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Tipps für den Frühling
So fühlen sich Igel und Co. im Garten wohl
Braunbrustigel
Ein junger Braunbrustigel ruht im Laub eines Gartenbusches. Er wurde zum Tier des Jahres 2024 gewählt. // Jonas Walzberg/dpa/dpa-tmn
Erlangen/Höchstadt – Bei 17 Grad und Sonnenschein fangen die ersten Hobbygärtner an, ihre Oase fit für den Frühling zu machen. Doch nicht selten droht Igeln und Vögeln dabei Gefahr. So können Sie vorbeugen.

Das alte Gestrüpp soll weg, der Rasen muss gemäht werden und die Beete sollen in bunter Blumenpracht erstrahlen: Kaum lässt die Sonne sich zum ersten Mal blicken, können viele es kaum noch erwarten, ihren Garten für den Frühling herzurichten. 

Was viele dabei aber vergessen: Was den Menschen gefällt, ist nicht unbedingt das, was die Natur braucht. Worauf sollte man also achten, wenn man den Garten „putzt“?

Nicht alles aufräumen: Wilde Ecken helfen Igeln

„Generell sollte man dem Drang widerstehen, den ganzen Garten komplett aufzuräumen, das heißt, überall das Laub zu entfernen, den Rasen so kurz wie möglich zu halten und alle Gehölze zurückzuschneiden“, sagt Christoph Daniel, Vorsitzender der Erlanger Kreisgruppe des Landesbundes für Vogelschutz (LBV). Eine „wilde Ecke“ im Garten täte vielen Tieren gut. Für Igel zum Beispiel sei ein Haufen mit Totholz und Laub ein perfekter Rückzugsort. 

Auch die Leiterin des Forchheimer Tierheims, Christine Schneider-Knapp, teilt diese Einschätzung und richtet einen Appell an Gartenbesitzer: „Räumt noch nicht den Garten auf!“ Man müsse bedenken, dass es bis zu den Eisheiligen im Mai noch gefrieren könne. „Die Leute wecken damit auch noch den letzten Igel auf, der noch schläft“, ist ihre große Sorge. 

Außerdem nehme man den Igeln so eine Nahrungsquelle. „Insekten überwintern an Stauden, die man hat stehen lassen“, erklärt Schneider-Knapp. „Wenn man das jetzt alles abschneidet, um den Garten zu putzen, sterben die Insekten – dann kann auch der Igel nicht mehr leben.“ Findet man Igel, die zu früh aus dem Winterschlaf aufgewacht sind und noch keine Nahrung finden, hat die Expertin einen Tipp parat: „Füttern mit hochwertigem Katzenfutter“, verrät sie. 

Verein „Pro Igel“ kann bei Versorgung von Fundtieren helfen

Ist ein Igel verletzt, bringt der Gang zum Tierheim wenig. „Das Tierheim hat keinen Tierarzt, keine Narkosemittel“, sagt Schneider-Knapp. Ein verletzter Igel sollte direkt zum Tierarzt gebracht werden. Auch der Verein „Pro Igel“ kann in so einer Situation mit einer ersten Einschätzung weiterhelfen. Es könne passieren, dass Tierärzte, die größtenteils Haustiere behandeln, nicht auf Anhieb wüssten, was zu tun ist. „Wenn man bei Pro Igel anruft und denen ein Bild schickt, können die die Verletzung meistens schon einschätzen. Die können eine Anlaufstelle nennen oder sogar sagen, wie der Arzt das Tier behandeln muss“, erklärt Schneider-Knapp. 

Auch Vögel brauchen dringend Unterstützung. Wichtig ist, dass ab dem 1. März „keine Hecken und Bäume geschnitten werden dürfen, hier ist nur ein Formschnitt von Hecken erlaubt“, erklärt Daniel. Ein abwechslungsreicher Garten biete Nahrung und Brutmöglichkeiten für Vögel. 

Nistkasten in der BügForchheim & Fränkische Schweiz
Nistkasten in der Büg // Barbara Herbst

Katzenbesitzer sollten zudem in der Brutzeit besonders auf ihre Lieblinge achten, sofern diese Freigänger sind. „Man braucht die Katze ja nicht wochenlang einsperren“, erklärt Schneider-Knapp. „Aber wenn man sieht, dass in einem Nest bald Vögel schlüpfen, kann man sie schon mal für ein bis zwei Tage drinnen lassen, das schadet der Katze nicht. Die Vögel lernen ja sehr schnell zu fliegen.“ 

Nistkästen im Garten bieten Schutz vor Katzen und Mardern

Um den Vögeln Hilfeleistung zu geben, empfiehlt die Tierschützerin, Brutkästen im Garten aufzuhängen. Diese sind so konstruiert, dass Katzen und Marder nicht hinein können. Bemerkt man ein Nest auf einem Baum, könne man dieses mit einem Katzenabwehrgürtel schützen, den man um den Stamm legt. Diese müsse man sich wie ein Halsband mit Stacheln vorstellen. „Da kommt keine Katze und kein Marder drüber, gleichzeitig können die Tiere sich daran aber auch nicht verletzen“, so Schneider-Knapp

Ein weiterer Punkt ist die Wasserversorgung im Garten. „Auch wenn wir in der letzten Zeit Regen in ausreichender Menge hatten, so sind Wasserstellen im Garten sowohl für Insekten als auch für Vögel zur Versorgung mit Trinkwasser bzw. auch zum Baden willkommen“, sagt Daniel. Man müsse nur darauf achten, die Tränken regelmäßig zu säubern, um eine Übertragung von Krankheiten zu vermeiden. 

Und auch die Igel sind für solche Quellen dankbar. „Ein Igel kann nicht drei Gärten weiter oder bis zum nächsten Kanal laufen, um Wasser zu finden“, gibt Schneider-Knapp zu bedenken. „Wenn der nur Beton und kein Wasser findet, stirbt er. Eine kleine Wasserschüssel im Garten reicht für ihn aber schon als Wasserquelle.“ 

Die gelben Blüten der Schlüsselblume bringen die Sonne in die Flur und  in den Garten.
Die gelben Blüten der Schlüsselblume bringen die Sonne in die Flur und in den Garten. // Roland Schönmüller

Kuhschelle und Schlüsselblume sind insektenfreundlich

Für den Frühling hat der LBV noch ein paar Tipps, wie der Garten insektenfreundlich und dennoch farbenprächtig blühen kann:

  • „Die Wiesenschlüsselblume ist eine heimische, mehrjährige Staude, die sowohl in Wiesen und Gärten als auch Balkonkästen mit ihren gelben Blüten die ersten bunten Farbkleckse des Jahres bietet“, heißt es auf der Website. Vor allem für Insekten wie Schmetterlinge und Hummeln sei sie die ideale Starthilfe nach dem Winter. Sie blüht von April bis Juni. 
  • Zwischen März und Mai dient das Lungenkraut als Nahrungsquelle für Insekten – und sie spart ihnen mit einem tollen Trick auch noch Zeit: „Die jeweilige Farbe der Blüte zeigt an, wie viel Nektar verfügbar ist. Ist die Blüte rosa, gibt es noch Nektar. Wenn die Blüte zu violett oder blau wechselt, ist kein Nektar mehr zu holen.“
  • Auch die Kuhschelle ist insektenfreundlich. „Wer die seltene, frühblühende Kuhschelle an einem sonnigen Standort und auf magerem Boden im Garten pflanzt, tut auch den Insekten etwas Gutes. Ihr reichhaltiges Pollenangebot zieht Blütenbesucher magisch an und das hübsche Aussehen bereichert jeden Naturgarten“, erklärt der LBV. 

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