0
Über den Dächern von Adelsdorf
Aischgrundhalle: Exklusive Einblicke in die Baustelle
Aischgrundhalle
Projektleiter Sebastian Berger (rechts) nennt die Aischgrundhalle ein Traumprojekt. Beim Termin mit Bürgermeister Karsten Fischkal erklärt er, wie der Stand ist. // Anna-Lena Reif
Adelsdorf – Spannende Einblicke: Die Aischgrundhalle in Adelsdorf erhält ein neues Dach, und die Bauarbeiten sind im vollen Gange. Wann mit der Eröffnung zu rechnen ist.

Es ist ganz schön windig an diesem Tag, obwohl die Frühlingssonne über Adelsdorf scheint. Hoch oben, auf dem Dach der Aischgrundhalle, fühlt der Wind sich gleich noch stärker an – vor allem, wenn das leichte Schwanken des Gerüsts hinzukommt, das sich um die Halle erstreckt. 

Doch Sebastian Berger und Rudolf Pickel bewegen sich hier oben, als hätten sie Beton unter den Füßen. „Das hier ist ein wunderschöner Auftrag“, sagt Pickel, dessen Holzbau-Firma aus dem Landkreis Bamberg die Arbeiten durchführt, und deutet auf die Halle. Ein bisschen ambitioniert sei der Zeitplan schon, aber es sei machbar und die Arbeiten im Plan. 

Aischgrundhalle Adelsdorf: Bauarbeiten haben begonnen

Seit Mitte März laufen nun die Bauarbeiten an der Aischgrundhalle, die in den kommenden Wochen ein komplett neues Dach erhalten soll. Geschlossen ist sie seit dem Ende der Sommerferien 2024, nur das Foyer wird seitdem genutzt. „Von außen sieht man erst jetzt was“, sagt Berger, der das Projekt leitet. „Aber die Vorbereitungszeit braucht man. Da wurde innen schon einiges gemacht.“ Ein Blick in die Halle zeigt Netze, die als Vorsichtsmaßnahme unter dem Dach gespannt sind. Der Boden ist beklebt mit bunten Kreisen – die werden später gebraucht, wenn auch der Hallenboden erneuert wird. 

Dafür, dass noch nicht lange gebaut wird, erkennt man schon einen deutlichen Fortschritt. Eine Hälfte des Daches ist vom alten Belag befreit, neue Balken erstrecken sich im Karomuster über die eine Hälfte des Daches. Auf der anderen sieht man noch die alten Holzplatten und morsche Balken, aus denen die Holzsplitter rieseln. 

Sanierungsbedarf nach 30 Jahren 

Eben jene Stellen seien das Problem gewesen, erklärt Berger. 2021 war in einem kurzen Zeitraum an mehreren Stellen Wasser durch die Decke in die Halle gelaufen. Die Ursachenforschung habe gezeigt, dass das Dach marode, das Holz an vielen Stellen morsch war. Manche Dinge hätte man schon beim Bau vor 30 Jahren anders machen müssen. „Aber wir wollen jetzt nicht zurückblicken. Für uns ist die Priorität, dass wir die Halle so schnell wie möglich wieder den Vereinen zur Verfügung stellen können“, betont Bürgermeister Karsten Fischkal. 

Aischgrundhalle Adelsdorf
Noch ein paar Monate lang werden die Adelsdorfer mit diesem Anblick leben müssen. Die Fertigstellung soll aber Ende des Jahres erfolgen. // FOTOGALERIE
Aischgrundhalle Adelsdorf
Bürgermeister Karsten Fischkal und Projektleiter Sebastian Berger begutachten den Fortschritt auf dem Dach der Aischgrundhalle. // FOTOGALERIE
Aischgrundhalle Adelsdorf
Obwohl die Baustelle erst seit wenigen Wochen im Gange ist, ist eine Hälfte des Daches bereits weit vorangeschritten. // FOTOGALERIE
Aischgrundhalle Adelsdorf
Das Innere der Halle ist momentan nicht nutzbar, auch hier fallen bald Arbeiten an. // FOTOGALERIE
Aischgrundhalle Adelsdorf
Ein Netz soll den Boden schützen, falls vom Dach etwas herunterfällt. // FOTOGALERIE
Aischgrundhalle Adelsdorf
Rudolf Pickel aus dem Landkreis Bamberg ist mit seiner Firma zuständig für den Umbau. // FOTOGALERIE
Aischgrundhalle Adelsdorf
Auf der anderen Seite des Daches sieht man noch den alten maroden Belag. // FOTOGALERIE
Aischgrundhalle Adelsdorf
An zahlreichen Stellen sah das Dach aus wie hier: Durchgesickertes Wasser hat das Holz über die Jahre hinweg morsch werden lassen. // FOTOGALERIE
Aischgrundhalle Adelsdorf
Die alten Beläge liegen in Containern vor der Halle. // FOTOGALERIE
Aischgrundhalle Adelsdorf
Rund um die Halle liegt derzeit Bauschutt und -material. // FOTOGALERIE

Nun wird das Dach komplett erneuert. „Das heißt nicht nur Ziegel runter und Ziegel wieder rauf“, betont Berger. Alle Elemente werden an die aktuellen Anforderungen angepasst. So müssen zum Beispiel auch die Fenster an dem Kuppelaufsatz auf dem Dach weichen. „Die Glaskuppel bleibt von der Form her so“, erklärt Berger. Doch weil die Fenster ihre besten Tage hinter sich haben, soll die Kuppel nun stattdessen eine silbergraue Aluminiumbeschichtung bekommen. So könne man auch der Sonneneinstrahlung entgegenwirken und den Wärmeschutz verbessern. Schon in zwei bis drei Wochen sollen die Arbeiten an der Kuppel beginnen.

Gut in der Zeit: Aischgrundhalle soll Ende des Jahres fertig sein

Im Herbst sei dann der Trockenbau geplant, so Berger. Der Hallenboden und die Trennvorhänge würden zum Schluss ebenfalls erneuert. Nach Verzögerungen, weil sich auf die erste Ausschreibung im Herbst keine Firmen beworben hatten, sei man nun gut im Zeitplan. 

„Der Umfang des Projekts, die Größenordnung, das ist schon was Besonderes“, sagt Pickel. Mit einem Neubau sei die Baustelle nicht zu vergleichen. „Bei einer Sanierung kommen andere Dinge vor, als bei einem Neubau. Da gibt es viele Details, die man im Vorfeld gar nicht sieht.“

Auch das sei ein Grund für die intensiven Vorbereitungen gewesen, wie Berger erklärt. Man habe schließlich nicht das ganze Dach abdecken können, also habe man an vielen einzelnen Stellen den Zustand prüfen müssen. „Der Einstieg war nicht einfach“, sagt Berger. Der Zeitpunkt sei gerade noch ausreichend gewesen, um ohne größeren Substanzverlust noch sanieren zu können. 

Bürgermeister Fischkal: „Wollen es richtig machen“

1,6 Millionen Euro bezuschusst der Freistaat von den insgesamt vier Millionen Euro, die die Sanierung kostet – eine ordentliche Summe, wie auch Fischkal zugibt. Trotzdem habe man sich entschieden, Dinge wie den Boden gleich mitzumachen. „Viele sagen, der sieht doch noch gut aus“, sagt Berger. „Aber das sieht nur optisch so aus. Wenn man sich das genauer anschaut, sieht man, dass der kaputt ist.“ 

„Wir wollten das direkt richtig machen, damit die Halle dann hoffentlich 60 Jahre herhält“, sagt Fischkal. Jetzt sei es wichtig, schnell fertig zu werden, damit die Vereine die Halle schnellstmöglich wieder nutzen können. 

Inhalt teilen
  • kopiert!