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Karpfensaison startet Montag
Höchstadt: Karpfenland Aischgrund will Weltkulturerbe werden
Anfang September, pünktlich zum Saisonstart, wird Antonia Dümmler zur neuen Karpfenkönigin gekrönt.
Die Krönung der neuen Karpfenkönigin Antonia Dümmler aus Bösenbechhofen wird am Montag stattfinden. // Foto: Anna-Lena Reif
Höchstadt a. d. Aisch – Am Montag wird in Höchstadt die Karpfensaison eröffnet. Das Karpfenland Aischgrund krönt unter anderem eine neue Königin, führt den Karpfenpass wieder ein und steckt sich ein richtig großes Ziel.

Nur einen Tag nach dem Altstadtfest steht auf dem Höchstadter Marktplatz schon die nächste große Feier an. Am Montag, 1. September, startet die neue Karpfensaison. Die Interessengemeinschaft Karpfenland Aischgrund lädt dazu die gesamte Bevölkerung ein und hat auch wieder ein abwechslungsreiches Programm vorbereitet.

Ab 16.30 Uhr serviert das Weppersdorfer Landgasthaus Utz die ersten frischgebackenen Karpfen der Saison. Dazu werden vor Ort wieder mehrere Fritteusen angeworfen. Höhepunkt des Abends ist dann um 18 Uhr die Krönung der neuen Karpfenkönigin, die in den nächsten Jahren das Karpfenland repräsentieren wird. Antonia Dümmler aus Bösenbechhofen übernimmt diese Aufgabe von der amtierenden Königin Svenja Viertel aus Schwarzenbach. Natürlich fahren die Majestäten standesgemäß mit der Pferdekutsche auf dem Marktplatz vor.

Zeremonienmeister der Karpfen

Dem Karpfenland Aischgrund gehören mittlerweile über 30 Gemeinden aus den Landkreisen Erlangen-Höchstadt, Neustadt, Forchheim und Bamberg an, auch die Stadt Erlangen ist dabei. Vorsitzender des eingetragenen Vereins ist Höchstadts Bürgermeister Gerald Brehm (JL). Er wird zusammen mit den Karpfenexperten Martin Oberle und Walter Jakob als Zeremonienmeister bei der Krönung fungieren. Die musikalische Begleitung des Abends übernehmen „Gonzo’s Dixie Combo“ und „Emmi Weiß und die Schlochsaitn“. Nach dem Altstadtfest verlängern die SpVgg Etzelskirchen mit dem Ausschank im Festzelt und die CSU mit ihrem Wein- und Cocktailstand ihren Einsatz um einen Tag.

Rühren fürs Karpfenland Aischgrund kräftig die Werbetrommel (von links): Annja Herrmann, Gerald Brehm, Christiane Kolbet und Angela Nusser. Ihr Ziel ist es, die Teichkulturlandschaft zum Weltkulturerbe zu machen.
Rühren fürs Karpfenland Aischgrund kräftig die Werbetrommel (von links): Annja Herrmann, Gerald Brehm, Christiane Kolbet und Angela Nusser. Ihr Ziel ist es, die Teichkulturlandschaft zum Weltkulturerbe zu machen. // Andreas Dorsch

Stadtoberhaupt Brehm freut sich, für die Eröffnung der Karpfensaison die Infrastruktur des Altstadtfests verwenden zu können. Überhaupt hat der Vorsitzende mit dem Karpfenland noch viel vor. Ziel ist es, die Teichkulturlandschaft im Aischgrund zum Weltkulturerbe zu machen. Dafür sieht er den Verein jetzt „professionell aufgestellt“. Neben der ehrenamtlichen Führungsmannschaft kümmern sich mit Angela Nusser und Annja Herrmann zwei fest angestellte Mitarbeiterinnen um die verschiedenen Aktivitäten des Vereins.

Der Rekordhalter verspeiste in einer Saison 117 Karpfenportionen

Ihr Ziel ist es auch, den Tourismus anzukurbeln und das Karpfenland überregional bekannt zu machen. Mit Unterstützung der Karpfenkönigin ist man da schon auf Messen vertreten. Wieder aufleben wird in diesem Jahr der Karpfenpass. In den Mitgliedsgaststätten gibt es für jede Art von Karpfengericht einen Stempel. Ab 25 winken dafür Preise. Zum Saisonauftakt am Montag in Höchstadt wird der Karpfenpass vorgestellt und es können auch schon die ersten Stempel abgeholt werden.

Den Pass gibt es in der Karpfenland-Geschäftsstelle am Vogelseck und in den beteiligten Gasthäusern. Den Rekord hält übrigens immer noch Altlandrat Eberhard Irlinger. Er verspeiste in einer Saison 117 Karpfenportionen.

„Wir sind mit Karpfenwirtschaften nicht gerade gesegnet“

Dass der Aischgründer Karpfen etwas Besonderes ist, soll den Menschen in der Region und auch weit darüber hinaus jedes Jahr mit den Teichkulturwochen bewusst gemacht werden. Federführend hat hier 2. Vorsitzende Christiane Kolbet vom Verein Karpfenland Aischgrund ein vielfältiges Programm zusammengestellt. Von Anfang September bis Ende Oktober warten in diesem Jahr bei der vierten Auflage rund 40 Veranstaltungen auf Besucher aus nah und fern. Angesagt sind kulturelle Events ebenso wie Karpfenwanderungen, Karpfenessen, Märchenspaziergänge, Schnupperfischen und vieles mehr.

„Es läuft hervorragend“, sagt Kolbet, die auch hauptberuflich als Gästeführerin arbeitet. So seien für dieses Jahr schon 10.000 Programmhefte verteilt worden. 3000 Gäste hätten sich bereits angemeldet, wobei das Einzugsgebiet kontinuierlich wachse. Ein Problem sieht Karpfenland-Vorsitzender Brehm noch im Zentrum seiner Heimatstadt: „Wir sind mit Karpfenwirtschaften nicht gerade gesegnet.“ Das möchte er dadurch lösen, dass die Stadt interessierten Gastronomen bei den Investitionen und Pachtverträgen entgegenkommt.

Ein solches Projekt wäre zum Beispiel das ehemalige Hotel Alte Schranne, das sich schon länger im Eigentum der Stadt befindet.

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