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Neues Projekt in Höchstadt
Gegen Trockenheit: Kann ein Karpfenteich die Ernte retten?
Bewässerungsexperte Martin Müller (links) und Landwirt Andreas Schmidt (hinten Mitte) erläutern den geladenen Gästen, wie Felder mit Weiherwasser versorgt werden können.
Bewässerungsexperte Martin Müller (links) und Landwirt Andreas Schmidt (hinten Mitte) erläutern den geladenen Gästen, wie Felder mit Weiherwasser versorgt werden können. // Andreas Dorsch
Wie das Wasser optimal an die Wurzeln der Pflanzen gelangt, wird bei dem Pilotprojekt auch untersucht. Bewässerungsexperte Martin Müller zeigte am Meerrettichfeld die unterschiedlichen Möglichkeiten.
Wie das Wasser optimal an die Wurzeln der Pflanzen gelangt, wird bei dem Pilotprojekt auch untersucht. Bewässerungsexperte Martin Müller zeigte am Meerrettichfeld die unterschiedlichen Möglichkeiten. // Andreas Dorsch
Signet des Fränkischen Tags von Andreas Dorsch
Höchstadt – Trockenheit bedroht die Ernten – ein Pilotprojekt im Landkreis Erlangen-Höchstadt zeigt, wie Karpfenteiche als Wasserspeicher die Landwirtschaft retten könnten.

„Wenn ich nicht bewässert hätte, hätte ich einen Totalausfall bei meinen Kartoffeln“, sagt der Kieferndorfer Landwirt Günther Geyer, als er mit einer Gruppe aus Experten der Teich- und Landwirtschaft, von Ämtern und Behörden sowie Vertretern aus Landes- und Bundespolitik an einem Meerrettichfeld bei Biengarten steht.

Vor ihnen wachsen Pflanzen, die künstlich bewässert werden, neben solchen, die mit dem auskommen müssen, was vom Himmel fällt. Der Unterschied ist unübersehbar. Nur: Woher das Wasser nehmen?  

Die Lösung könnten Teichwirte liefern. Wie das funktioniert, erlebte die illustre Gesellschaft einige Meter tiefer an einem Karpfenteich. Das Höchstadter Institut für Fischerei der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft hatte hier vor zwei Jahren zusammen mit der Arbeitsgemeinschaft Landwirtschaftliches Bauwesen das Projekt „Bewässerungsteichwirtschaft“ gestartet.  

Martin Oberle (rechts) und Landrat Alexander Tritthart sind überzeugt, hier eine lokale Antwort auf den Klimawandel zu haben.
Martin Oberle (rechts) und Landrat Alexander Tritthart sind überzeugt, hier eine lokale Antwort auf den Klimawandel zu haben. // Andreas Dorsch

Dürre und Trockenheit: Wie Karpfenteiche Landwirten helfen

Ziel ist es, in niederschlagsreicher Zeit das Wasser zu speichern, um es in Trockenperioden auf die Felder zu bringen. Als Wasserspeicher eignen sich in der Region viele der Karpfenteiche. Sie müssten nur vertieft werden oder höhere Dämme bekommen. In Biengarten wurde der Versuchsteich vertieft und das angrenzende Meerrettichfeld bewässert.  

Für Landwirt Andreas Schmidt hat sich der Versuch im ersten Jahr bereits gerechnet. „Er ist allerdings mit einem großen Aufwand verbunden“, erklärte Schmidt den Besuchern. Um in dem 1,4 Hektar großen Feld Einwegschläuche zu verlegen, seien drei Leute einen ganzen Tag beschäftigt gewesen. Rund 300 Euro pro Hektar müsse man für die Schläuche investieren.  

Zwischen Weiher und Pumpe erklärte Bewässerungsexperte Martin Müller, wie die Technik funktioniert.
Zwischen Weiher und Pumpe erklärte Bewässerungsexperte Martin Müller, wie die Technik funktioniert. // Andreas Dorsch

Höchstadter Karpfenteichwirtschaft: Projekt schon 2006 vorgestellt

Martin Müller von der Arbeitsgemeinschaft Landwirtschaftliches Bauwesen erläuterte, man wolle mit dem Wasser sparsam umgehen. Deshalb habe man hier die Tröpfchenbewässerung gewählt. Besonders freut sich Martin Oberle über den gelungenen Versuch. Der Leiter der Höchstadter Außenstelle für Karpfenteichwirtschaft erinnerte daran, dass er das Projekt bereits 2006 erstmals vorgestellt hat. Damals und bei fünf weiteren Versuchen habe es seitens der Behörden allerdings kein Interesse gegeben. Der fortschreitende Klimawandel hat hier anscheinend zu einem Umdenken geführt.  

Unterstützung bekommt der Pilotversuch auch vom Landratsamt. Ganz gezielt wolle man im Klimaschutz konkrete Projekte fördern, sagte Landrat Alexander Tritthart (CSU) am Weiherdamm zwischen Pumpe und Feuerwehrschläuchen. Durch diese wird das vorher gefilterte Weiherwasser zum höchsten Punkt des Feldes gepumpt, um dann über die Sickerschläuche seinen Weg zu den Pflanzenwurzeln zu finden. Tritthart setzt dabei auf die berufliche Kompetenz seines Stellvertreters Martin Oberle, der auch Mitglied im Arbeitskreis Klimaschutz des Landkreises ist.  

Wie das Wasser optimal an die Wurzeln der Pflanzen gelangt, wird bei dem Pilotprojekt auch untersucht. Bewässerungsexperte Martin Müller zeigte am Meerrettichfeld die unterschiedlichen Möglichkeiten.
Wie das Wasser optimal an die Wurzeln der Pflanzen gelangt, wird bei dem Pilotprojekt auch untersucht. Bewässerungsexperte Martin Müller zeigte am Meerrettichfeld die unterschiedlichen Möglichkeiten. // Andreas Dorsch

Hilfe für Bauern in Höchstadt: Behördliche Herausforderungen  

Für die Fische in den vertieften Teichen sieht Oberle keine Probleme. Die Kosten, die auf die Teichwirte für den Umbau der Weiher zukommen, würden derzeit berechnet. Am Ende müssen dann nur noch die Behörden mitspielen, denn für die Feldbewässerung aus Teichen ist ein wasserrechtliches Verfahren notwendig. Selbst wenn es sich um Himmelsweiher handelt, die nur vom Regen gespeist werden – das Wasser gehört den Teichwirten nicht, sie dürfen es lediglich nutzen. Manche Land- und Teichwirte sehen hier schon die nächsten Hürden bei den Behörden, ganz nach dem Motto: Wasser im Winter aufheben, das haben wir ja noch nie gemacht. 

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