So einladend die Brötchen, Brote und süßen Leckereien in der Auslage auch sind: Ein bisschen in die Jahre gekommen war die Bäckerei Polster in der Ohmstraße dann doch, findet Susann Polster. Umso mehr freut sie sich nun darauf, wie der Laden in rund vier Wochen aussehen wird, wenn die umfangreichen Umbauarbeiten abgeschlossen sind, die sich momentan hinter den abgeklebten Fenstern abspielen.
Ein Blick durch den Seiteneingang zeigt: Nichts ist mehr übrig von der Einrichtung. „Jetzt, wo ich den Rohbau sehe, kann ich mir endlich vorstellen, wie es nachher mal aussehen wird“, sagt Polster. Allzu viel will sie noch nicht verraten. Modern soll es werden, trotzdem klassisch. Viel Holz und Schwarz. „Es wird einfach schön“, sagt sie lächelnd.
Bäckerei Polster Herzogenaurach: Großer Umbau
„Und wir bekommen ein einzigartiges Brotregal, wie es das sonst noch nirgends gibt“, verrät Jasmin Stephan, die als Bereichsleitung und langjährige Mitarbeiterin aktiv in die Planung involviert war. „Diese klassischen Regale sehen immer sehr traurig aus, wenn sie nicht mehr ganz voll sind. Jetzt versuchen wir das moderner zu gestalten.“
Dass die Mitarbeiter auch ihre Anregungen zum Umbau teilen konnten, sei für Polsters selbstverständlich gewesen. „Es war meinem Mann und mir sehr wichtig, die Mitarbeiter ins Boot zu holen“, sagt Polster. Immerhin seien sie es, die jeden Tag hinter der Theke stehen und genau wissen, wo es Optimierungsbedarf gibt.
Mit den Plänen für einen Umbau haben Polsters sich schon lange befasst. Schon vor Corona habe es eine konkrete Vorstellung gegeben, damals jedoch noch ganz anders als heute. „Wir wollten das so richtig gemütlich machen, so ein Café“, sagt Polster. Dann habe sich mit Corona alles geändert. „Während Corona hat man gemerkt, worauf es ankommt“, sagt Stephan. „Und das ist einfach das Handwerk.“
Augenmerk auf Bäcker-Handwerk
Und dieses soll nun hervorgehoben werden. So bekomme der Laden zum Beispiel einen größeren Backofen, um mehr vor Ort backen zu können. „Außerdem machen wir dann mehr belegte Brötchen und Salate hier vor Ort“, erklärt Stephan. Statt des Cafés soll das Hauptaugenmerk auf der Bäckertheke liegen. Ein paar Sitzplätze innen und außen wird es aber nach wie vor geben.
Wenn die Bäckerei dann rundum neu und modern eingerichtet ist, hofft sie, damit auch neue, jüngere Mitarbeiter anlocken zu können. „Unser Team hat einen Altersdurchschnitt Richtung 60, das werden weniger in den kommenden Jahren.“ Nachwuchs sei nicht so leicht zu finden, immerhin sei der Beruf in den vergangenen Jahren durch schlechte Bedingungen bei großen Ketten in Verruf geraten. „Aber hier ist das ganz anders, es ist ein Familienbetrieb. Wer den Job liebt, kommt früher oder später zum Polster“, ist Stephan überzeugt.
Für Polsters sei trotz des großen Aufwandes und der Kostenfrage klar gewesen, dass an einer Modernisierung kein Weg vorbei führt. „Der Laden war jetzt schon um die 23 Jahre alt, da war einfach vieles abgenutzt. Mein Mann und ich sind der Meinung, dass jede Generation investieren muss, damit auch unsere Kinder das eventuell weitermachen“, erklärt Susann Polster. „Bei solchen Familienunternehmen ist es sehr wichtig, dass jeder darauf achtet, dass alles auf dem neuesten Stand ist. Sonst ist die Gefahr groß, dass das keiner übernimmt.“
Während Bauarbeiten: Verkauf am Wagen
Verzichten müssen die Kunden auf das Bäcker-Handwerk während der Umbauphase übrigens nicht. Direkt vor dem Geschäft in der Ohmstraße steht seit zwei Wochen ein Wagen, aus dem das Team nun Brötchen und Co. verkauft. Das Sortiment sei annähernd vollständig, nur auf ein paar Sahnestückchen müsse man wegen der kleineren Kühlung verzichten.
Wenn alles gut geht, soll die modernisierte Bäckerei Polster dann am Mittwoch, 18. Juni, eröffnen. Montags bis freitags soll der Laden dann von 6.30 bis 17.30 Uhr geöffnet sein, samstags von 6.30 bis 14 Uhr und an Sonn- und Feiertagen von 7.30 bis 14. Uhr.
















