Auszeichnung
Tier-Zeichnungen bringen Ehre ein
Laudator Thassilo Franke und die Preisträgerin Barbara Ruppel bei der Medaillenverleihung in der Kulturfabrik.
Laudator Thassilo Franke und die Preisträgerin Barbara Ruppel bei der Medaillenverleihung in der Kulturfabrik.
Foto: Christian Enz
Höchstadt a. d. Aisch – Barbara Ruppel erhält in Höchstadt die 40. Ehrenmedaille der Zoologischen Staatssammlung München.

Bereits zum 40. Mal verliehen die Freunde der Zoologischen Staatssammlung München ihren Ehrenpreis. Anders als üblich erfolgte die Verleihung jedoch nicht in der Landeshauptstadt. Vielmehr konnte Barbara Ruppel die Ritter-von-Spix-Medaille in der Höchstadter Kulturfabrik entgegennehmen – auf Einladung der Stadt und ausgestaltet von Spix- und Musikschule.

Bereits seit vier Jahrzehnten wird die Ritter-von-Spix-Medaille vergeben. „Die Jubiläums-Medaille in Höchstadt verleihen zu lassen, war uns eine Herzensangelegenheit“, betont Bürgermeister Gerald Brehm. Denn der berühmteste Sohn der Stadt habe auch nach 200 Jahren noch einen enormen Stellenwert für seine Heimat, so der Bürgermeister. Oder besser wieder. „Denn bis 1994 lebten Obdachlose in Spix’ Geburtshaus. Dann sollte es sogar abgerissen werden.“

Dafür, dass es nicht so weit kam, sorgten Andreas Stark und Max Strucks. Gemeinsam sammelten sie auf dem Altstadtfest Spenden für eine Sanierung.

Sehenswürdigkeit in der Stadt

Heute trägt das Spix-Museum zur Attraktivität der Innenstadt bei, was steigende Besucherzahlen dokumentieren. „Besonders freut uns, dass auch Experten unser Konzept loben“, ergänzt Herbert Fiederling. In seinem Grußwort erinnert der Vorsitzende des Höchstadter Spix-Vereins daran, dass das kleine Museum in der Badgasse im vergangenen Jahr mit dem Bayerischen Museumspreis ausgezeichnet wurde.

Die 1937 in Frankfurt am Main geborene naturwissenschaftliche Zeichnerin Barbara Ruppel hatte sich in ihrer aktiven Zeit in vielen Disziplinen bewährt. „Tagsüber hast du Goldschmiede und Porzellanmaler unterrichtet oder Tiere gezeichnet. Abends hast du als alleinerziehende Mutter für das Studium deiner Tochter hinzuverdient, indem du Bäuche geöffnet und das menschliche Innenleben verbildlicht hast“, lobt Franke. „Dabei begeistern ihre Werke mit einem auch unter versierten Zeichnern seltenen Detailreichtum. Dieser wird nur erreicht, wenn der Künstler das zu zeichnende Objekt vollständig durchdringen und verstehen kann“, ergänzt Prof. Dr. Gerhard Haszprunar – Leiter der Zoologischen Staatssammlung München.

Mit diesem Talent stach Ruppel aus der Zunft der wissenschaftlichen Zeichner nicht nur heraus, sie wollte die Gabe auch weitergeben.

Musikalische Umrahmung

„Als ich dann den Ruhestand erreicht hatte, wollte ich endlich schöne Dinge malen“, erinnert sich Ruppel in ihrer kurzweiligen Danksagung. Nach einer kurzen Zeit des Überlegens war klar: Die Affensammlung von Spix sollte auf die Leinwand. Der Versuchung, die Affenpräparate auf der Leinwand zu verschönern, konnten Ruppel und ihr Team jedoch erfolgreich widerstehen. Davon konnte man sich in Höchstadt bereits 2019 überzeugen – als der Spix-Verein im Stadtturm die Ausstellung „Der Ritter uns seine Affen“ präsentierte. Als Dank für die 41 Affen-Gemälde und aus Respekt vor dem Lebenswerk überreicht Franke dann auf der Bühne der Fortuna-Kulturfabrik Spix-Medaille an Barbara Ruppel.

Auch musikalisch hatte die Verleihung der 40. Spix-Medaille einiges zu bieten. Zunächst präsentierte der Schulchor der Ritter-von-Spix-Mittelschule unter Leitung von Michael Ulbrich zehn Jahre nach der Uraufführung Highlights aus dem von Christian Ulbrich entwickelten Spix-Musical. Den Schlusspunkt setzte dann die Städtische Musikschule. Claudia Schulten-Kuth (Querflöte) und Bernd Heckel (Gitarre) präsentierten dem Publikum mit „Landum“ eine deutsche Uraufführung. Es handelt sich dabei um den Auszug einer von Martius veröffentlichten „Musikalischen Beilage“.

 

Lesen Sie auch: