Mitte März hatten die Neuigkeiten über den geplanten Stellenabbau bei Siemens die Region erschüttert, immerhin sollen auch die Standorte in Erlangen, Nürnberg und Fürth betroffen sein. Konkrete Zahlen hatte Siemens damals weder bestätigt noch dementiert, das Unternehmen hatte zunächst die Standorte informieren wollen.
Nun hat es eine Einigung zwischen dem Unternehmen und dem Gesamtbetriebsrat gegeben. Wie Siemens-Sprecher Bernhard Lott auf Nachfrage von fraenkischertag.de erklärt, seien bayernweit insgesamt 1600 Stellen betroffen – 1250 davon in der Metropolregion.
Siemens Erlangen: Zahlen zum Stellenabbau werden noch kommuniziert
Im Vergleich zur ursprünglichen Planung hätten sich die Zahlen in der Region ein wenig verschoben, das hänge auch mit den Umzugsplänen zusammen, nach denen ein Teil der Beschäftigten aus Nürnberg zum Campus in Erlangen wechseln soll, wie Lott erklärt. Konkret soll der Abbau in Erlangen nun 400 statt ursprünglich 370 und in Nürnberg 240 statt den geplanten 300 Stellen treffen. Mit 280 Stellen in Fürth, 270 Stellen in Amberg und 140 Stellen in Bad Neustadt, haben sich die Pläne an diesen drei Standorten nicht verändert.
Fest steht laut Siemens nach wie vor: „Es wird keine betriebsbedingten Kündigungen in Deutschland geben. Der Stellenabbau wird sozialverträglich erfolgen und soll bis zum Ende des Geschäftsjahres 2027 abgeschlossen sein.“ Der Sozialplan sehe „gute Konditionen vor“, außerdem sei für viele Mitarbeiter bereits eine Lösung gefunden.
Diese Einschätzung teilt auch Martin Jandt, Betriebsratsvorsitzender des Bereichs Erlangen G. „Das kann man so definitiv unterstreichen. Der Sozialplan wurde vergangenen Mittwoch beschlossen, auf Gesamtbetriebsratsebene. Es gibt einige Verbesserungen, das kann man deutlich so sagen. Da wurde sehr, sehr gut verhandelt“, betont er.
Betriebsrat bestätigt: Gute Verhandlungen mit Siemens
Insgesamt sollen in Deutschland beim Automatisierungsgeschäft von Siemens Digital Industries rund 2500 Stellen abgebaut werden, dies seien rund 100 Stellen weniger als noch im März angenommen, so Lott. Hinzu kämen „Stellenanpassungen im Ladesäulengeschäft der Siemens Smart Infrastructure SI E 2“, dabei handle es sich um weitere 250 Stellen.
Lott verweist jedoch auch auf „viele offene Stellen“, die es derzeit deutschlandweit bei Siemens gebe. „Das bietet sicherlich dem einen oder anderen Möglichkeiten für Beschäftigung“, so Lott. Außerdem habe Siemens „einen Transformationsfonds in Höhe von 50 Millionen Euro bis zum Jahr 2030 aufgelegt“. Damit wolle das Unternehmen auf „geänderte Jobprofile und die neuen Anforderungen“ reagieren und Möglichkeiten für Qualifizierung und Weiterbildung „in Bezug auf neue Technologien wie zum Beispiel Künstliche Intelligenz“ bieten.
Auch Jandt zeigt sich trotz der nach wie vor hohen Zahlen optimistisch. „Von der Bekanntgabe der Maßnahmen bis zum Abschluss der Verhandlungen haben sich unsere Zahlen ins Positive bewegt und wir werden gemeinsam die Herausforderungen gemeistert bekommen“, ist er überzeugt. So werde der Betriebsrat es in der kommenden Woche bei Informationsveranstaltungen an den einzelnen Standorten auch den Mitarbeitern kommunizieren.
Adidas, Puma, Schaeffler: Weiterer Stellenabbau in der Region
Siemens ist nicht das einzige Unternehmen in der Region, das kürzlich einen Stellenabbau angekündigt hatte. Auch der Sportartikelriese Adidas hatte Anfang des Jahres den geplanten Abbau von rund 500 Stellen am Hauptsitz in Herzogenaurach verkündet. Im Mai hatte CEO Bjørn Gulden bei einer Hauptversammlung bestätigt, dass das Unternehmen bereits zwei Drittel des Abbaus bewältigt habe.
Auch der direkte Nachbar und Konkurrent Puma hatte den angekündigten Abbau von 150 Stellen in Herzogenaurach bereits im Mai abgeschlossen. Zu betriebsbedingten Kündigungen war es hier nach Angaben des Unternehmens nicht gekommen.
Die Region ist auch vom Stellenabbau bei Schaeffler betroffen. Hier sollen nach Angaben aus dem März dieses Jahres über 700 Stellen in Herzogenaurach allein wegfallen. Auch andere Standorte in Franken sind betroffen. Der Abbau soll von 2025 bis 2027 erfolgen.













