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Baiersdorf: Genehmigung fehlt
Familien sind so traurig: Wasserspielplatz bleibt trocken
Ausgetrocknet ist der Wasserspielplatz in der Huth in Baiersdorf.
Ausgetrocknet ist der Wasserspielplatz in der Huth in Baiersdorf. // Karl Heinz Wirth
Signet des Fränkischen Tags von Karl Heinz Wirth
Baiersdorf – Weil eine wasserrechtliche Genehmigung fehlt, muss der beliebte Wasserspielplatz in der Hut in Baiersdorf geschlossen bleiben. Die Stadtverwaltung zeigt zwei Varianten für einen Fortbestand auf.

Ist Deutschland dabei, sich zu Tode zu regulieren? Selbst gegen aufkommendes Leben gibt es offenbar in irgendeinem Gesetzbuch eine Bestimmung, die alles zunichtemacht. So sehen es wohl auch einige Baiersdorfer Stadträte hinsichtlich des Wasserspielplatzes in der Hut.

Für den Betrieb des Brunnens beim Wasserspielplatz wird eine wasserrechtliche Genehmigung benötigt – und das seit Januar 2022. Öfter sind dort Väter und Mütter mit ihren Sprösslingen zu sehen, ein paar Stiefel und ein paar Socken zum Wechseln im Gepäck. Wasser ist nun einmal etwas, was Kinder stark anzieht, und da wäre es halt schön, wenn dort alles ein bisschen großzügiger und kinderfreundlicher angelegt wäre.

Wasserspielplatz Baiersdorf geschlossen: Genehmigung fehlt

Das sehen allerdings das Wasserwirtschaftsamt Nürnberg und das Landratsamt Erlangen-Höchstadt anders. Denn diese entschieden bei einem Vor-Ort-Termin mit der Stadt Baiersdorf, dass eine weitere Nutzung des Brunnens und das Wasserrecht in der bisherigen Form nicht erteilt werden können.

Die Stadt Baiersdorf soll ein Konzept für einen Umbau in ein wassersparendes Wasserspiel mit Bedarfsberechnung ausarbeiten und dem Landratsamt vorlegen. Während dieser Umplanung ruht der Antrag auf beschränkte wasserrechtliche Erlaubnis. In Abstimmung mit der Landkreisbehörde und dem Wasserwirtschaftsamt bleibe als einzige sinnvolle Maßnahme nur der Umbau des Wasserspielplatzes in ein geschlossenes System, so das Landratsamt.

Frischwasser als Lösung?

Zwei Varianten hatte die Verwaltung als Lösungsvorschläge für die Stadtratssitzung ausgearbeitet. In Variante 1 wurde vorgeschlagen, von der Pumpe eine Leitung in den Weiher zu legen und ihn mit Frischwasser zu speisen. Damit wäre das Problem gelöst und eine wasserrechtliche Genehmigung für den Wasserspielplatz nicht erforderlich.

Wasserqualität als Problem

Das Hauptproblem jedoch ist die Wasserqualität, die dann die gleiche wäre wie im Weiher. Die Verwaltung meldete deshalb große Bedenken wegen der Hygiene an. Sollten die Weiher im Sommer austrocknen und kein Frischwasser mehr zugeführt werden, könnte das Wasser im Weiher wie auch am Wasserspielplatz kippen. Um dies zu vermeiden, müsste zusätzlich eine Belüftungsmöglichkeit für den Weiher verbaut werden.

Die Kosten für die Außerbetriebnahme des Brunnens, den Umbau der Pumpenanlage und die Belüftung mit einer Umwälzpumpe betragen circa 35.000 Euro.

Wasser vom Weiher Baiersdorf

In Variante 2 könnte der Wasserspielplatz vom bestehenden Weiher abgekoppelt und zum eigenständigen System umgebaut werden. Auch hier besteht die Gefahr, dass in trockenen Monaten das Wasser kippen könnte. Landratsamt und Wasserwirtschaftsamt schlugen vor, den bestehenden Brunnen weiter zu nutzen, um jede Woche das gesamte System des Wasserspielplatzes mit frischem Grundwasser zu spülen. Die Kosten dafür belaufen sich auf circa 70.000 bis 100.000 Euro.

In der Diskussion zeigte sich der Stadtrat ratlos ob der Wasserproblematik. Einigkeit herrschte im Gremium darüber, dass beide Varianten zu teuer seien und keine Zukunft hätten. Auch im Haushalt 2025 seien dafür keinerlei Haushaltsmittel vorgesehen.

Schild: „Kein Trinkwasser!“ 

Was könnte man denn machen?, fragte sich so mancher Stadtrat. „Kein Trinkwasser!“ Das Schild sei schon einmal gut, reiche aber bei weitem nicht aus. Der Wasserspielplatz sei nun einmal ein Spielplatz, und da müssten die Regeln eingehalten werden. Die Stadträte beschlossen mehrheitlich: Die aktuelle Haushaltslage lässt einen Umbau des Wasserspielplatzes nicht zu. Der Betrieb am Wasserspielplatz muss daher bis auf Weiteres ruhen.

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