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Sammler unterwegs
Gefährliche Zeiten für die Kröten: Hier stehen die Zäune
Huckepack mit ungewissem Ziel: Wenn es langsam wieder etwas wärmer wird, machen sich Kröten und andere Amphibien wieder auf zu ihren Laichgewässern. In diesem Jahr sind sie früher als sonst dran. Auf dem Weg lauern viele Gefahren, vor allem auf St...
Huckepack mit ungewissem Ziel: Wenn es langsam wieder etwas wärmer wird, machen sich Kröten und andere Amphibien wieder auf zu ihren Laichgewässern. In diesem Jahr sind sie früher als sonst dran. Auf dem Weg lauern viele Gefahren, vor allem auf Straßen. // Daniel Bockwoldt/dpa
Signet des Fränkischen Tags von Redaktion
LKR Erlangen-Höchstadt – Die Kröten-Population ist in den vergangenen Jahren stark gesunken. Um so wichtiger ist jetzt die Laichzeit. Doch da drohen bereits die nächsten Gefahren. Der Bund Naturschutz weist auf die Sammelaktionen hin.

Die Amphibienwanderung hat begonnen. Deshalb richtet sich der Bund Naturschutz (BN) mit einem Hinweis an die Bevölkerung.

Wo die Wanderwege verlaufen

Zahlreiche Ehrenamtliche werden in den nächsten Wochen Kröten, Frösche und Molche vor dem Tod auf der Straße bewahren. Hierzu stellen die Kommunen auf Antrag der Bund Naturschutz Kreisgruppe Schutzzäune auf, an denen die Amphibien aufgesammelt und über die Straße getragen werden. Hier sind jene Straßen betroffen, welche die Wanderwege der Tiere von ihren Lebensräumen zu den Laichplätzen getrennt hatten.

„Im westlichen Landkreis Erlangen-Höchstadt wurden in den letzten vier Jahren im Schnitt 6000 Tiere pro Jahr gerettet. Seit 2002 hat sich die Zahl auf über 110.000 Amphibien aufsummiert“, erklärt die Geschäftsführerin der BN-Kreisgruppe, Andrea Wahl. Sie bittet die Autofahrer, „auf die Ehrenamtlichen, die Amphibien und auf sich selbst aufzupassen.“

Wärme lockt Amphibien aus ihren Winterquartieren

Die nun plötzlich ansteigenden Temperaturen locken die Amphibien aus ihren Winterquartieren. „Ab einer nächtlichen Temperatur von fünf Grad und insbesondere bei regnerischem Wetter sind die fortpflanzungsbereiten Tiere massenweise auf Wanderschaft. Deshalb sind in diesen Wochen wieder zahlreiche ehrenamtlich Aktive vom Bund Naturschutz an Straßenrändern unterwegs, kontrollieren morgens und oft auch am Abend die Fangzäune und bringen die eingesammelten Tiere sicher auf die andere Straßenseite“, erklärt Andrea Wahl. Und weiter: „Bis Mitte April muss man auf unseren Straßen mit den Amphibien rechnen oder mit Menschen, die zu deren Schutz in den Morgen- und Abendstunden unterwegs sind.“

Hier stehen die Zäune

Im Kreisgebiet befinden sich Amphibienzäune auf den Kreisstraßen

- zwischen Röttenbach und Baiersdorf (ERH 5)

- Nankenhof und Oberreichenbach (ERH 15)

- Ailsbach und Buchfeld (ERH 22)

- Niederndorf und Obermichelbach (ERH 25)

- Ailersbach und Boxbrunn (ERH 27)

- Mühlhausen und Albach (ERH 34)

- Rathsberg und Atzelsberg (ERH 7)

sowie auf der Staatsstraße bei

- Zentbechhofen in Richtung B505 (ST2254)

und auf den Gemeindestraßen zwischen

- Zeckern und Köhlerstraße (Gemeinde Hemhofen)

- Großenseebach und Untermembach (Gemeinde Großenseebach)

- Niederlindach und Hesselberg ( Heßdorf).

Insgesamt werden im Landkreis ERH elf Amphibienübergänge über einen Zeitraum von acht bis zehn Wochen von den Helferinnen und Helfern betreut.

Ortsverbindungsweg nahe der Nordumgehung gesperrt

Auch im Stadtgebiet Erlangen finden sich betroffene Straßen, vor allem im Randgebiet zu Herzogenaurach. Besonders viele Amphibien wandern rund um Steudach und zwischen Neuses und Steudach im Frauenauracher „Klosterholz“. Darüber informiert die Stadt Erlangen.

Die Straße Am Lobersberg, die aktuell wegen der Baumaßnahmen an der Autobahn A3 gesperrt ist, wird ist bis voraussichtlich Dienstag, 30. April, auch nachts gesperrt und kann dann auch nicht von Fußgängern und Radfahrern genutzt werden. Durch die alljährliche Straßensperrung zur Abend- und Nachtzeit konnten in den letzten Jahren eine Vielzahl vom Aussterben bedrohter Amphibien („Rote Liste-Arten“) gerettet werden. Deshalb wird auch in diesem Jahr dieser Ortsverbindungsweg zwischen der Autobahn-Rastanlage und der Nordumgehung von Herzogenaurach in den Nachtstunden von 19 bis 6 Uhr für die Durchfahrt gesperrt.

Tipps zum richtigen Verhalten

Der BN bittet alle Autofahrer, in den kommenden Wochen um besondere Vorsicht und Rücksichtnahme. Und hat ein paar Hinweise:

- Befolgen Sie die Geschwindigkeitsbegrenzungen an den Amphibienzäunen.

- Achten Sie an den Stellen, an denen Amphibienzäune errichtet sind, auf die Helfer, die am Straßenrand Tiere einsammeln.

- Reduzieren Sie Ihr Tempo auf Straßen, die an Teichen oder Feuchtgebieten vorbeiführen, auch wenn keine Warnhinweise aufgestellt sind.

- Sie haben eine Stelle entdeckt, an der viele Amphibien überfahren wurden und an der kein Schutzzaun errichtet ist? Melden Sie sich bitte per Mail an: amphibien@bund-naturschutz.de.

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