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Zukunftsvision Wellnesshotel
Löwenbräu: Eine Familie kämpft für einen Traditionsbetrieb
Zum LöwenbräuZum Löwenbräu
Für Hans-Günter und Maria Wirth ist klar: Sie sind die zehnte Generation im Familienbetrieb „Zum Löwenbräu“ – und sie wollen nicht die letzte sein. // Anna-Lena Reif
Neuhaus – Seit 1747 führt die Familie Wirth ihren Brauereigasthof in Neuhaus. Warum für die Familie das geplante Wellnesshotel alternativlos ist, wenn der Betrieb eine Zukunft haben soll.

Ein paar Tische auf dem Hof und einladende Blumendeko säumen den Weg zum Hoteleingang, noch ist es Anfang Mai für die Gäste zu kalt zum draußen sitzen. Nur ein angenehm hopfiger Geruch hängt über dem Hof. Drinnen steht man vor einer Empfangstheke, neben der ein kleiner Shop mit allerlei Leckereien wie Bierbrand und -gelee, aber auch Seifen und Biergläsern zum Stöbern einlädt. Auf allen Etiketten steht in geschwungener Schrift „Familie Wirth“. 

Zwei Türen weiter hängt im Eingang zur Gaststube eine große Familienchronik. „Bierbrauer und Gastwirt“ steht dort seit Generationen hinter dem Namen jedes männlichen Nachkommen der Familie Wirth in Neuhaus. Hans-Günter Wirth, der den Gasthof im Ortskern zusammen mit seiner Frau Maria nun in der zehnten Generation betreibt, schaut stolz auf das zurück, was seine Vorfahren geschaffen haben. „Den Betrieb gibt es seit 1747. Hier war immer die Familie Wirth“, sagt er. 

Traditionsbetrieb Zum Löwenbräu in Neuhaus 

Natürlich hat sich im Laufe der Jahrzehnte einiges geändert. Die Büttnerei, die zu Beginn zur Brauerei gehörte, wurde im Laufe der Zeit aufgegeben. Auch die Mälzerei musste weichen, ebenso die Landwirtschaft. Dafür nahm die Gastwirtschaft immer mehr Raum ein, zeitweise wurde auch ein Festsaal für Veranstaltungen betrieben. 

Inzwischen umfasst das Hotel nach mehreren Um- und Ausbaumaßnahmen in den vergangenen Jahrzehnten 33 Zimmer, das Gasthaus und neben der Brauerei auch eine Brennerei. Auch der große Felsenkeller, der erst umfassend saniert wurde, gehört dazu „Über Jahre hinweg hat der Betrieb sich verändert“, sagt Wirth. „Schon meine Vorfahren haben sich immer wieder neu erfunden, damit es weitergeht.“ Dabei sei der Brauereigasthof trotz inzwischen rund 50 Mitarbeitern immer ein Familienbetrieb geblieben, bei dem Wirth auf ein gutes Team und faire Bezahlung Wert lege. 

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Der Brauereigasthof ist ein Familienbetrieb und auch die familiäre Atmosphäre im Team ist den Betreibern wichtig. // FOTOGALERIE Martin Regner
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Mit seiner langen Tradition gehört das Löwenbräu fest zur fränkischen Bierlandschaft. // FOTOGALERIE Martin Regner
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Überall im Hotel sieht man die Liebe zum Detail, die in der Deko steckt. // FOTOGALERIE Anna-Lena Reif
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Hans-Günter und Maria Wirth wollen ihren Betrieb für die Zukunft fit machen. // FOTOGALERIE Anna-Lena Reif
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Hier werden alle Brote im Betrieb sekbst gebacken. // FOTOGALERIE Anna-Lena Reif
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Neben der Brauerei zählt auch eine Brennerei zum Betrieb. // FOTOGALERIE Anna-Lena Reif
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Direkt neben dem Eingang zum Hotel lädt ein kleiner Laden zum Stöbern ein: Es gibt Marmeladen, Biere, Schnäpse und allerlei Gläser. // FOTOGALERIE Anna-Lena Reif
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Hier findet gerade ein Versuch statt: Das Löwenbräu will künftig alkoholfreies Bier anbieten. // FOTOGALERIE Anna-Lena Reif
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Maria Wirth hat in die Familie eingeheiratet, bringt als Hotelfachfrau aber selbst jede Menge Expertise mit. // FOTOGALERIE Anna-Lena Reif
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6500 Hektoliter Bier stellt die Brauerei jährlich her. // FOTOGALERIE Anna-Lena Reif
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Für Hans-Günter und Maria Wirth ist klar: Sie sind die zehnte Generation im Familienbetrieb „Zum Löwenbräu“ – und sie wollen nicht die letzte sein. // FOTOGALERIE Anna-Lena Reif
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Die Brauerei besteht schon seit Mitte des 18. Jahrhunderts. // FOTOGALERIE Anna-Lena Reif
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Der Gasthof im Ortskern ist aus Neuhaus nicht wegzudenken und lädt zu gemütlichen fränkischen Abenden ein. // FOTOGALERIE Anna-Lena Reif
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Die Familiengeschichte ist hier überall spürbar, auch in den vielen Bildern der früheren Wirths. // FOTOGALERIE Anna-Lena Reif
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Seit damals hat sich in Neuhaus einiges getan. Mehrfach wurden die Gebäude erweitert und umgebaut. // FOTOGALERIE Anna-Lena Reif
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Bis in Jahr 1747 lässt sich die Geschichte der Wirths zurückverfolgen. // FOTOGALERIE Anna-Lena Reif
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Schon seit Generationen sind die Wirths Braumeister und Gastwirte. Früher gehörte noch eine Büttnerei dazu. // FOTOGALERIE Anna-Lena Reif
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Ein Blick in die Brauerei, die sich hinter dem Hotel befindet. // FOTOGALERIE Anna-Lena Reif
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Neben den verschiedenen Biersorten, gibt es auch Biergelee. // FOTOGALERIE Anna-Lena Reif

Hätten die früheren Generationen sich nicht weiterentwickelt, gäbe es den Betrieb heute vielleicht nicht mehr, sagt Maria Wirth, die selbst von einer Landwirtschaft in der Oberpfalz abstammt. „Aber wir wollen wirklich nicht die Generation sein, die das Ganze in den Sand setzt. Obwohl ich nur eingeheiratet bin, würde mir das im Herzen weh tun.“ Wenn man beispielsweise zu lange warte, laufe man Gefahr, in den Investitionsstau zu kommen. „Man muss sich immer überlegen, wie es weitergeht“, sagt Hans-Günter Wirth. „Man will ja den Kindern auch mal was übergeben.“ 

Brauerei arbeitet an alkoholfreiem Bier 

Also befasst auch die zehnte Generation sich nun wieder damit, wie man den Betrieb ausbauen, ihn verbessern und zukunftsträchtig aufstellen kann. Denn dass es weitergehen soll, das ist beiden unglaublich wichtig. „Wenn du an der Rezeption stehst und sagst herzlich willkommen und du kriegst einfach dieses Lächeln zurück von den Leuten, die sich freuen, da sein zu dürfen – das ist einfach das Schönste. Wenn alle glücklich und zufrieden sind bei der Abreise, das macht einen schon stolz“, sagt Maria Wirth, die selbst gelernte Hotelfachfrau ist. „Bei der Brauerei weiß ich nicht, wer meinen Kasten Bier kauft. Hier kann ich ganz anders mit dem Gast umgehen, viel direkter“, fügt Hans-Günter Wirth hinzu. 

Aktuell arbeite die Familie zum Beispiel in der Brauerei an einer Neuerung. „Es wird immer weniger Bier getrunken. Das ist einfach so, also muss man schauen, wie man weitermacht“, sagt Hans-Günter Wirth. „Früher hieß es immer, Bier wird immer getrunken, schon wegen der Tradition. Aber das ist Quatsch.“ Deswegen tüftelt die Familie mit ihren Mitarbeitern gerade an einem alkoholfreien Bier, wie Wirth verrät. Beim Besuch in der Brauerei erlaubt der Braumeister sogar einen kleinen Blick in den Sudkessel, denn genau an diesem Tag läuft ein Versuch. Einfach ein alkoholfreies Bier zuzukaufen, käme für die Familie nicht infrage. 

Idee für das Wellnesshotel „gut überlegt“

Doch das allein reicht für die nötige Weiterentwicklung nicht aus. Jahrelang haben Hans-Günter und Maria Wirth sich mit der Frage beschäftigt, wie man das Hotel weiter ausbauen, mehr Platz und ein besseres Angebot schaffen könnte. Vor allem die Zimmer, die 1992 ausgebaut wurden, seien einfach nicht mehr zeitgemäß, sagt Maria Wirth. „Wir haben auch zwei Zimmer im Spitzboden ohne Klimaanlage – das ist im Sommer unglaublich heiß. Das geht noch eine Weile gut, aber nicht mehr lang.“ 

Viele Ideen habe es gegeben. Zum Beispiel ein Tagungsraum in der jetzigen Scheune – doch dafür hätten dann die Zimmer nicht gereicht. Und selbst wenn man einen Weg gefunden hätte, mehr Zimmer anzubauen, hätte man nicht genug Parkplätze und auch nicht genug Kapazitäten in der Küche und im Frühstücksraum gehabt. Im Laufe der Überlegungen habe sich gezeigt, dass ein sinnvoller Ausbau im Ortskern kaum möglich wäre „Erst dann ist die Idee für das Wellnesshotel entstanden“, sagt Maria Wirth. „Wir haben uns das alles gut überlegt, über Jahre hinweg. Das war keine fixe Idee.“ 

Dass das Thema den Ort dermaßen spalten würde, hätte das Ehepaar nicht erwartet. Auch die vielen Angriffe in den sozialen Medien seien teilweise hart. Dabei liege ihnen der Ort am Herzen, der Betrieb sei fest mit der Region verbunden. „Unsere Region, das ist Karpfen, Bier und Keller“, sagt Wirth lächelnd. Und natürlich die Landschaft, die auch die Hotelgäste regelmäßig genießen und das, wenn es nach Wirths geht, auch in Zukunft noch lange tun sollen. 

 

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