Wie geht es mit dem angekündigten Stellenabbau beim Herzogenauracher Sportartikelhersteller Adidas weiter? Die Zukunft der Beschäftigten am Hauptstandort Herzogenaurach mag eines von vielen Themen auf der Hauptversammlung des Unternehmens am Donnerstag, 15. Mai, gewesen sein.
Vorstandschef Bjørn Gulden teilte in Fürth gegenüber den Aktionären mit, dass der Stellenabbau zum größten Teil abgeschlossen sei. „Wir sind zwei Drittel durch“, sagte Gulden, über die Streichungen, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtete.
Stellenabbau bei Adidas Herzogenaurach: Viele schon entlassen
Nach wochenlangen Spekulationen hatte das Unternehmen Anfang März die Pläne über den Wegfall von 500 Stellen am Hauptsitz in Herzogenaurach offiziell gemacht. Wie fraenkischertag.de berichtete, entspricht dies bei 5800 Beschäftigten etwa jeder zwölften Stelle.
Stellenabbau bei Adidas trotz Umsatzsteigerungen
Zwölf Prozent mehr Umsatz hatte Adidas im Jahr 2024 erzielt und im März noch eine Jahresbilanz mit zweistelligem Wachstum vorgestellt. Und das in fast allen Märkten im vierten Quartal. Für dieses Jahr rechnet das Unternehmen von einer Steigerung des Betriebsergebnisses 2025 auf 1,7 bis 1,8 Milliarden Euro. Gulden zeigte sich während der Pressekonferenz im März noch „very, very happy“ über den steigenden Umsatz. Trotzdem fiel die Entscheidung, Stellen abzubauen.
Adidas will mit den Entlassungen auch seine Strukturen effizienter machen. „Manchmal hatten wir Geschäftsmodelle mit Funktionen, die doppelt oder dreifach vorhanden waren“, sagte Gulden während der Hauptversammlung am Donnerstag dazu. Das Unternehmen wolle sich „lokaler“ ausrichten, und zwar dort, wo die Konsumenten leben.
Für Adidas in Herzogenaurach bedeutet dies künftig, dass am Hauptsitz weniger, dafür aber mehr Entscheidungen in Niederlassungen in anderen Teilen der Welt getroffen werden. Wie fraenkischertag.de berichtete, hatte die Sportmarke ein Freiwilligenprogramm für die betroffenen Mitarbeiter angekündigt, damit diese die Firma mit finanziellen Anreizen verlassen.
Thomas Rabe als Aufsichtsratschef wiedergewählt
Laut Reuters haben die Aktionäre von Adidas am Donnerstag der Wiederwahl des Aufsichtsrats-Vorsitzenden Thomas Rabe mit rund 64 Prozent der Stimmen zugestimmt. Damit wird Rabe seine Position zum sechsten Jahr innehaben.
Allianz Global Investors, Deka und andere hatten angekündigt, gegen die Wiederwahl Rabes zu stimmen, da er aufgrund seiner externen Rollen als CEO von Bertelsmann und der RTL Group nicht genügend Zeit für Adidas aufbringen könne.
Aktionäre kritisieren Adidas-Aufsichtsrat
Bereits im Vorfeld der Hauptversammlung hagelte es Kritik seitens einiger Aktionäre. Wie Fachmedien berichteten, scheinen nicht alle Investoren zufrieden mit dem aktuellen Aufbau des Unternehmens zu sein. So wolle Allianz Global Investors gegen wie Wiederwahl von Bertelsmann-Chef Thomas Rabe (59) in den Adidas-Aufsichtsrat stimmen. Auch Deka Union Investement kündigte auf der Plattform X an, gegen Rabe zu stimmen: „Auf der Hauptversammlung von Adidas stimmen wir erneut gegen die Wiederwahl von Herrn Rabe wegen Ämterhäufung und einer unzureichenden Nachfolgeplanung.“ Rabe ist CEO von Bertelsmann als auch der RTL Group.
Des Weiteren hatte die „Kampagne für Saubere Kleidung“ zusammen mit dem Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre Deutschland und Shareholders for Change im Vorfeld der Hauptversammlung mehrere Gegenanträge eingereicht, um Adidas zu mehr Verantwortung in Bezug auf Menschenrechte und Arbeitsbedingungen in seiner Lieferkette aufzufordern, wie der Dachverband auf seiner Website schreibt.













