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Forchheimer Pendler
ÖPNV-App Egon: Durch Updates nutzerfreundlicher
Ein großer Teil ihrer Arbeitsstunden dreht sich um Egon: Projektleiter Daniel Merkl, der Abteilungsleiter des VGN für Märkte und Absatz, Klaus Dechamps, und die Pressesprecherin des VGN, Melinda Burmeister.
Ein großer Teil ihrer Arbeitsstunden dreht sich um Egon: Projektleiter Daniel Merkl und der Abteilungsleiter des VGN für Märkte und Absatz, Klaus Dechamps (v.l.). // Andrea Beck
Forchheim – Nach dem Start des E-Tarifs „Egon“ steigen die Nutzerzahlen schneller, als es der VGN erwartet hatte. Jetzt stehen zwei Updates für die Kunden bereit, die auch Forchheimer Pendlern helfen.

Den Balken „Check-In“ nach rechts schieben, in den Zug steigen und den Rest macht die App. Vor gut zwei Monaten startete der Verkehrsbund Großraum Nürnberg (VGN) die Pilotphase seines neuen E-Tarifs namens Egon. Inzwischen nutzen rund 15.500 Kunden den Tarif und die zugehörige App durch deren Fehlermeldungen oder allgemeine Rückmeldungen der VGN Studien erstellt und Updates zur Fehlerkorrektur programmiert.

Auch mit dem Schienenersatzverkehr klappt die automatische Erkennung

Die Aufnahme zusätzlicher Routen ins Egon-System, das seit dem Start des Schienenersatzverkehrs zwischen Bamberg und Forchheim die neuen Busstrecken erkennen muss, hat zur Erleichterung des VGN wohl gut funktioniert.

Anhand der Daten der Busunternehmen aktualisiert das Team das Programm, sodass die App auch die neuen Routen erkennt. „Wir haben noch keine Rückmeldungen zum Schienenersatzverkehr bekommen. Daraus schließen wir, dass alles geklappt hat. Denn Fehler werden normalerweise schnell von den Kunden gemeldet“, sagt Daniel Merkl, der Leiter des Projekts Egon.

Abgerechnet wird pro Kilometer

Der E-Tarif Egon wird pro gefahrenem Kilometer, statt pro Tarifzone berechnet und sobald der Kunde mit seinen Fahrten die Zwölf-Euro-Grenze erreicht hat, erhält er danach für jede weitere Fahrt 50 Prozent Rabatt. Ab 72 Euro steigt der Rabatt auf 75 Prozent, ab 220 Euro sind alle weiteren Fahrten kostenlos.

Doch der Rabatt gilt nicht für alle Zeit, nach 31 Tagen wird per Paypal oder Kreditkarte abgerechnet und dann beginnt das Spiel von Neuem. Die Fahrstrecken berechnet die Egon-App, der Tarif kann also nur per Smartphone oder Tablet genutzt werden. Die App benötigt das Startsignal des Kunden an einer Haltestelle, das Umsteigen und Aussteigen erkennt die App selbst.

Die Zahlen steigen schneller als gedacht

Um das Tarif-System, das von der Firma DB Vertrieb programmiert wurde, das Funktionieren der App und die Zufriedenheit der Kunden zu prüfen, startete der VGN eine zweijährige Pilotphase. Um verlässliche Studien aufstellen zu können, strebt das Team vorerst eine Zahl von 20.000 Nutzern an und dieses Ziel steht kurz bevor. Inzwischen verwenden 15.500 Nutzer die App, vor einem Monat waren es noch rund 8000 Nutzer.

Die Zahl steigt schneller als erwartet, zur Freude des VGN. „Wichtig sind für uns vor allem die rund 9000 aktiven Nutzern, die Egon regelmäßig nutzen und uns Kritik und Lob senden“, sagt Klaus Dechamps, Abteilungsleiter Märkte und Absatz des VGN.

tersverteilung – fast alle Daten, die das VGN bisher dokumentiert hat, stellen das Projektteam zufrieden. Nur der Anteil der männlichen und weiblichen Nutzer kann noch nicht  überzeugen.
Nutzerzahlen, Aktive Nutzer und Altersverteilung – fast alle Daten, die das VGN bisher dokumentiert hat, stellen das Projektteam zufrieden. Nur der Anteil der männlichen und weiblichen Nutzer kann noch nicht überzeugen. // Grafik: Carolin Neundorf

Updates korrigieren Fehler

Die gemeldeten Fehler werden laut Projektleiter Merkl nicht über mehrere Monate gesammelt, sondern in regelmäßigen Updates korrigiert. Zwei dieser Updates stehen demnächst an.

„Die meisten Rückfragen drehen sich im Moment um das Thema Kosten und die Transparenz des Streckenpreises. Deswegen werden mit dem ersten Update die Details der Berechnung in die App aufgenommen“, sagt Merkl. Dann werden in der Übersicht die Kilometerzahl und deren Preis pro Streckenabschnitt zu sehen sein. Deren Summe ergibt den Gesamtpreis.

Das zweite Update soll die Haltestellenerkennung verbessern. „Einige Hersteller installieren extreme Energiesparmodi in die Handys, die der Egon-App die Berechnung schwer machen“, sagt Merkl. Denn durch das Energiesparen vermerkt das Handy weniger GPS-Standorte und die Egon-App kann dadurch Umstiege nicht mehr erkennen.

Deswegen sorgt das zweite Update dafür, dass die Kunden den Energiesparmodus verlassen müssen, um Egon zu nutzen. „Egon ist bereits auf einen geringen Energiebedarf optimiert, da sind die zusätzlichen Sparmodi teilweise zu viel des Guten“, sagt Merkl.

Check-In anklicken, Einsteigen und den Rest macht Egon. Die neue App des VGN kann immer mehr Nutzer überzeugen.
Check-In anklicken, Einsteigen und den Rest macht Egon. Die neue App des VGN kann immer mehr Nutzer überzeugen. // VGN

Die Nutzer sind zufrieden

Andreas Kraft aus Bamberg, der mit dem Zug zur Arbeit nach Forchheim pendelt, nutzt Egon seit Mitte Dezember. „Ich habe den Egon-Bericht im FT gelesen und zu dieser Zeit gerade nach einer guten Tariflösung für den Arbeitsweg gesucht. Da hat sich Egon angeboten“, sagt Kraft.

Das Herunterladen der App setze eine umfangreiche Preisgabe eigener Daten voraus. „Aber man weiß auch, dass Egon nicht die einzige App ist, die auf diese Daten zugreift.“ Vor dem Download habe Kraft zunächst die voraussichtlichen Fahrtkosten im Vergleich zur Monatsfahrkarte berechnet. „Ich spare durch Egon mindestens 50 Euro im Monat.“

Auch der Ersatzverkehr funktioniert

Außerdem sei die Flexibilität des E-Tarifs durch Krafts unterschiedliche Anzahl von Büro- und Home-Office-Tagen pro Monat ein großer Pluspunkt. Erfreulicherweise berechne die App auch die diversen Routen des aktuellen Schienenersatzverkehrs zwischen Forchheim und Bamberg korrekt.

Seit seinem Start im Dezember habe die App bisher nur eine Fahrt falsch berechnet. „Ich bin mit dem Fahrrad auf dem Weg von Bahnhof nach Hause neben dem Stadtbus hergefahren. Egon hat dann die Fahrradfahrt als Busfahrt berechnet. Doch Fehler kann man in der App melden und bis zum nächsten Tag hatte der Service den Eintrag wieder gestrichen“, sagt Kraft.

Egon-Werbung unter Freunden

Andreas Wulf wohnt in Erlangen und nutzt wie Kraft mehrmals pro Woche Bus und Bahn. Auf Egon wurde er im Dezember durch die Empfehlung von Freunden aufmerksam. „Sowohl Einzel- als auch Monatstickets sind pro Monat deutlich teurer als Egon, und der Tarif ist sehr flexibel.“

Er sei so zufrieden mit App und Tarif, dass er diese bereits an mehrere Freunde weiterempfohlen habe.

Auch Wulf musste seit seiner Nutzung von Egon ab Mitte Dezember bisher einen Fehler korrigieren, aber in seinem Fall war es keine falsche Berechnung. „Ich war mit der S-Bahn auf dem Weg nach Erlangen, als ich bemerkt habe, dass Egon sich während der Fahrt ausgecheckt hatte.“

Auf halber Strecke zwischen Vach und Eltersdorf habe er eine neue Fahrt gestartet. „Wenn ein Nutzer ein Auschecken der App nicht rechtzeitig vor der Kontrolle des Schaffners bemerkt, kann es unangenehm werden. Aber seit dem einen Mal ist das bei mir nicht mehr passiert.“

Mit der Einführung des 49-Euro-Tickets will Wulf auf dieses umsteigen. „Durch das Deutschlandticket wird der VGN wahrscheinlich viele Egon-Kunden verlieren. Aber für diejenigen, die im Monat weniger als 49 Euro für Zug- und Busfahrten ausgeben, bleibt Egon sicher interessant“, sagt Wulf.

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