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Mit Kidical-Mass und ADFC
Fahrrad-Demo in Höchstadt: Sicherer Schulweg gefordert
Am Marktplatz in Höchstadt endete der Fahrradkorso der Kidical-Mass-Demo mit einer Kundgebung.
Am Marktplatz in Höchstadt endete der Fahrradkorso der Kidical-Mass-Demo mit einer Kundgebung. // Filina Rieker
Höchstadt a. d. Aisch – Laut, zahlreich und auf Fahrrädern: So demonstrieren die Aktivisten von Kidical-Mass in Höchstadt und fordern sichere Radwege für Kinder. Doch das ist nicht die einzige Herausforderung.

Das „Kidical-Mass-Aktionsbündnis“ ist eine weltweite Bewegung, die eine Mobilitätswende fordert. Im Fokus steht eine kindgerechte Verkehrspolitik, die breite und geschützte Fahrradwege sowie sichere und kindgerechte Kreuzungen fordert.

Kidical-Mass: Fahrrad-Demo in Höchstadt

Die Kidical-Mass findet im Rahmen der bundesweiten Aktionswochen unter dem Motto „Straßen sind für alle da!“ mit Unterstützung des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) statt. „Radfahren ist für Eltern und Kinder noch an vielen Stellen und Orten eine Herausforderung, weil Faktoren wie die Radverkehrsinfrastruktur, aber auch das Verhalten anderer Verkehrsteilnehmer verhindern, sicher und komfortabel unterwegs zu sein“, erläutert Martina Wermuth aus dem ADFC-Vorstand für Familien, Mobilität und Schulwegsicherheit.

Sicherer Schulweg für Kinder gefordert

Für die Entwicklung von Kindern sei es jedoch enorm wichtig, die eigenen Wege zu Schule, Sport oder Freunden selbstständig und aktiv zurückzulegen. „Daher machen wir mit der Kidical Mass auf die Rechte und Bedürfnisse von Kindern aufmerksam und zeigen: Wir sind viele und wir brauchen bessere Verhältnisse, um auch gefahrenfrei von klein auf unterwegs sein zu können“, sagt Wermuth. „Wir setzen uns zum Beispiel für Schulstraßen, für reduzierte Geschwindigkeiten innerorts, Stichwort Tempo-30, und für getrennte Ampelschaltungen für KFZ- und Radverkehr ein“, so Wermuth. Auch in Höchstadt werden die mangelnden Radwege angeprangert.

Andreas Rumpf organisiert Kidical-Mass

Bereits zum zweiten Mal hat Andreas Rumpf, Initiator der Kidical-Mass-Demonstration in Höchstadt, die Kundgebung nun organisiert. „Nach Gesprächen mit Schulleitungen sowie Vertretern mehrerer Höchstadter Schulen möchten wir zuerst den Fokus auf die Erreichbarkeit der Schulen und die Problematik der Elterntaxis legen“, sagt Rumpf. Jeden Morgen und Mittag parkten Autos im Umfeld der Schulen auf Gehwegen, im Halteverbot oder verkehrsberuhigten Bereichen und gefährdeten so Schüler, die zu Fuß und mit dem Rad ihren Schulweg bestreiten.

Der Fahrradkorso startete an der Anton-Wölker-Grundschule.
Der Fahrradkorso startete an der Anton-Wölker-Grundschule. // Filina Rieker

„Gleichzeitig fehlen auf stark frequentierten Schulwegen sinnvolle Radwege. Fußgänger und Radfahrer müssen sich viele Strecken teilen. Um allen Schülern einen sicheren Schulweg zu ermöglichen, ist die Einrichtung von sicheren Verkehrsachsen für Radfahrer unumgänglich. Zudem wäre die Einrichtung von Schulstraßen eine Option, das Umfeld der Schulen sicherer zu gestalten“, erklärt Rumpf. Denn Grundschüler aus Höchstadt, deren Schulweg unter zwei Kilometern, und Schüler ab der Jahrgangsstufe 5, bei denen der Schulweg unter drei Kilometern liegt, hätten eigentlich keinen Anspruch auf eine Beförderung mit dem Bus und müssten selbstständig zur Schule laufen.

Start an Anton-Wölker-Grundschule in Höchstadt

Die Realität sieht aber so aus, dass die Schule teils nicht sicher erreichbar wäre, da es keine Fußgänger- oder Fahrradwege gibt. „Eltern können in diesem Fall einen Antrag über die Schule stellen, der dann von uns geprüft wird. In begründeten Fällen, wie bei Schülern aus Nackendorf, stellen wir natürlich eine Busfahrkarte aus“, heißt es seitens der Stadt Höchstadt.

Rumpf fährt fort: „Damit sich hier hoffentlich etwas ändert und für Kinder eine sichere Infrastruktur geschaffen wird, lohnt es sich auf die Missstände aufmerksam zu machen.“

Die Fahrraddemo startete an der Anton-Wölker-Grundschule mit dem Dekorieren der Räder und weiteren Aktionen. Von hier radelte der Fahrradkorso, von der Polizei begleitet, über öffentliche Straßen zur Grundschule Höchstadt-Süd. Nach einer kleinen Verschnaufpause fuhr der Korso die letzte Etappe der Route bis zum Marktplatz in Höchstadt und versammelte sich hier nochmals. „Wir sind hier und wir sind laut, damit ihr uns Radwege baut!“, rufen die Radfahrer lautstark und einstimmig.

Informationen zu „Kinderaufsrad“

„Es ist toll, wie viele Teilnehmer und vor allem Kinder diesmal mitgefahren sind. Wenn ihr das weitertragt, wenn wir größer werden, haben wir eine Chance, dass man uns hört. Wir bilden gerade eine schulübergreifende Arbeitsgemeinschaft, um die größten Gefahrenstellen zu sammeln. Diese werden wir dann dem Stadtrat präsentieren“, bedankt sich Andreas Rumpf zum Abschied bei den Teilnehmern. Mehr Informationen zu den Aktionswochen gibt es online unter www.kinderaufsrad.org.

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