Musë Smakolli ist Gastronom aus Leidenschaft. Seit Jahren betreibt er die beliebte Pizzeria Capri in Heßdorf, die weit über die Ortsgrenzen hinaus bekannt ist. Nun will er in Adelsdorf ein zweites Standbein aufbauen – und das schon bald.
Schon vor der Corona-Pandemie habe Smakolli Pläne gemacht, nach Adelsdorf zu expandieren. „Wir sind ja jetzt schon ein paar Tage hier im Landkreis“, scherzt Smakolli, der vor 30 Jahren nach Deutschland gekommen ist. „Ich finde, Adelsdorf ist eine schöne Gemeinde, ein schöner Ort. Ich kenne viele Leute da und auch unser Restaurant in Heßdorf hat viele Stammgäste aus Adelsdorf.“
Letztes Jahr im September habe Smakolli schließlich einen überraschenden Anruf bekommen. Ein Haus sollte verkauft werden – genau das Haus, das er sich schon öfter angeschaut hatte. „Das war eine Überraschung, ich hatte eigentlich nicht vor zu kaufen“, erzählt er.
Pizzeria Capri Heßdorf: Betreiber eröffnet neuen Standort
Doch das Interesse sei groß gewesen und schließlich wagte der Gastronom den Schritt. Ab dem 1. November soll es am neuen Standort mit den Umbauarbeiten für ein Eiscafé losgehen, die Vision für den neuen Laden ist klar: „Es soll ein Treffpunkt werden, wo man einen Aperol trinken kann“, sagt Smakolli. „Ich glaube, so etwas fehlt in Adelsdorf. Wir wollen alle empfangen, von den Kleinsten, die eine Eiskugel essen, bis hin zu den Älteren, die ein Stück Kuchen essen wollen.“
Neben dem selbstgemachten Eis, mit dem Smakolli schon die Fans in Heßdorf begeistert, soll es Kaffee und Kuchen, sowie kleine Speisen zum Mittag- und Abendessen geben – vielleicht sogar Frühstück. „Aber“, so Smakolli, „das wird kein Restaurant wie in Heßdorf. Da wird es kleine Sachen geben, wie Antipasti oder Bruschetta.“
Schon im Februar soll das neue Eiscafé eröffnen. Bis dahin sei einiges zu tun, sagt Smakolli, denn es soll ganz neu eingerichtet werden. „Es soll ein richtig schönes Ambiente werden, wo die Menschen sich wohlfühlen. Die Leute haben ohnehin so wenig Zeit, sie sollen da einen schönen Abend mit Freunden verbringen können, mit ein bisschen Urlaubsfeeling.“
Neues Eiscafé in Adelsdorf
Doch während die Adelsdorfer sich damit auf eine neue Anlaufstelle im Ort freuen dürfen, muss dafür gleichzeitig eine eingesessene Institution weichen. Denn in der Ladenfläche, in der das neue Eiscafé entstehen soll, ist aktuell noch das Café am Marktplatz untergebracht. Betreiber ist derzeit die Laufer Mühle, ein Inklusionsunternehmen, das Menschen mit Beeinträchtigung, Suchterkrankten oder Langzeitarbeitslosen hilft, auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen.
Geplant sei die Schließung nicht gewesen, wie Günter Münch, Zweiter Bürgermeister von Adelsdorf und Geschäftsleiter der Laufer Mühle, verrät. Doch das Café sei schon „an seine Grenzen“ gekommen. Mit dem neuen Eigentümer habe man sich aber einvernehmlich geeinigt.
„In Adelsdorf ist Mitte Oktober Kirchweih. Da spielt sich immer viel um den Marktplatz ab und wir sind seit Jahren aktiv dabei. Das wollen wir noch als Abschluss mitnehmen“, sagt Münch. Zum 1. November sei dann Schluss.
Café am Marktplatz muss schließen
Eine Neueröffnung woanders hält Münch in nächster Zeit für unrealistisch. „Wir haben zunächst schon überlegt, ob wir eine Alternative suchen“, sagt er. Aber das sei schwierig. Die Standorte, die interessant seien, bräuchten erst einmal eine Grundsanierung. „Da ist man schnell bei einem sechsstelligen Betrag. Unser Café zielt eher auf Öffentlichkeitsarbeit als auf großen Gewinn ab. Das rentiert sich nicht.“
Generell sei die Laufer Mühle von einem Neuanfang aber nicht abgeneigt, sollte sich irgendwo eine passende Immobilie auftun, zumal die Reaktion auf die Schließung eindeutig sei. „Die Kunden sind enttäuscht“, sagt Münch. „Wir haben einige Gruppen, die sich hier wöchentlich oder alle zwei Wochen treffen. Die Leute finden es schade, weil sie im Café auch den sozialen Aspekt sehen.“
Laufer Mühle plant Alternativangebot
Wichtig, so betont Münch, sei, dass alle Klienten, die aktuell im Café Arbeit gefunden hätten, anderweitig unterkommen würden. „Es muss keiner gehen“, sagt Münch.
Weitergehen könnte es für das Café trotzdem, nur auf eine etwas andere Art. „Geplant ist, dass wir solche Dinge weiterhin anbieten und in der Laufer Mühle selbst eine Art kleinen Hofladen einrichten. Da sollen Leute Brot, Brezen oder Kuchen kaufen oder auch Torten für Feiern bestellen können“, so Münch. Ob das tatsächlich nahtlos umsetzbar ist, sei derzeit noch in Klärung.
Bürgermeister Karsten Fischkal sieht zwar den Verlust des Cafés am Marktplatz, freut sich gleichzeitig aber auf das neue Café. „Es ist schade, auf der einen Seite. Für die Mitarbeiter der Laufer Mühle war das eine Möglichkeit, auf dem Arbeitsmarkt tätig zu werden“, sagt er. „Aber für Adelsdorf ist es toll, dass der neue Eigentümer etwas Neues vorhat. Wäre dort ein Leerstand geblieben, wäre das nicht schön gewesen.“
Laufer Mühle: Neuer Anlauf anderswo?
Auch er kann sich vorstellen, dass sich für die Laufer Mühle irgendwann ein neuer Standort findet. „Das wird nicht heute oder morgen sein, damit muss sich der neue Bürgermeister dann auseinandersetzen. Aber dass das Projekt Unterstützung fände, denke ich schon.“
Smakolli selbst weiß um den sozialen Aspekt seiner Vorgänger. „Das ist schon eine gute Sache. Aber wenn ich es nicht genommen hätte, hätte es jemand anders genommen und sie hätten vielleicht genauso herausgemusst“, sagt er. „Ich gehe auf jeden Fall mit voller Energie rein, ich kenne den Ort, der eine riesige Entwicklung gemacht hat. Das ist eine super Ecke.“















