Der CSU-Fraktionsvorsitzende Walter Drebinger bleibt trotz allem optimistisch: „Die Aurachtalbahn wird nicht verschrottet, sie steht weiterhin auf einem Abstellgleis und wartet, bis die Weichen neu gestellt werden“. So lautete sein abschließender Satz nach der Vorstellung des Schlussberichtes zur Machbarkeitsstudie zur Reaktivierung der „Aurachtaltrasse“ in der Sitzung des Stadtrates. Nach dem Planungsausschuss stimmte nun auch das Vollgremium dem Vorschlag der Stadt zu, eine Reaktivierung nicht weiterzubetreiben (der FT berichtete).
Viele Schwierigkeiten auf dem Weg
Der Knackpunkt: Die Aurachtalbahn, mit dem Kreuzungsbahnhof Frauenaurach, würde im Abschnitt Erlangen-Bruck – Erlangen auf zwei verschiedene Taktsysteme auf den innen und außen liegenden Gleisen treffen. Um die Züge der Aurachtalbahn bis nach Erlangen zu fahren, wären diese über eine eigene Infrastruktur bis nach Erlangen zu führen. Dazu kommen in Erlangen erhebliche Eingriffe in die Infrastruktur sowie in private Grundstücke, vom dortigen Stadtrat genehmigt werden müssen.
Auch die DB sieht Probleme
Ein wichtiger Punkt ist neben dem Ergebnis zur Machbarkeitstudie auch die Betriebsprogrammstudie der DB Netz AG, die deutlich sagt, dass eine höhengleiche Überquerung der bestehenden Gleise nicht bis zum Hauptbahnhof geht. Außerdem fände sich kein Zeitfenster für einen ordentlichen Takt der Aurachtalbahn, die deshalb abgelehnt werden müsse. Hinzu kommt, dass der Deutschlandtakt ein abgestimmter Zielfahrplan ist, der alle Entwicklungspotenziale im Personen- und Güterverkehr gleichberechtigt berücksichtigt.
Viele Bürger würden sich eine Reaktivierung wünschen
Nach Auffassung der Mehrheit im Stadtrat waren und sind viele Bürgerinnen und Bürger der Meinung, dass die Aurachtalbahn durchaus wieder reaktiviert werden könnte. Die kurze, zum größten Teil vorhandene Verbindung zum Erlanger Hauptbahnhof ist einfach zu verlockend. „Auch wir hatten dazu eine positive Meinung und hätten uns eine Aurachtalbahn in Kombination mit der geplanten Stadt-Umland-Bahn durchaus als die optimale Schienenanbindung nach Herzogenaurach vorstellen können“, betont Walter Drebinger.
Nach der Meinung seiner Fraktion wäre die technische Machbarkeit möglich und ein sechstes Gleis von Erlangen-Bruck bis zum Erlanger Hauptbahnhof mit Unterstützung der Stadt Erlangen könnte mögliche Alternative sein.
Hacker: "Die Stadt-Umland-Bahn nicht schlechtreden"
Auch sind nach Meinung der CSU-Fraktion die Fahrgastzahlen ausreichend und die möglichen Investitionskosten für die Reaktivierung der Strecke bis Erlangen Bruck im Vergleich mit der Stadt-Umland-Bahn (Stub) nur ein Bruchteil der Kosten. So wurde in der Sitzung von einer Milliarde bei der Stub gesprochen, wobei Bürgermeister German Hacker diese Aussage zurückwies. Er bat, die Stub nicht schlechtzureden. Denn es bleibe noch eine Möglichkeit, die Stub zu verlängern. Sie könnte ja vielleicht auch auf der Bahnstrecke durchs Aurachtal fahren, schließlich habe die Stadt die Strecke vor etwa sechs Jahren gekauft und damit gesichert.
Verkehrswende nur mit der Schiene
Auch wenn eine Verkehrswende nur mit Schiene möglich sei, wie von Patrizia Eliani Siontas (Grüne) gefordert und auch von anderen Fraktionen unterstützt wird, liegt das Versäumnis schon mehr als zwanzig Jahre zurück. Auch nach Meinung von Retta Müller-Schimmel (Grüne) habe man auf das falsche Pferd gesetzt, nämlich auf die Straße. Hätte man schon in den 90-er Jahren die Weichen anders gestellt, wäre das Thema einer Zuganbindung und möglicherweise eine Südumfahrung schon längst vom Tisch.
Es wäre gewissermaßen ein Neubau
So bleibt jetzt nur noch: Die Ergebnisse des Schlussberichtes der Machbarkeitsstudie zur Prüfung zur Reaktivierung der Aurachtaltrasse von Herzogenaurach bis zu einem Anschluss an das S-Bahn-Netz Erlangen - Nürnberg als Schienenpersonennahverkehr (SPNV) zur Kenntnis zu nehmen. Denn die abschließende Bewertung der Gutachter lautet: Eine Reaktivierung kann derzeit nicht befürwortet werden. „Im Grunde ist es keine Reaktivierung der Aurachtalbahn, sondern ein Neubau, denn Gleise und Signalanlagen müssen neu gebaut werden“, gibt der Gutachter zu bedenken.
Zwei Gegenstimmen
Da niemand voraussehen kann, was die Zukunft bringt und was in den nächsten Generationen passiert, wird die Trasse der ehemaligen Aurachtalbahn entsprechend der gutachterlichen Empfehlung weiterhin gesichert. Der Beschlussvorschlag wurde gegen zwei Stimmen angenommen.
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