Im Landkreis Erlangen-Höchstadt könnte es sich in den kommenden Wochen lohnen, ab und an in den Himmel zu schauen. Grund sind Messungen, die der Nürnberger Energieversorger N-ERGIE für ein mögliches Erdwärme-Projekt durchführen lässt. Hierfür kommt ein Spezialflugzeug zum Einsatz.
Spezialflugzeug macht Messungen
"Voraussichtlich zehn Tage lang wird das Flugzeug das zu untersuchende Areal linienförmig abfliegen und vermessen", heißt es in der Pressemitteilung des Unternehmens. Neben dem Stadtgebiet Nürnberg werde das Flugzeug mitunter auch in den Landkreisen Nürnberger Land, Fürth, Forchheim, Erlangen-Höchstadt, Roth, Neumarkt in der Oberpfalz und Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim zu sehen sein. Losgehen soll es Ende Februar.
"Wann genau können wir aber noch nicht sagen", heißt es auf Anfrage seitens der Pressestelle des Energieversorgers. Noch sei das Spezialflugzeug, mit dem die Messungen durchgeführt würden, allerdings für eine Messung in Asien unterwegs.
Messung verläuft passiv
Bei dem Flugzeug handle sich dabei um eine Maschine des Typs Basler BT-67, die über besondere Messtechnik verfüge. Mit dieser würde sie das knapp 200 Quadratkilometer große Suchfeld auf einer Höhe von mindestens 300 Metern überfliegen und dabei Schwankungen im Gravitationsfeld aufzeichnen. Anhand dieser würde das beauftragte Forschungsunternehmen eine Karte erstellen. "Mit diesem Verfahren können Gesteinsschichten im Untergrund untersucht werden", heißt es seitens der Pressestelle.
Wie der Energieversorger versichert, seien die Messungen jedoch rein passiver Natur. "Es werden keine Bilder oder Videos aufgenommen", heißt es in der Pressemitteilung. Und wie die Sprecherin des Unternehmens auf Anfrage bestätigt, würden im Zuge der Untersuchung auch keine Satellitenaufnahmen verwendet. Sobald die Aufzeichnungen sowie ihre Auswertung abgeschlossen sei, könne man in die nächste Projektphase übergehen.
Erdwärme soll helfen klimaneutral zu werden
Durchgeführt werden die Messungen im Zuge der Bestrebungen von N-ERGIE, bis 2035 das Nürnberger Fernwärmenetz klimaneutral zu betreiben. Dabei betrachte man Erdwärme als potenziell wichtigen Baustein. Und die Gravitationsdaten sollen langfristig Aufschluss über denkbare Standorte für Bohrungen liefern.
Da die durchführende Firma Bell Geospace derartige Messungen nicht nur in der Region Nürnberg durchführen wird, sondern auch im Raum Würzburg, startet das Flugzeug vom Flugplatz Giebelstadt bei Würzburg. "Eine Tankladung reicht etwa für fünf bis sechs Stunden", erklärt die Unternehmenssprecherin. Durchgeführt würden die Messungen in der Zeit zwischen 7 und 19 Uhr.
Flugzeug live verfolgen
"Sobald wir einen genaueren Zeitplan haben, werden wir die Öffentlichkeit informieren", berichtet sie. Tatsächlich sei sogar geplant, das Flugzeug mit einem Tracker auszustatten, sodass interessierte Bürger es auf seiner Reise durch die Region live begleiten könnten. So könnten Interessierte mit etwas Glück auch einen Blick auf das Messflugzeug erhaschen.
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