„Mit jedem Termin, jedem zusätzlichen ‚grünen Licht‘ wird die Vision klarer, reifen die Ideen und wachsen die Bilder vom ‚neuen Zuhause‘ für unser Tierheim“, heißt es in fetten Buchstaben auf der Homepage des Tierheims Oberndorf. Und in der Tat: Als Lisa Weber, die Erste Vorsitzende des Tierschutzvereins Höchstadt, durch die neuen Räumlichkeiten in Ailersbach führt, wirkt sie positiv gestimmt, vielleicht sogar ein bisschen vorfreudig.
Tierheim in Ailersbach: Gute Voraussetzungen
Bis das Tierheim, das Anfang des vergangenen Jahres überraschend die Nachricht erhalten hatte, dass es in den bisherigen Räumen in Oberndorf nicht bleiben kann, ins Ailersbach einziehen kann, muss aber noch einiges getan werden. Böden und Tapeten müssen entfernt, Räume gefliest, die Heizung erweitert, ein Wanddurchbruch gemacht und ein Rohbau fertiggestellt werden. Doch Weber zeigt sich optimistisch.
„Die Bestandsgebäude sind tatsächlich alle in ganz gutem Zustand“, erklärt sie. In dem bisherigen Wohnhaus, in das im kommenden Jahr vor allem Katzen einziehen sollen, geht es größtenteils um neue, hygienische und leicht zu reinigende Boden- und Wandbeläge. Außerdem soll an das jetzige Wohnzimmer ein gesicherter Freilaufbereich für die Samtpfoten angebaut werden.
Bestandsgebäude in gutem Zustand
„Aber wir waren wirklich froh, dass von den Leitungen her, von der Elektrik etc. eigentlich alles so bleiben kann“, berichtet Weber. Ein Teil des angrenzenden Stalls soll in Zukunft noch so weit erschlossen werden, dass er beheizbar und damit für Kleintiere wie Meerschweinchen bewohnbar ist. Insgesamt halte sich der Aufwand im Wohngebäude aber tatsächlich in Grenzen.
Seit einem Gerichtsprozess im vergangenen August, bei dem die Frist für den Auszug in Oberndorf auf Juli 2025 festgelegt wurde, nehmen die Planungen nun richtig an Fahrt auf, wie die Vereinsvorsitzende erzählt. „Vor dem Gerichtstermin stand immer die Frage im Raum, was jetzt passiert, wenn wir sofort rausmüssen“, so Weber. „Und was wäre gewesen, wenn ich dann alles sofort hätte stoppen müssen, damit wir direkt hätten einziehen können?“ Nun, wo das Gericht eine feste Frist gesetzt hat, kann sie sich endlich auf die Planung konzentrieren – und davon gibt es jede Menge.
Planungsaufwand hinter den Kulissen
Förderanträge müssen ausgefüllt, Termine mit Handwerkern organisiert und durchgeführt, Absprachen mit dem Planungsbüro getroffen, Geld generiert werden. „Und ganz nebenbei müssen wir uns ja auch um den laufenden Betrieb in Oberndorf kümmern“, merkt Weber an. Oft wird sie gefragt, wieso das Tierheim nicht längst umgezogen sei – Räume seien ja schließlich vorhanden.
„Aber die Leute sehen oft nicht, wie viel Aufwand da betrieben wird, wie viel Planung da im Hintergrund läuft“, erklärt sie. „Und ich kann bei vielen Sachen auch nur bedingt beeinflussen, wie lang sie dauern.“ Schließlich seien auch Handwerker, Planungsbüros oder das Veterinäramt bis obenhin voll mit Terminen.
Auch wenn in den kommenden Monaten noch viel Arbeit auf die ehrenamtlichen Mitarbeiter im Tierheim zukommt, gibt es am Umzug auch Aspekte, auf die Weber sich freut. So soll in einem an den Garten grenzenden Garagentrakt in Ailersbach zum Beispiel eine große Quarantänestation entstehen. In Oberndorf steht dafür aktuell ein Drittel des Platzes zur Verfügung.
„Tatsächlich ist das auch ein bisschen der Grund, warum da bei uns oft ein Flaschenhals ist, warum wir nicht weitermachen können“, erklärt sie. Die Tiere, die in der Quarantäne ankommen, oder auch Neuankömmlinge, haben Wartezeiten, zum Beispiel nach Krankheiten oder dem Kastrieren. Erst danach können sie die Quarantänestation wieder verlassen. „Das ist in Oberndorf ein großes Problem und da ändern sich unsere Kapazität und auch die Bedingungen für die Tiere deutlich.“
Tierheim benötigt dringend Spenden
Nach und nach nimmt das neue Tierheim Formen an, nicht nur in den Köpfen der Mitarbeiter, sondern auch auf dem Papier und eben ganz real in Ailersbach. „Natürlich könnte man unendlich neue Optionen schaffen“, gibt Weber zu und erzählt von allerlei kostspieliger Ausstattung. „Aber das ist alles eine Frage des Geldes. Und man muss ein bisschen von dem Gedanken weg, dass man hier einzieht und alles ist picobello fertig. Sondern wir ziehen hier ein, wir haben einen guten Standard und bauen darauf auf.“
Einen großen Baustein bis zur Fertigstellung stellt allerdings noch die Finanzierung dar. Ein Teil des Geldes kann über Förderanträge gewonnen werden. Ansonsten ist der Verein aber auf tatkräftige Unterstützung und Spenden angewiesen. „Wir schauen schon immer darauf, dass alles so günstig wie möglich bleibt und werden auch gucken, was wir alles selber machen können“, sagt Weber. Doch ganz ohne Unterstützung geht es eben nicht.
Momentan ist der Verein dabei, sich Spendenaktionen und Teilpatenschaften zu überlegen. Über eine Spendenplattform können Tierliebhaber aber auch jetzt schon fleißig dazu beitragen, dass die Tiere in Ailersbach ein neues Zuhause finden können.
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