Es scheint, als wolle das Unternehmen aus Herzogenaurach die schlechten Nachrichten so schnell wie möglich hinter sich bringen: Denn der Sportartikelhersteller hatte sich dazu entschlossen, den offiziellen Quartalstermin kurzerhand eine Woche vorzuziehen. Nachdem das Unternehmen den neuen Pressetermin am Vortag gegen 23 Uhr bekannt gegeben hatte, hat Puma in einem Informationssprint seine Zahlen spontan am Freitagmorgen, 25. Juli, vorgestellt.
Verluste bei Puma Herzogenaurach: Neue Details zum Stellenabbau
Ähnlich sportlich wird sich das Unternehmen vermutlich nicht aus seiner derzeitigen schlechten Situation befreien können. Wieder musste Puma sein erwartetes Jahresziel weiter nach unten korrigieren. Für das Gesamtjahr 2025 geht man nun von einem Verlust statt eines Gewinns von 445 bis 535 Millionen Euro (vor Zinsen und Steuern) aus. Auf Basis vorläufiger Zahlen sind die Umsätze im zweiten Quartal währungsbereinigt um 2 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro gesunken. „Wir wollen dafür sorgen, dass Puma wettbewerbsfähig bleibt“, sagte Markus Neubrand, Chief Financial Officer, über die momentane Lage des Unternehmens.
Bringt 2025 noch mehr Sparmaßnahmen für Puma?
In diesem Sinne plant der Sportartikelhersteller Preisanpassungen für den US-amerikanischen Markt. Laut Neubrand sind „weitere Maßnahmen in Bezug auf Kostenanpassungen“ vorgesehen. Konkrete Details will Puma allerdings erst im Herbst bekanntgeben.
Wie fränkischertag.de berichtete, rechnete das Unternehmen im ersten Quartal noch mit einem sogenannten EBIT, das Ergebnis vor Zinsen und Steuern, zwischen 520 und 600 Millionen Euro für das Jahr 2025.
Als Ursache der Einbußen nennt Puma eine schwache Umsatzentwicklung und große Währungsbelastungen. Hier wirken sich vor allem die US-Zölle in Höhe von rund 80 Millionen auf den Rohertrag aus.
Hinzukommen für das zweite Quartal „Einmal-Kosten“ in Höhe von 84,6 Millionen Euro. Dazu zählt auch das bereits im Januar angekündigte Kosteneffizienzprogramm „Next Level“.
Mit dem Sparkurs wolle man „die Haupttreiber der Kosten“ eindämmen, sagte Arthur Höld, neuer Puma-Chef. Seit 1. Juli ist der ehemalige Adidas-Manager neuer Vorsitzender des Konzernvorstands. Der vorherige CEO Arne Freundt trat im April, nach 14 Jahren bei Puma, von seinem Führungsposten zurück.
Puma: Stellenabbau fast vollständig abgeschlossen
Teil des Sparprogramms „Next Level“ ist der Abbau von 500 Stellen weltweit, 150 davon am Hauptsitz des Unternehmens in Herzogenaurach. „Die Reduzierung um 500 Stellen haben wir im zweiten Quartal zu einem Großteil abgeschlossen“, sagte Höld.
Ob in diesem Jahr noch mehr Arbeitsplätze bei Puma wegfallen werden? Diese Frage ließen die Verantwortlichen während der Pressekonferenz offen. Auch die Nachfrage von fränkischertag.de blieb bis zum Redaktionsschluss unbeantwortet.
Unklar bleibt auch, wie viele Puma-Stores im Zuge der Sparmaßnahmen bereits geschlossen wurden. Im Frühjahr hatte das Unternehmen angekündigt, im Laufe des Jahres 30 unrentable Geschäfte schließen zu wollen.
„Wir haben genug finanziellen Spielraum, um die geschäftlichen Entwicklungen voranzutreiben.“ Höld sprach zum ersten Mal in seiner neuen Rolle als Puma Chef über die Zukunft des Unternehmens. Dabei blieb er recht nüchtern: „Die Einnahmen und Prognosen sind bisher hinter den Erwartungen geblieben. Das dämpft den Ausblick für unsere Hauptlinie für den Rest des Jahres. Wir müssen daran arbeiten, unsere Kosten anzupassen.“
Zumindest rhetorisch scheint Höld für das Unternehmen notwendige Veränderungen im Blick zu haben. „2025 wird ein Neustart für Puma.“ Dabei wird es aller Voraussicht nach nicht bleiben, sofern Puma seinen Sparkurs auch im nächstens Jahr fortsetzten muss. Um die Finanzplanung und das Wachstum des Sportartikelherstellers zu gewährleisten, werde laut Höld auch 2026 „ein Jahr des Übergangs sein“.















