Zehn Prozent operativen Gewinn. Das ist die große Zahl, die Adidas-Chef Bjørn Gulden für das Unternehmen als Ziel gesetzt hat. Während der Vorstellung der Quartalszahlen für das 2. Quartal am Mittwoch, 30. Juli, zeigte sich der CEO mit der Entwicklung des Sportartikelherstellers sehr zufrieden. Alles verlaufe nach Plan. Das Wachstumskonzept, das 2023 aufgestellt wurde, scheint aufzugehen. „Wir werden Adidas dahin zurückbringen, wo es sein sollte“, sagte Gulden. „Zweistelliges Wachstum“ war das Stichwort der Stunde für Adidas.
Adidas fährt im 2. Quartal „gesundes“ Wachstum ein
Für das zweite Quartal 2025 stieg der währungsbereinigte Umsatz der Marke Adidas im Vergleich zum Vorjahr um 12 Prozent. Das teilte das Unternehmen mit. Laut Adidas spiegelt der Zuwachs die anhaltende Markendynamik wider.
Unter Einbeziehung des Yeezy Umsatzes im Vorjahr stieg der währungsbereinigte Umsatz um 8 Prozent. In Euro erhöhte sich der Umsatz bei Adidas um lediglich 2 Prozent auf 5,952 Millionen Euro (2024: 5,822 Millionen Euro). Grund dafür sei der starke Euro, der laut Adidas gegenüber mehreren Währungen zu einem unvorteilhaften Umrechnungseffekt von rund 300 Millionen Euro im zweiten Quartal geführt habe.
Das Betriebsergebnis des Unternehmens stieg im zweiten Quartal um 58 Prozent auf 546 Millionen Euro (2024: 346 Millionen Euro), was einen Anstieg der operativen Marge um 3,2 Prozentpunkte auf ein Niveau von 9,2 Prozent widerspiegelt (2024: 5,9 Prozent). Nachdem der Verkauf der verbliebenen Yeezy Bestände Ende des letzten Jahres abgeschlossen wurde, enthält das Betriebsergebnis des zweiten Quartals 2025 keinerlei Beitrag von Yeezy (2024: rund 50 Millionen Euro).
Adidas: Ergebnisse des ersten Halbjahrs über Erwartungen
Das starke Wachstum habe Adidas einem guten Absatz in den Bereichen Schuhen, Bekleidung und Accessoires zu verdanken. Bei Schuhen stieg der Umsatz im zweiten Quartal währungsbereinigt um neun Prozent. Mehrere Kategorien verzeichneten Zuwächse im zweistelligen Prozentbereich, insbesondere Running, Training, Sportswear und Performance Basketball.
Mit den Umsätzen der ersten Jahreshälfte verbesserte sich der Umsatz um sieben Prozent auf 12,105 Millionen Euro (2024: 11,280 Millionen Euro), sei das Unternehmen auf einem guten Weg zu einer, wie Gulden es nennt, „gesunden Firma“.
Trotzdem hat das Unternehmen seine Prognose für den Jahresabschluss 2025 nicht nach oben korrigiert. Adidas bleibt bei dem ursprünglichen Ausblick für das Jahr und geht für 2025 weiterhin von einer Verbesserung des Betriebsergebnisses auf einen Wert zwischen 1,7 und 1,8 Milliarden Euro aus.
„Wir haben unsere Prognose nicht angehoben. Obwohl wir besser abgeschnitten haben als erwartet, wollen wir konservativ bleiben“, sagte Gulden. Vor dem Hintergrund volatiler Zeiten und Unklarheiten auf in absehbarer Zeit weiter ansteigende US-Zölle ist das keine Überraschung.
Adidas-CEO Gulden stichelt gegen Konkurrent Puma
Gute Stimmung bei Adidas, mit einer Prise Nüchternheit also. Der Adidas-Chef kam während der Pressekonferenz nicht umhin, gegen die schlechten Aussichten bei der Konkurrenz zu sticheln. Vergangene Woche hatte Puma Umsatzeinbußen für das zweite Quartal und eine korrigierte Prognose für 2025 vorgestellt. „Anders als andere Unternehmen, deren Zahlen ich hier nicht nennen will, haben wir weder Bestellungen storniert noch mussten wir unser Jahresausblick reduzieren“, sagte Gulden.
Wenig Auswirkungen der US-Zölle auf Adidas
Da Adidas seine Produktion hauptsächlich in Vietnam habe, sei das Unternehmen außerdem nicht von den US-Zöllen gegen die Europäische Union betroffen. „Wir versuchen jetzt kurzfristige Entscheidungen zu treffen, um der Marke damit nicht mittelfristig zu schaden“, erklärte der CEO den Kurs für die kommenden Monate in Anbetracht er unvorhersehbaren Lage der Weltwirtschaft. Dazu gehört auch eine Preissteigerung in Bezug für den US-amerikanischen Markt. Für welche Produkte und in welcher Höhe die Steigerungen geplant sind, darauf wollten sich die Verantwortlichen bei Adidas nicht festlegen. Genauere Informationen wolle man erst im August mitteilen.














