0
Verkehr
B 505: Sicherer durchs Unfallzentrum
Neu angelegte Behelfsfahrspuren machen die Arbeiten auf der B 505 sicherer.
Neu angelegte Behelfsfahrspuren machen die Arbeiten auf der B 505 im Landkreis Erlangen-Höchstadt sicherer. // Andreas Dorsch
Zentbechhofen – Mit der B 505 wird eine der gefährlichsten Straßen im Landkreis erweitert und entschärft. Doch dadurch könnte der Verkehr nun wieder zunehmen.

Jeder Autofahrer, der öfter mal auf der B 505 zwischen Höchstadt und Bamberg unterwegs ist, kennt die Situation: Er muss mit 65 Stundenkilometern hinter einem oder gleich mehreren Lastwagen her schleichen und findet keine Möglichkeit, sicher zu überholen. Das nervt viele nicht nur, sondern erhöht auch den „Überholdruck“, wie Verkehrsexperten feststellen. Die Folge sind riskante Überholmanöver, die immer wieder zu schweren Unfällen führen. Mit dem streckenweisen Ausbau der Bundesstraße auf drei Fahrspuren soll nun die Verkehrssicherheit erhöht werden.

Einladend, aber noch nicht freigegeben ist die neue Anschlussstelle Herrnsdorf/Zentbechhofen.
Einladend, aber noch nicht freigegeben ist die neue Anschlussstelle Herrnsdorf/Zentbechhofen. // Andreas Dorsch

Zwischen den Ausfahrten Pommersfelden und Hirschaid gibt es bereits einen solchen dreistreifigen Abschnitt, an einem zweiten wird seit Monaten kräftig gebaut. Auf einer Länge von 3,7 Kilometern bekommt die B 505 hier nicht nur eine dritte Fahrbahn, sondern im Kreuzungsbereich mit der Staatsstraße von Herrnsdorf nach Zentbechhofen auch eine neue Anschlussstelle.

Provisorische Fahrspuren angelegt

Die hat mittlerweile Formen angenommen. Auf- und Abfahrten sind bereits asphaltiert, aber noch nicht für den Verkehr freigegeben. Neben der Bundesstraße wurden Behelfsfahrstreifen angelegt, über die der Verkehr durch die Großbaustelle geführt wird. Sind diese provisorischen Fahrspuren notwendig? „Zwingend erforderlich“, antwortet Sabrina Hörl, Pressesprecherin des Staatlichen Bauamts Bamberg, unter dessen Regie der Ausbau erfolgt.

Erneuert wurden auch Unterführung und Fahrbahn auf der Gemeindeverbindungsstraße Jungenhofen-Schlüsselau.
Erneuert wurden auch Unterführung und Fahrbahn auf der Gemeindeverbindungsstraße Jungenhofen-Schlüsselau. // Andreas Dorsch

Eine Umleitungsstrecke sei nicht vorhanden und der Verkehr dürfe aus Arbeitsschutzgründen nicht „unmittelbar an den Bauarbeitern vorbeigeführt“ werden. Auf Baustellenampeln wird bewusst verzichtet. Sie würden die Arbeiten verlängern und die mögliche Baustrecke auf wenige hundert Meter verkürzen. Später sollen die Provisorien als Wartungswege genutzt werden.

8000 Kubikmeter bewegt

Wie Pressesprecherin Hörl weiter mitteilt, bringt die abgesperrte Fahrbahn auch Vorteile beim Transport von Bodenmaterial. Um die verbreiterte Straße auf ein Höhenniveau zu bringen, müssen etwa 80000 Kubikmeter Material bewegt und mit speziellen Walzen verdichtet werden, damit sie den späteren Belastungen Stand hält. Schwierigkeiten bei den Bauarbeiten bereiteten „wenig tragfähige Untergründe auf der Südseite, sowie Erosionsschäden durch die Regenperioden im Frühjahr“.

Die neue Anschlussstelle Herrnsdorf/Zentbechhofen mündet derzeit noch in eine Baustelle.
Die neue Anschlussstelle Herrnsdorf/Zentbechhofen mündet derzeit noch in eine Baustelle. // Andreas Dorsch

Trotzdem kündigt Sabrina Hörl an, dass die Arbeiten - auch Dank der trockenen Witterung - gut vorankommen und im Zeitplan liegen. Bis Ende dieses Jahres soll die Baustelle wieder ungehindert befahren werden können und die neue Anschlussstelle für den Verkehr freigegeben werden. Auf diese Auffahrt warten die Bürger aus den nördlichen Höchstadter Ortsteilen und auch aus dem Raum Herrnsdorf schon länger.

Von der Feuerwehrzufahrt zur regulären Auffahrt

Verkürzt sich durch sie doch der Weg nach Bamberg ebenso wie zur A3 Richtung Süden. Schon vor Jahren hatte sich Höchstadts Bürgermeister Gerald Brehm (JL) auf Drängen des damaligen Feuerwehrkommandanten Reiner Kugler zunächst wenigstens um eine Feuerwehrzufahrt bemüht, um Rettungsdienste wie die Zentbechhofener Feuerwehr schneller zu Unfällen in diesem Streckenabschnitt zu bringen. Zusammen mit den Bürgermeisterkollegen aus Oberfranken gelang es Brehm dann, eine reguläre Auffahrt zu bekommen. Dafür möchte er sich noch heute bei „allen beteiligten, sehr kooperativen Behörden“ bedanken.

Millionen investiert

Der Staat lässt sich diesen B-505-Abschnitt mit Verbreiterung und der neuen Anschlussstelle insgesamt 15 Millionen Euro kosten. Laut der Pressesprecherin des Staatlichen Bauamts können diese veranschlagten Kosten „aller Voraussicht nach“ auch eingehalten werden. Wie aus dem Erläuterungsbericht zum Ausbau hervorgeht, passieren den B 505-Abschnitt zwischen den Ausfahrten Pommersfelden und Hirschaid aktuell an normalen Werktagen rund 8600 Kraftfahrzeuge pro Tag. Davon sind 2470 Lastwagen, Lastzüge und Busse. Dieser hohe Schwerverkehrsanteil von 29 Prozent war auch einer der Hauptgründe für den Ausbau. Die Prognosen für 2025 gehen gar von 9000 Fahrzeugen am Tag aus.

Aus dem Fokus verschwunden

Gebaut wurde die Bundesstraße 505 Mitte der 1960er-Jahre, um eine schnelle Verbindung von der damals neuen A3 nach Bamberg und weiter bis nach Bayreuth zu schaffen. Zwischen Bamberg und Bayreuth wurde die Schnellstraße anschließend während der 1990er-Jahre vierspurig zur A 70 in ihrer heutigen Größe verbreitert.

Durch den Weiterbau der A 70 Richtung Schweinfurt verschwand der Ausbau der Bundesstraße 505 zwischen Bamberg und der A 3 laut Erläuterungsbericht aus dem Fokus der Verkehrsplaner. Der Name flammte erst durch viele schwere und tödliche Unfälle – zuletzt in den Jahren 2003 bis 2005 – wieder bei den Planern auf.

Lesen Sie auch: 

Inhalt teilen
  • kopiert!