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Erlangen
Großparkplatz am Bahnhof soll weichen
Auf dem Großparkplatz in Erlangen ist unter dem Namen „Regnitzstadt“ ein neues Stadtquartier mit 400 Wohnungen geplant.
Auf dem Großparkplatz in Erlangen ist unter dem Namen „Regnitzstadt“ ein neues Stadtquartier mit 400 Wohnungen geplant. // Foto: Nikolas Pelke/ FT-Archiv
Signet des Fränkischen Tags von Nikolas Pelke
Erlangen – Für den Großparkplatz direkt am Bahnhof hat Erlangen neue Pläne. Was aus den Parkplätzen werden und was dort stattdessen entstehen soll.

Für seine geografische Lage kann Erlangen wenig. Hier rollen die Eisenbahnen, dort verläuft die Autobahn. Dazwischen breitet sich in Erlangen der Großparkplatz aus. Schon der Straßenname ist hier Programm: Parkplatzstraße. Die unzähligen Stellplätze sind seit den 1960er Jahren fester Anlaufpunkt für Besucher der nahe gelegenen Innenstadt mit ihren Behörden, Geschäften, Krankenhäusern und Universitätseinrichtungen sowie des Bahnhofs. Schon vor etwas mehr als fünf Jahren hatte Oberbürgermeister Florian Janik (SPD) die Idee, das Areal der parkenden Karossen anderweitig zu nutzen.

Mit Hilfe einer Landesgartenschau sollten die grauen Parkplätze langfristig verschwinden. Nach der Blumenparade sollte die Fläche zwischen Autobahn, Bahngleisen und Flussauen in ein Wohngebiet umgewandelt werden – inklusive neuen Parkhäusern zur platzsparenden Unterbringung der Autos – bis ein Bürgerentscheid den kühnen Plänen aus dem Rathaus einen Strich durch die Rechnung machte. Fast 70 Prozent der Erlanger hatten sich 2017 gegen eine Gartenschau rund um den Großparkplatz ausgesprochen.

Ein klingender neuer Name

Derzeit kramt Erlangen die alten Pläne teilweise wieder aus der Schublade hervor. Diesmal soll die Umwandlung des Großparkplatzes in ein neues Viertel unter dem vielversprechend klingenden Namen „Regnitzstadt“ ganz ohne Blumenparade gelingen. „Im Stadtrat – und nach meiner Wahrnehmung auch in der Stadtgesellschaft – gibt es große Zustimmung zu der Idee, dass der heutige Großparkplatz besser genutzt werden kann“, teilt der Erlanger Oberbürgermeister auf Anfrage dieses Medienhauses mit. In der prosperierenden Hugenottenstadt mit ihren zahlungskräftigen Arbeitgebern und hohen Immobilienpreisen gebe es bereits gute Beispiele dafür, wie attraktive Wohnquartiere auch an Verkehrsachsen entstehen könnten.

„Ganz in diesem Sinne wollen wir den Großparkplatz entwickeln und haben mit einem städtebaulichen Wettbewerb gute Impuls bekommen, die jetzt in den Rahmenplan einfließen“, sagt Janik weiter. Er betont gleichzeitig, dass die Funktion des Areals zwischen Autobahn und Bahnstrecke als Verkehrsdrehscheibe erhalten bleiben soll. „Wir wollen durch moderne Parkhäuser sogar noch mehr Parkplätze anbieten“, kündigt Janik an.

Die Bürger informieren

Damit die Bürger diesmal den Plänen nicht wieder in die Quere kommen, soll schon in diesem Jahr eine Informationsveranstaltung rund um die aktuelle Rahmenplanung stattfinden, verspricht Janik weiter. Momentan schätzt der Chef im Rathaus, dass rund 400 neue Wohnungen in der geplanten „Regnitzstadt“ entstehen könnten. Noch sei die Frage nicht beantwortet, welche Rolle das städtische Wohnungsbauunternehmen übernehmen soll.

 

 

Neben der Finanzierung schweben weitere Fragezeichen über dem Projekt. Beispielsweise befinden sich noch nicht alle Grundstücke des Areals im Besitz der Stadt. Außerdem müsste das Rathaus aufgrund der Nähe zum Frankenschnellweg wohl eine Sondergenehmigung beantragen, um die Bauverbotszone im Rahmen der 40-Meter-Grenze und den Baubeschränkungsbereich im Radius von 100 Metern aus dem Bundesfernstraßengesetz zu umgehen.

Für zusätzliche Probleme könnten die offenen Fragen rund um die Stadt-Umland-Bahn wie Trassenverlauf und Taldurchquerung sorgen. Immerhin signalisieren Umweltschützer wie die ÖDP auf Anfrage dieses Medienhauses, gegen die geplante „Regnitzstadt“ nicht wie noch im Fall der gescheiterten Bewerbung zur Landesgartenschau auf Barrikaden gehen zu wollen. Trotzdem rechnet man im Erlanger Rathaus wohl nicht damit, dass die Bauarbeiten vor 2035 beginnen könnten.

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