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Nachhaltigkeit
Rewe-Prospekte sind Geschichte
Die letzten Papierprospekte von Rewe landen demnächst in der Vitrine.
Die letzten Papierprospekte von Rewe landen demnächst in der Vitrine. // Richard Sänger
Signet des Fränkischen Tags von Richard Sänger
Weisendorf – Mit einem Aktionstag haben sich die Verantwortlichen von Rewe-Zwingel in Weisendorf von ihrer Reklame in Papierform verabschiedet. Künftig gibt es die Informationen nur noch auf digitalem Weg.

Supermarkt-Prospekte sind umweltschädlich, klagen Umweltschützer. Dennoch landen jedes Jahr mehr als 28 Milliarden Prospekte ungefragt im Briefkasten. Die Verantwortlichen des Familienunternehmens Rewe-Zwingel haben nun reagiert: Mit einem großen Aktionstag hat sich das Unternehmen − mit seinen Supermärkten in Weisendorf, Höchstadt, Hessdorf, Möhrendorf, Bubenreuth, Baiersdorf, Burghaslach, Emskirchen und Wilhermsdorf − von seinem letzten Papierprospekt verabschiedet. Unter dem Motto „Sonnenwende, Zeitenwende, Energiewende, Handzettelwende“ fand das große Fest statt.

Viele Gäste waren auf dem Fest.
Viele Gäste waren auf dem Fest. // Richard Sänger

Während seiner Begrüßung erinnerte Matthias Zwingel, Inhaber und Geschäftsführer der Zwingel-Handels-GmbH, an die Anfänge im Böhmerwald: Den Grundstein eines der innovativsten Familienunternehmens im Lebensmitteleinzelhandels legte 1898 die Familie Stuiber in Olchwowitz nahe der bayerischen Grenze. Im ersten bescheidenen Dorfladen führten sie nicht nur Lebensmittel. Es gab auch eine Bäckerei, eine Gastwirtschaft und eigene Landwirtschaft.

Ladengeschäft wird allmählich erweitert

Doch nach dem Zweiten Weltkrieg drohte das Ende: Die Familie musste Haus, Hof und Heimat verlassen. Matthias Zwingels Großvater begann in Oberlindach mit einem kleinen Brotverkauf. Aus einer Baracke entstand ein Wohn- und Geschäftshaus. Das Ladengeschäft wurde in den Folgejahren erweitert, und der Großvater fuhr mit dem Goliath-Dreirad von Ort zu Ort.

Der erste Schritt in Richtung Rewe folgte 1960 und der Dorfladen wurde Großhandelskunde.

Einige Jahre später übernahm Brunhilde Zwingel, die Mutter von Matthias Zwingel, den Familienbetrieb, wurde überzeugte „Rewanerin“ und wirkte auch über Jahrzehnte im Vorstand und Aufsichtsrat der Rewe-Organisation mit. Der erste Supermarkt der Familie wurde in Höchstadt eröffnet. Im Laufe der Jahre kamen noch sieben hinzu.

Handzettel in den Anfangsjahren

Schon in den Anfangsjahren gab es selbst gedruckte und gefaltete „Handzettel“, aus denen dann die bekannten Prospekt wurden. „Heute verabschieden wir uns vom letzten gedruckten Werbeprospekt und künftig wird papierlos geworben. Wir sparen damit Ressourcen, wie Holz und Wasser sowie CO2 und Energie“, erklärte Matthias Zwingel. Damit wird der wöchentlich erscheinende Prospekt über die Angebote in den bundesweit mehr als 3.700 Rewe-Märkten aufgegeben. Die Artikelwerbung über modernere Medien wird dafür ausgebaut. Damit werden jährlich nach Angaben des Unternehmens rund 70.000 Tonnen CO2 und über 380 Millionen Kilowattstunden Energie gespart.

Regionale Anbieter warben mit ihren Produkten.
Regionale Anbieter warben mit ihren Produkten. // Richard Sänger

Die letzten Rewe-Prospekte wurden in Weisendorf von den Ehrengästen signiert und fanden einen Platz in der Firmengeschichte. Der Rewe-Papier-Prospekt hat seit über 80 Jahren Tradition. Am 24. Juni erschien der letzte seiner Art. Damit revolutioniert der zweitgrößte deutsche Einzelhändler die Planung des Wocheneinkaufs für Millionen Menschen in Deutschland. Ab dann gibt es den Werbeprospekt nur noch digital bei rewe.de und in der Rewe-App.

Lob vom Innenminister

Auf die Einsparungen wies auch Minister Joachim Herrmann hin, der auch vor Ort war. Er lobte das Zwingel-Familienunternehmen und seine Solardächer auf den Märkten. Über das Thema Energie informierten beim Aktionstag auch der Verein Energiewende ER(H)langen: Photovoltaik-Anlagen und deren Reinigung oder Wärmepumpen. Zudem gab es Testfahrten mit einem E-Auto. Die Landfrauen des Bayerischen Bauernverbandes boten den Kurs „Clever kochen“ an.

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