Nahverkehr
Bahn fährt durch den sensiblen Regnitzgrund
Rund hundert Teilnehmer trafen sich zur Begehung durch den Regnitzgrund.
Rund hundert Teilnehmer trafen sich zur Begehung durch den Regnitzgrund.
Foto: Stub-Zweckverband 
F-Signet von Redaktion Fränkischer Tag
Erlangen – Die Streckenführung im Bereich der Regnitzquerung wurde angepasst. Eingriffe in die Natur sollen reduziert werden.

Der Zweckverband Stadt-Umland-Bahn veranstaltete sein elftes Dialogforum. Im Rahmen einer Vor-Ort-Begehung konnten sich Interessierte über die aktuelle Streckenverschiebung im Bereich der Regnitzquerung informieren. Rund einhundert Personen beteiligten sich an der gut dreistündigen Veranstaltung.

Möglichst umweltverträglich

Rückblick: Im Mai 2021 veranstaltete der Zweckverband ein Lokalforum zu den Ergebnissen des zuvor ausgelobten Realisierungswettbewerbs „Brücke über den Regnitzgrund in Erlangen“. Ziel war es laut Pressemitteilung des Zweckverbands, eine möglichst umweltverträgliche, architektonisch ansprechende und technisch optimierte Gestaltung der Brücke zu erreichen. Im Zuge der Veranstaltung wurden die fünf Entwürfe der beteiligten Ingenieurbüros vorgestellt, von denen drei, nach Ansicht der Jury, das Potenzial hatten, verwirklicht zu werden.

Die Sieger

Schließlich konnte sich der Siegerentwurf des Ingenieurbüros Grassl GmbH, München, in Zusammenarbeit mit Firmhofer + Günther Architekten mbH, München, und Toponauten-Landschaftsarchitektur-Gesellschaft mbB durchsetzen, da er bereits viele der ökologischen und landschaftlichen Anforderungen, die dieser sensible Bereich mit sich bringt, in sich vereint hatte.

Eingriffe in den Baumbestand verringern

Zwischenzeitlich hat der Zweckverband gemeinsam mit den beteiligten Ingenieurbüros den Streckenverlauf weiter optimiert. Dabei sollen Eingriffe in den Baumbestand, darunter die Linde in der Nähe des Wöhrmühlstegs, sowie die Baumgruppe entlang des Siedlerwegs und den Bereich rund um die Seelöcher „auf ein Minimum reduziert werden“, heißt es in der Pressemitteilung. Das Ergebnis wurde nun bei der Vor-Ort-Begehung und einer anschließenden Ausstellung vorgestellt.

Abschließend konnten sich Interessierte im Zuge einer Fishbowl-Diskussion mit Oberbürgermeister Florian Janik und dem Technischen Leiter Florian Gräf über die Zukunft des Regnitzgrundes austauschen. Hier hatten alle Teilnehmer die Möglichkeit, ihre subjektive Meinung konstruktiv einzubringen.

Unterschiedliche Meinungen

Während hier einerseits Bedenken geäußert wurden, dass die Stub den „entschleunigenden“ Charakter des Wiesengrundes gefährden würde und dass Artenschutz genauso wichtig wie Klima-schutz sei, führten andere Diskussionsteilnehmer an, dass es höchste Zeit wäre, nachhaltige Mobilität – und damit die Stub – zu fördern, um dem massiven Verkehrsaufkommen zu begegnen und damit einen wesentlichen Beitrag für den Klimaschutz zu leisten. Dies ließe sich nur mit Hilfe einer mittleren Regnitzquerung realisieren.

Bedürfnisse unter einen Hut bringen

„Für aktiven Klimaschutz brauchen wir einen leistungsfähigen ÖPNV, und das geht nicht ohne leistungsfähige Infrastruktur. Deshalb planen wir die Stub, wir arbeiten aber auch ständig an der Verbesserung des Busnetzes“, erklärte Janik. Und weiter: „Schon heute nutzen wir den Regnitzgrund ganz unterschiedlich – in der Freizeit, zur Landwirtschaft, mit dem Rad auf dem Weg zur Arbeit. Wir wollen alle diese Bedürfnisse unter einen Hut bringen.“ Er zeigte sich zuversichtlich, dass das gemeinsam gelinge und sich dann auch die Stub im Regnitz-grund gut einfüge.

Abschließend betonte Mandy Guttzeit, Geschäftsleiterin des Zweckverbands: „Wir sind uns der Wichtigkeit dieses sensiblen Streckenabschnitts bewusst und planen die Streckenführung so raum- und umweltverträglich wie möglich.“

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