Die Bürgermeisterwahl im März 2026 könnte so spannend werden, wie seit Langem nicht mehr. Denn der Amtsinhaber, Karsten Fischkal von den Freien Wählern, hat vor Kurzem angekündigt, nach dann 18 Jahren im Amt zur nächsten Wahl nicht mehr zu kandidieren.
Bislang ist nur ein Kandidat für Fischkals Nachfolge öffentlich bekannt: Bereits am selben Abend, an dem Karsten Fischkal vor den Mitgliedern der Freien Wählern in Adelsdorf seinen bevorstehenden Rückzug ankündigte, warf Tim Scheppe seinen Hut in den Ring und erklärte, er wolle die nächste Bürgermeisterwahl für die Freien Wähler gewinnen.
Die weiteren im Gemeinderat vertretenen Parteien und Gruppierungen brauchen dagegen offenbar noch ein bisschen mehr Zeit, um die Frage zu klären, ob jemand antreten will und wenn ja: Wer? „Wir sind noch nicht so weit“, erklärte etwa Michael Auer, Fraktionschef der Grünen im Adelsdorfer Gemeinderat, auf Nachfrage. Die Entscheidung, ob die Partei einen eigenen Kandidaten ins Rennen schicken will oder nicht, falle bei der nächsten Mitgliederversammlung im Juni.
Wählerinitiative will mehr Stimmen für die Liste holen
Prinzipiell begrüßt es Auer, „dass jemand Neues ans Ruder kommt“. Gleichzeitig werde er Karsten Fischkal aber auch vermissen, so Auer weiter, denn „der ist immer auf alle zugegangen, ganz ohne Berührungsängste“. Und das sei nicht selbstverständlich gewesen.
Den Satz „Wir sind noch nicht so weit“ sagt wortgleich auch Ralf Olmesdahl von der Adelsdorfer Bürger- und Wählerinitiative (ABWI) auf die Frage, ob die Gruppierung einen eigenen Kandidaten stellen wird. Nur so viel: „Ich sehe die Notwendigkeit, da etwas zu tun“, denn ein eigener Bürgermeisterkandidat könne dazu beitragen, mehr Stimmen für die Wahlliste der ABWI zu generieren.
Um die Frage zu klären, ob die ABWI einen Kandidaten für die Nachfolge von Karsten Fischkal nominiert – und wenn ja: welchen – will Olmesdahl zeitnah eine Mitgliederversammlung einberufen: „Dafür wird es höchste Zeit.“
Bei der Adelsdorfer SPD blickt man gespannt auf den Sommer
Bei der Adelsdorfer SPD wird es dagegen mindestens bis zum Sommer dauern, wie eine Anfrage bei deren Fraktionssprecher Norbert Lamm ergab. Denn im Sommer sei eine Klausursitzung der Adelsdorfer SPD geplant und „bis dahin kann man noch nichts sagen.“ Nur so viel: „Wir gehen davon aus, dass es einen SPD-Kandidaten geben wird.“
Über den bisherigen Amtsinhaber Karsten Fischkal sagt Lamm, er habe „seine Sache schon gut gemacht“. Allerdings seien bei den Projekten von Fischkal „auch immer verschiedene Schnellschüsse dabei“, bei denen sich Lamm gewünscht hätte, dass die Gemeinde und ihr Bürgermeister sich mehr Zeit genommen hätten.
Adelsdorfer CSU gibt Kandidaten nächste Woche bekannt
Sehr weit gediehen ist die Kandidatenfrage bei der Adelsdorfer CSU. Wie deren Ortsvorsitzender Matthias Goß auf Nachfrage verrät, hat sich die Partei „intern bereits gute Gedanken gemacht.“ Es habe gleich mehrere geeignete Kandidaten im Ortsverband gegeben, so Goß weiter, und man habe sich bereits auf einen davon geeinigt.
Öffentlich bekanntgeben wolle man den Namen allerdings erst nächste Woche, erklärte der Ortsvorsitzende. Man hätte auch ohne den Rückzug von Karsten Fischkal einen Kandidaten nominiert, dennoch habe dieser die Ausgangslage verändert: „Das ist eine ganz neue Situation, nicht gegen einen Amtsinhaber antreten zu müssen.“














