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Umstrittenes Bauprojekt
Gerüchte um Hotel: Diese 5 Fakten sollten Adelsdorfer kennen
Auf diesem Grundstück zwischen Neuhaus und Heppstädt soll ein Wellnesshotel entstehen. Doch noch kursieren zum Bauprojekt viele Gerüchte.
Auf diesem Grundstück zwischen Neuhaus und Heppstädt soll ein Wellnesshotel entstehen. Doch noch kursieren zum Bauprojekt viele Gerüchte. // Martin Regner
Adelsdorf – In Adelsdorf soll am Mittwoch die Entscheidung über ein mögliches Ratsbegehren zum Wellnesshotel fallen. Doch noch kursieren viele Gerüchte über das Projekt. Fünf Fakten zum geplanten Bau.

Das geplante Wellnesshotel bei Neuhaus erregt in der Gemeinde Adelsdorf die Gemüter. Am Mittwochabend soll in einer Gemeinderatssitzung beschlossen werden, ob es ein Ratsbegehren zum weiteren Verfahren gibt. „Wir entscheiden nicht über das Wellnesshotel“, betont Bürgermeister Karsten Fischkal. Es gehe um die Frage, ob Bürger in einem Ratsbegehren entscheiden sollen, ob mit der Planung des Hotels weitergemacht werden kann, oder nicht. 

Derweil wird zum Beispiel in den sozialen Medien fleißig über das Hotel spekuliert. Auch Bauherr Hans-Günter Wirth berichtet im Gespräch mit fraenkischertag.de von den vielen Gerüchten, die über das geplante Projekt im Umlauf sind. In unserem FAQ werden die wichtigsten Fakten erklärt. 

Soll das Wellnesshotel im Naturschutzgebiet entstehen?

Werden die Wasser- und Abwassergebühren für die Bürger in der Gemeinde steigen?

Wer bezahlt die Erschließung der Straße?

Werden der Gasthof und der Felsenkeller geschlossen? 

Müssen Bürger mit Lärmbelästigung rechnen?

Soll das Wellnesshotel im Naturschutzgebiet entstehen?

Von Anfang an bekommt das Bauprojekt wegen des Standortes starken Gegenwind. Familie Wirth möchte das Wellnesshotel auf einem Grundstück zwischen Neuhaus und Heppstädt in der Nähe des Naturschutzgebietes Ziegenanger bauen, das ein Brutplatz für seltene Vogelarten ist. „In der Nähe“, nicht „auf“, wie Wirth erklärt. „Wir bauen nicht im Naturschutzgebiet. Der geplante Standort liegt eindeutig außerhalb bestehender Schutzgebiete“, so Wirth. Denn der Familie sei die Natur wichtig. „Die fränkische Kulturlandschaft sehen wir als eines der grundlegenden Alleinstellungsmerkmale unserer Idee“, sagt der Hotelier.

Wellnesshotel Adelsdorf
Eine Darstellung der Verordnung zum Naturschutzgebiet Ziegenanger zeigt, wo das Wellnesshotel gebaut werden soll. Der rote Bereich ist das eigentliche Naturschutzgebiet, die grüne Linie zeigt eine Pufferzone an. Dort, wo sich das lila Kreuz befindet, soll das Wellnesshotel entstehen. // Hans-Günter Wirth

Für den Bund Naturschutz reicht das als Argument jedoch nicht. „Es ist in erster Linie nicht der Abstand zum Ziegenanger, sondern der zu erwartende Besucherdruck durch wechselnd neue Gäste, die diese natursensible Gegend erkunden wollen. Das potenzielle Brutgebiet reicht auch bis an das Hotel, denn die Tiere wissen nicht, wo der Ziegenanger seine Grenze hat“, so Helmut König, Vorsitzender der Kreisgruppe Höchstadt-Herzogenaurach in einer Pressemitteilung. 

Immer wieder würden Flächen für Wiesenbrüter durch Bauvorhaben verkleinert. „Durch die Erweiterung der A3 bei Buch (1 Kilometer neben Neuhaus) wurde ein großes Brutgebiet zerstört“, so König. Als Ausgleich sei der Ziegenanger gedacht gewesen. Dass nun durch das Hotel erneut Störungen für die Wiesenbrüter entstehen könnten, finde er „grotesk“. 

Steigen die Wasser- und Abwassergebühren für die Bürger in der Gemeinde?

Immer wieder bekomme Wirth zu hören, dass Bürger sich um die Wasser- und Abwassergebühren sorgen und fürchten, künftig wegen des geplanten Hotels mehr bezahlen zu müssen. „Das Projekt wird keinen Einfluss auf die Wasser- oder Abwassergebühren der Bürgerinnen und Bürger haben“, stellt Bürgermeister Fischkal klar. Die Anschlusskosten und Verbrauchsgebühren würde die Familie Wirth selbst tragen. 

Auch die Frage nach möglichen Engpässen in der Wasserversorgung verneint Fischkal. Aktuell habe die Gemeinde Adelsdorf ein Fördervolumen von einer Million Kubikliter Wasser genehmigt. Davon verbrauche Adelsdorf rund 400.000 Kubikliter und der Zweckverband Hemhofen/ Röttenbach nochmal rund 400.000 Kubikliter. „Wir haben also 200.000 Kubikliter als Puffer übrig“, rechnet Fischkal vor. „Damit könnten wir rein theoretisch halb Adelsdorf nochmal mit Wasser versorgen.“

Zahlen die Bürger die Erschließung der Straße?

Auch für die Straße kämen laut Wirth und Fischkal keine zusätzlichen Kosten auf Bürger zu. „Das Grundstück liegt an einer bereits bestehenden Straße. Die im üblichen Rahmen anfallenden Erschließungskosten werden wir als private Bauherren selbst tragen. Details werden wir zu gegebener Zeit gemeinsam mit Fachleuten abstimmen“, so Wirth.

Wie der Bürgermeister erklärt, müsse die Straße aber ohnehin demnächst saniert werden. Hierfür sei das Landratsamt in Absprache mit der Regierung, um nach einem geeigneten Förderprogramm zu suchen. Aller Voraussicht nach würde von den anfallenden Kosten also ein Teil vom Staat gefördert werden, einen Teil würde der Landkreis übernehmen und ein Teil bliebe für die Gemeinde. „Wenn da ein Hotel hinkommen sollte, müssten die Betreiber sich an den Ausbaukosten beteiligen“, erklärt Fischkal. Sollte das Hotel nicht gebaut werden, müsste die Gemeinde den dritten Kostenanteil alleine tragen. Bestenfalls könnte der Bau des Hotels den Straßenausbau für die Gemeinde also sogar etwas günstiger machen. 

Auch ansonsten würden für die Gemeinde übrigens keine Zusatzkosten anfallen, wie Fischkal erklärt. Höchstens die Personalkosten für die Planung, aber die Mitarbeiter müsse man ja ohnehin bezahlen. „Alle Investitionen in das neue Hotel, die Wellnessangebote und die private Infrastruktur werden von uns getragen“, bestätigt auch Wirth. 

Werden der Gasthof und der Felsenkeller geschlossen?

Wichtig scheint für viele Adelsdorfer derzeit auch die Frage zu sein, was mit dem Brauereigasthof „Zum Löwenbräu“ im Ortskern passiert, sollte das Wellnesshotel gebaut werden. „Der Gasthof bleibt bestehen“, bestätigt Wirth erneut. „Er ist seit Generationen ein wichtiger Ort für unser Dorfleben und wird es auch weiterhin bleiben.“ Das Wellnesshotel sei dazu gedacht, das bestehende Angebot der Familie Wirth zu erweitern. So seien auch Adelsdorfer eingeladen, die Wellnessangebote zu nutzen, zum Sonntagsbrunch vorbeizukommen, oder an Kunstausstellungen im Hotel teilzunehmen. Der Gasthof hingegen soll Zentrum der „Wirtshaus- und Braukultur“ werden und Raum für „Veranstaltungen wie Wirtshaussingen, Bierverkostungen und Biersommelier-Events“ bieten.

Müssen Bürger mit Lärmbelästigung rechnen?

In seiner Pressemitteilung verweist Helmut König auch auf ursprüngliche Pläne der Wirths, denen zufolge „jährlich mindestens 35 Veranstaltungen (Hochzeiten) nach 22 Uhr möglich sein sollten“. Tatsächlich beziehe König sich laut Wirth dabei aber auf „überholte Planungsstände“. „Aufgrund der intensiven Auseinandersetzung mit dem Thema Natur- und Artenschutz und im Dialog mit der Bevölkerung“ habe man das Konzept inzwischen weiterentwickelt. De facto seien nun „keine Eventgastronomie, Hochzeiten oder nächtliche Großveranstaltungen“ mehr geplant. Stattdessen liege der Fokus auf dem Wellness-Bereich. 

 

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