Es tut sich was auf den maroden Straßen im Stadtgebiet. Nachdem das staatliche Bauamt die Erneuerung der Fürther Straße abgeschlossen hat, sind inzwischen auch Sanierungen auf Straßen angelaufen, für die die Stadt zuständig ist.
Ein Beispiel mit Modellcharakter ist die Hauptverkehrsader Albrecht-Dürer-Straße. Die von Schlaglöchern und Unebenheiten gekennzeichnete Durchgangsstraße bekommt fast auf ihrer gesamten Länge eine neue Decke.
Wie der neue Bauamtsleiter, Gerd Litz, zusammen mit Verwaltungschefin Tina Reißberger und Bürgermeister Gerald Brehm (JL), in einem Pressegespräch zum Thema Straßenbau in Höchstadt erklärte, wende man hier ein Sanierungsverfahren an, das auch auf anderen Straßen zum Einsatz kommen soll.
Die Schadstellen werden maschinell ausgebessert, Löcher und Unebenheiten durch den Einbau mehrerer Schichten beseitigt. Nach Auftrag einer Bitumenschicht wurde die Fahrbahn mit Rollsplit überzogen, der den Untergrund griffig macht, um dann unter einer Ausgleichs- und einer Deckschicht zu verschwinden.
Sanierung am Eisstadtion geplant
Für den neuen Bauamtsleiter Litz hat diese Art der Sanierung enorme Vorteile: Es fallen keine Entsorgungskosten für Asphalt an, der vorhandene Straßenaufbau kann genutzt werden und die wieder ebene Oberfläche der Straße ist für die nächsten Jahre gerüstet.
Mit 106.000 Euro halten sich die Kosten auch in Grenzen. Überall dort, wo nicht erst Kanal und Wasserleitung ausgewechselt werden müssen, könnte diese Technik zum Einsatz kommen.
Ganz oben auf der Liste der schadhaften Straßen steht auch der Kieferndorfer Weg. Laut Litz arbeite man derzeit an Sanierungsvorschlägen für diese Hauptzufahrt zum Einkaufszentrum, Freibad und Eisstadion.
Noch zu lösendes Hauptproblem sei dabei die Rinne zwischen Fahrbahn und Seitenstreifen, die immer wieder aufbricht. Bürgermeister Brehm bittet die Bürger um Verständnis, dass nicht alle Straßen gleichzeitig angegangen werden können.
11 Millionen Euro für Bauarbeiten
Besonders getroffen wurde die Stadt durch den Wegfall der Straßenausbaubeiträge. Haben beispielsweise bei der Sanierung der Bereiche Schwedenschanze und Spratzer die Bürger 60 Prozent der Kosten übernehmen müssen, muss die Stadt jetzt 100 Prozent finanzieren.
Der vom Staat bekommene Ausgleich sei marginal gewesen, sagt der Bürgermeister. Die Sanierung der St.-Georg-Straße und angrenzender Bereiche, einschließlich der Kanal- und Wasserleitungserneuerung, hat begonnen und wird voraussichtlich bis 2028 dauern, wobei bis Ende 2024 ein Großteil der Hauptstraße fertiggestellt sein soll.
Die Gesamtkosten belaufen sich auf 11 Millionen Euro. Zudem steht eine Neugestaltung eines Teils der Steinwegstraße in der Innenstadt an, mit einem geplanten Start im Jahr 2025 und geschätzten Kosten von 1,8 Millionen Euro.
Eine Entscheidung über die Konzeptplanung wird bis Ende des Jahres erwartet. Eine provisorische Lösung für das zunehmend unebene Großpflaster in dieser Region wäre möglich, würde aber bei der späteren Entsorgung zusätzliche Kosten verursachen.
Etzelskirchener Straße in schlechtem Zustand
Viel befahren und in einem sehr schlechten Zustand ist die Etzelskirchener Straße entlang der Birkach bis zur Einmündung des Kieferndorfer Wegs. Hier werden jetzt im September und Oktober die schadhaften Fahrbahnränder und Bankette erneuert.
Auch eine maschinelle Schadstellensanierung ist in dem 95.000-Euro-Paket enthalten. Der Flurbereinigungsweg zwischen Etzelskirchen und Nackendorf wird aufgrund des Neubaugebiets Etzelskirchen West zunehmend genutzt.
Eine Sanierung der Fahrbahnoberfläche und Ränder ist nach der nächsten Erweiterung des Baugebiets geplant. Verwaltungschefin Reißberger beabsichtigt, in Zukunft mehr in die Instandhaltung der Straßen in Höchstadt zu investieren.
Trotz Kritik am Zustand einiger Bundes- und Staatsstraßen in der Stadt, gibt es nun positive Entwicklungen, darunter die Erneuerung der B 470, des Karpfenkreisels und der Fürther Straße. Eine provisorische Decke wurde im schlechten Abschnitt der Bamberger Straße nahe dem Friedhof angelegt, wobei eine vollständige Neugestaltung für das nächste Jahr geplant ist.
Bürgermeister Brehm appelliert an Bürger
Aktuell sind für den Kellerberg keine Maßnahmen vorgesehen. Auch wenn in den vergangenen Monaten Höchstadts Straßen immer wieder heftig kritisiert wurden, erinnert Bürgermeister Brehm daran, dass die Stadt in den letzten Jahren kräftig in den Straßenbau investiert hat.
Allein zwischen 2007 und 2022 kam da eine Summe von 12,4 Millionen Euro zusammen. Darunter Gemeindeverbindungsstraßen von Medbach nach Saltendorf, oder Höchstadt – Sterpersdorf, Ringstraße, Marienstraße, Martinetstraße, Hauptstraße, ein Teilbereich der Inastraße und eine ganze Reihe von Straßen in der Altstadt.
Die Bürger sollten nicht nur negative Aspekte sehen, meint der Bürgermeister. Auch im Radwegebau sei schon viel gelaufen. An Projekten mit Weisendorf, Mühlhausen und Pommersfelden werde gearbeitet.
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