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Tierschutzverein Höchstadt
Urteil am Landgericht: 2025 ist Schluss in Oberndorf
Das Tierheim in Oberndorf
Das Tierheim in Oberndorf bietet jenen ein Zuhause, die nicht wissen, wohin. Doch das Tierheim existiert nur noch ein knappes Jahr, dann soll es andernorts weitergehen. // Britta Schnake
Signet des Fränkischen Tags von Udo Güldner
Oberndorf – Eine Ära endet: Das Tierheim Oberndorf muss Ende Juli 2025 schließen. Der Tierschutzverein kämpft um seine Zukunft an einem neuen Ort.

Die Tage des Tierheims in Oberndorf sind gezählt. Am 31. Juli 2025 ist endgültig Schluss. Auf diesen Stichtag haben sich der Eigentümer des Geländes und der „Tierschutzverein Höchstadt/Aisch und Umgebung“ im Rahmen eines Zivilprozesses am Landgericht Bamberg geeinigt. Das Verfahren fand dort und nicht etwa in Erlangen statt, weil Oberndorf ein Gemeindeteil Pommersfeldens ist, und das im Landkreis Bamberg liegt.

Mit der einjährigen Übergangsfrist ist der Gründer des Tierheims und langjährige Vorsitzende Herbert Kurz seinen Tierfreunden weit entgegengekommen. Er hätte nach Auskunft seines Rechtsanwaltes Helmut Gebhardt aus Bamberg auch eine sofortige Räumung des Grundstückes erwirken können. Schließlich hatte Kurz bereits im Februar 2023 das Mietverhältnis gekündigt. Weil er sich aus alters- und gesundheitlichen Gründen ganz aus dem Tierschutz zurückziehen wollte.

Umzug dauerte dem Vermieter zu lange

Danach lief die vorgesehene Kündigungsfrist von sechs Monaten. Nach über 30 Jahren, in denen der Tierschutzverein für den früheren Bauernhof keinerlei Miete oder Pacht hatte entrichten müssen, stellte sich nun die Existenzfrage. Als sich in Sachen Umzug in den folgenden Monaten nichts tat, erhob Kurz über seinen Rechtsbeistand Ende 2023 die Räumungsklage. Anfangs am Amtsgericht Bamberg, das sich aber für „nicht zuständig“ erklärte und den Fall an das Landgericht Bamberg weitergab.

Tierheim Höchstadt
Vorsitzende Lisa Weber sieht im Umzug des Vereins einen Neuanfang, der auch die Chance bietet, manche Dinge zu optimieren. // Anna-Lena Reif

Wieder verging Zeit. Monate, die man auf Seiten des Tierschutzvereins dringend brauchte. Wie die derzeitige Vorsitzende Lisa Weber am Telefon erklärte, habe man nämlich so schnell kein neues Domizil finden können. Es gehe nicht nur um die Tiere, die man möglicherweise auf befreundete Tierheime, etwa in Bamberg, hätte aufteilen können. Es sei auch darum gegangen, das eingespielte und hochmotivierte Team aus vier hauptamtlichen und bis zu 30 ehrenamtlichen Kräften beisammen zu halten.

Kosten belaufen sich auf rund 300.000 Euro

Die erneute Galgenfrist will man beim Tierschutzverein nun dafür nutzen, die Planungen und Baumaßnahmen auf dem neuen Gelände in Ailersbach voranzutreiben. Das Grundstück im Höchstädter Stadtteil gehört einer Frau, die Vereinsmitglied ist, und die ihr Elternhaus im Juli 2023 zur Verfügung gestellt hat. „Das ist ein echter Glücksfall“, so Weber. Es komme nicht oft vor, dass man Menschen mit solch einem großen Herzen für Tiere fände.

Dieses Anwesen in Ailersbach wird zu einem Tierheim umgebaut.
Dieses Anwesen in Ailersbach wird zu einem Tierheim umgebaut. // Evi Seeger

Kopfzerbrechen bereiten der Vorsitzenden und ihren Mitstreitern allerdings die Kosten von rund 300.000 Euro, die anfallen, weil man die gesetzlichen Standards, etwa in Sachen Kranken-, Quarantäne- und Isolierstation, erfüllen muss. „Für uns ist das natürlich günstiger als ein kompletter Neubau. Aber trotzdem ist das eine Hausnummer“. Die Summe soll vor allem über Zuschüsse und Spenden zusammenkommen. Anfang des kommenden Jahres soll es in Ailersbach losgehen, um rechtzeitig die mehr als 100 Tiere, vor allem Katzen, aber auch die Schafe, Kaninchen, Enten und Hühner umsiedeln zu können. „Wir haben sogar schon Anfragen von Leuten, die uns beim Transport unterstützen wollen“.

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