkeiten auf einmal zusammen haben, sondern man kann da nach und nach immer mal wieder was vom Einkaufen mitbringen“, ergänzt die Bastelexpertin aus Höchstadt.
„Was eine besonders coole Idee ist, ist ein Adventstagebuch“, findet Schmidt. Dazu wird – natürlich aus Papier und mit Schleifchen, Bändern und ausgestanzten Motiven – ein Ringbuch mit 24 leeren Seiten gestaltet. Und dann wird an jedem Tag im Advent ein Foto gemacht, zum Beispiel von den eigenen Kindern und ihren Aktivitäten, und dieses dann ausgedruckt und ins Adventstagebuch eingeklebt. „So wird der ganze Advent im Bild festgehalten und gerade mit kleinen Kindern ist das ganz toll, wenn man sich Jahre später noch mal anschauen kann, was man alles gemacht hat.“
Adventskalender aus Höchstadt in Youtube
Die wichtigste Botschaft von Andrea Schmidt ist aber: Den Mut haben, das Basteln auszuprobieren. „Viele meinen, sie hätten kein Geschick dafür und kaufen dann einen fertigen Adventskalender. Aber jeder kann das. Jeder kann kreativ sein. Das ist so einfach, das kann wirklich jeder.“ Die Bastelanleitungen von Andrea Schmidt gibt es hier zu sehen: https://www.youtube.com/c/AndreaStempelCo/videos
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